28.02.2018 // Indirekte Materialien

Einkauf 2025: Zeit für die Zukunft

Strategien ausloten für eine Neuausrichtung: Mit diesem übergreifenden Thema startete das 8. BME-Forum „Der Einkauf 2025“. Der Einkauf kann zum Wegbereiter werden, wenn das richtige Know-how vorliegt.

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Die Richtung, in die sich der Einkauf im Zuge der Digitalisierung entwickeln wird, ist noch unklar. Zum einen lassen sich viele Tätigkeiten im operativen Bereich automatisieren. „Wir können uns selbst abschaffen“, beschrieb Klaus Abel, Vice President Corporate Purchasing bei Balluff, auf dem 8. BME-Forum „Der Einkauf 2025“ in Wiesbaden am Dienstag ein Zukunftsszenario. Dass der operative Einkauf zu rund 90 Prozent in einer nicht allzu fernen Zukunft automatisiert sein wird bzw. alle Voraussetzungen dafür vorliegen, ist unter den knapp 100 Teilnehmern unstrittig gewesen. Themen des zweiten Forumstages waren Best-Practice-Beispiele zur Transformation des Einkaufs, Lieferantenmanagement mit kollaborativem Ansatz, Change Management und der Weg zur digitalen Einkaufsorganisation.

Auch heute schon ist der Einkauf gefordert, über Industrie 4.0 hinauszuschauen. Daten, die durch die Anbindung von Lieferanten gesammelt werden, lassen sich für Innovationen nutzen. „Gemeinsam mit der Entwicklung können wir dadurch Produktinnovationen ins Unternehmen hineintragen“, erklärte Philippe Rütti, Lead Purchaser Corporate Purchasing bei Balluff. Praktische Tools wie VR-Brillen lassen sich beispielsweise für die Auditierung von Lieferanten einsetzen. Der Einkäufer übernimmt zunehmend Management-Aufgaben, schafft Netzwerke und passt Algorithmen an. In dieser Funktion wird er zum Innovationsscout: „Der strategische Einkauf vernetzt Trends von morgen mit dem Unternehmen von heute“, erklärte Abel.

Digitalisierung stärkt Einkauf

Einige Unternehmen haben diesen Weg schon eingeschlagen. Bei Bosch befasst sich eine eigenständige Abteilung mit Innovationsthemen im indirekten Einkaufsumfeld. Der Weg in den agilen, digitalen Einkauf vollzieht sich analog zu einer automatisierten Fertigung in der „Procure to Pay Factory“. Nach einer bereits durchgeführten Zentralisierung steuert die Abteilung eine umfassende Digitalisierung an. Geprüft werden Tools wie virtuelle Agenten, Chat Bots oder wie Blockchain im Einkauf eingesetzt werden kann. „Die gewonnenen Freiräume lassen uns mehr Zeit für den strategischen Einkauf“, bestätigte auch Hans Krug, Prokurist und Leiter des Zentralbereichs Einkauf bei Miele. Und: Je strategischer der Einkauf wird, desto stärker wird im Unternehmen seine Bedeutung steigen.

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