11.09.2017

Einkauf und IT müssen an einem Strang ziehen

Rund 220 IT-Einkäufer und -Anwender diskutieren auf der IT-Sourcing 2017, wie neue digitale Geschäftsmodelle erfolgreich umgesetzt werden können.

Foto: Christian Horz

„Die Digitalisierung kann nur als gemeinsame Kraftanstrengung der Fachbereiche im Unternehmen im Zusammenspiel mit der IT und dem Einkauf gelingen“, unterstrich Dr. Silvius Grobosch, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstands des BME, zur Eröffnung der IT-Sourcing 2017 in Hamburg. Die Fachtagung, die gemeinsam vom BME und  dem Bundesverband der IT-Anwender Voice veranstaltet wird, findet bereits im dritten Jahr in Hamburg statt. Industrie 4.0 stehe für ein sich kontinuierlich wandelndes Beschaffungsportfolio und die zunehmende Vernetzung aller Glieder einer Lieferkette, sagte Grobosch. Es sorge gleichzeitig für die Echtzeitverfügbarkeit von Daten. Wem im Unternehmen die Deutungshoheit in Sachen Digitalisierung gehöre, sei keine Frage mehr. „Nur IT und Einkauf gemeinsam können der Digitalisierung  zum Durchbruch verhelfen, sie müssen dabei an einem Strang ziehen.“

Die Entwicklung digitaler Systeme und Lösungen verläuft derart rasant, dass vor allem schnelle Entscheidungsprozesse nötig sind. „Solche Lösungen kann man heute nicht erst drei Mal ausschreiben“, erklärte Dr. Bettina Uhlich, CIO und Head of Global IT & Financial Services der Evonik Industries AG. Hier müssten sich IT und Einkauf zusammentun. Den Fachabteilungen einfach ein SAP-System vorzusetzen, wie es in der Vergangenheit der Fall gewesen sei, funktioniere nicht mehr. Den gleichen Druck verspürt auch Sven Kaesser, Vice President und Head of Information & Digitalization Technology Procurement bei Airbus: „Die Fachabteilung will zum Beispiel ein Tool aus dem Silicon Valley, und das unbedingt gestern.“ Eine weitere Herausforderung für den Einkauf seien neue Partner im Markt wie Start-ups und Netzwerke sowie damit verbundene neue Make-or-buy-Entscheidungen. Kaesser gab einen Einblick in den neuen IT-Einkauf bei Airbus, der sich von einer technologiegetriebenen zu einer lösungsorientierten Beschaffungsorganisation verändert.

Der Einkauf müsse sich vom traditionellen Sourcing zum Multi-Sourcing verändern, forderte Dr. Matthias Trabandt, Chief Operating Officer der Swiss Life Deutschland, mit Blick auf die Evolution der Ware IT. Dies erfordere schnelle Prozesse und flexible Strukturen sowie beschleunigte Auswahlverfahren. Es müssten Verträge verhandelt werden für Produkte, die sich schnell verändern oder noch nicht vollends entwickelt seien. Zudem habe der Einkauf eine neue Begriffswelt zu beherrschen, wie Platform as a Service, agile Entwicklung und Scrum-Methoden: „Da muss der Einkäufer mitreden können.“

Von der IT-Sourcing 2017 berichtet Volker Haßmann.

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