Einsatz von Telematik: Deutschland holt auf

Kostenkontrolle durch Aufzeichnung des Spritverbrauchs oder des CO²-Ausstoßes

Foto: Bosch

Deutsche Logistiker haben ihre Zurückhaltung beim Einsatz von Telematik im Flottenmanagement auch im laufenden Jahr nicht aufgegeben. Allerdings holten sie gegenüber ihrer europäischen Konkurrenz etwas auf, hieß es in einer vom Leasinganbieter Arval und dem Corporate Vehicle Observatory (CVO) vorgelegten Studie. Das für 2013 aktualisierte „CVO Fuhrpark-Barometer“ zeigt, dass kleine bis mittelgroße Frachtführer ihre Nutzung solcher Systeme in diesem Jahr verdoppelten. Demnach haben sechs Prozent der kleinen Anbieter unter zehn Mitarbeitern, 13 Prozent der Unternehmen mit bis zu 99 Mitarbeitern sowie 14 Prozent der Unternehmen bis 999 Mitarbeiter mittlerweile Lösungen in ihren Fuhrpark integriert. Die Nutzung nur wenig gesteigert haben dagegen die bisherigen Vorreiter: Von den großen Logistikkonzernen setzen aktuell 15 Prozent auf Telematik.

Bei den Gründen für die Nutzung zog der Herausgeber der Studie das Fazit, dass die Überwachung der Fahrer nicht im Mittelpunkt des Einsatzes stehe. Größere Logistiker gaben zwar zu 17 Prozent den Zweck der Feststellung einer unzulässigen Fahrzeugnutzung an, meistgenannt wurde bei diesen aber die Kostenkontrolle durch die Aufzeichnung des Spritverbrauchs oder des CO²-Ausstoßes, gefolgt von der Ermittlung von Daten, die für die Instandhaltung der Fahrzeuge wichtig sind. Für kleinere deutsche Transportunternehmen dagegen stehen laut Arval die Sicherheit der Fahrer und die Lokalisierung der Fahrzeuge im Vordergrund, damit die Strecken der Fahrer optimiert und aufeinander abgestimmt werden können.

Anreiz für besonders sicheres und sparsames Fahren

"Der alleinige Einsatz von Telematiksystemen im Fuhrpark genügt jedoch nicht, um Kosten einsparen zu können", kommentiert Ralf Woik, Sprecher für den CVO in Deutschland, die Ergebnisse der Studie. "Vielmehr müssen die gesammelten Daten dafür verwendet werden, Fahrern den Zusammenhang zwischen Fahrzeugkosten und ihrem Verhalten zu verdeutlichen, sowie Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen." Kombiniert mit Fahrertrainings sowie dem entstehenden Anreiz für besonders sicheres und sparsames Fahren könnten Fuhrparkbetreiber die effiziente Nutzung der Fahrzeuge verbessern und so auch die Kosten minimieren, so der Experte.

Im Rahmen der Studie hat das Meinungsforschungsinstitut csa im Auftrag des Corporate Vehicle Observatory mehr als 3.650 Flottenentscheider in zwölf EU-Ländern (Deutschland: 300) zu den Trends im Flottenmanagement befragt. In Deutschland wird der CVO von der Arval Deutschland GmbH und der BNP Paribas begleitet.

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