05.06.2014 //

EMI verliert im Mai etwas an Kraft

Der EMI behauptete sich im Mai trotz einer Schwächeperiode weiter über der 50-Punkte-Wachstumsmarke.

Der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) ist im Mai auf ein Sieben-Monatstief gesunken. Dennoch liegt er mit aktuell 52,3 (April: 54,1) bereits seit elf Monaten über der 50-Punkte-Wachstumsmarke. Der Rückgang des EMI ist hauptsächlich auf geringere Zuwachsraten bei Produktion und Auftragseingängen zurückzuführen. „Den Berichten unserer Einkäufer zufolge war die Nachfrage zu Jahresbeginn durch das milde Wetter stark angekurbelt worden. Dieser Steigerungseffekt hat jetzt nachgelassen“, betonte Dr. Christoph Feldmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), in Frankfurt.

„Der EMI bewegt sich noch auf einem Hochplateau, wenngleich die Dynamik gegenüber dem Vormonat nachgelassen hat. Der Gipfel für dieses Jahr liegt wahrscheinlich schon hinter uns und der Abstieg wird angegangen“, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, dem BME. Daraus müsse aber nicht gleich eine Rezession abgeleitet werden. „Die Vorgaben für dieses Jahr sind nach dem ersten Quartal sehr gut. Ein BIP-Wachstum von 2,0 Prozent ist drin“, so Traud weiter. 2015 werde es aber etwas ruhiger werden. Da helfe auch der neue Aktionismus der EZB nicht weiter.

„Die Konjunktur in Deutschland läuft weiter rund, auch wenn das Tempo nachlässt. Die Wachstumskräfte kommen immer stärker aus dem Binnenkonsum“, sagte DIHK-Chefvolkswirt Dr. Alexander Schumann dem BME. Dagegen flache die Exportdynamik angesichts anhaltender Unsicherheit in einigen Weltregionen etwas ab.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Die Produktionsleistung des Verarbeitenden Gewerbes erhöhte sich im Mai den 13. Monat in Folge. Wenngleich die Zuwachsrate auf ein Sieben-Monatstief nachgab, blieb sie weiterhin solide und lag erneut oberhalb ihres Langzeitdurchschnitts von 53,7. Den markantesten Fertigungsanstieg verzeichnete die Investitionsgüterindustrie.

Auftragseingang: Die Ordereingänge wuchsen bei Global Playern und KMU abermals an, jedoch schwächer als in den sechs Vormonaten. Laut Umfrageteilnehmern gehen die wichtigsten Impulse derzeit vom allgemein guten Marktumfeld sowie der Einführung neuer Produkte aus.Auch bei den Exportgeschäften verringerte sich die Expansionsrate. Dennoch schloss der Teilindex im Mai erneut oberhalb der neutralen 50-Punkte-Grenze; er nahm bereits den zehnten Monat in Folge zu und verzeichnete damit den längsten Aufwärtstrend seit Mitte 2011.

Auftragsbestände/Beschäftigung: Erstmals seit acht Monaten sanken die Auftragsbestände der Industrieunternehmen. Dies lässt darauf schließen, dass die Hersteller tendenziell wieder über freie Kapazitäten verfügen. Der Rückgang war jedoch marginal, da längst nicht bei allen Unternehmen der Druck auf die Fertigungskapazitäten nachließ. Die Hersteller zeigten sich bei Neueinstellungen im Mai sehr zurückhaltend. Manche der Unternehmen mussten infolge abebbender Auftragseingänge Arbeitskräfte freisetzen. Der Teilindex Beschäftigung konnte sich zwar den sechsten Monat in Folge oberhalb der 50-Punkte-Marke behaupten, diesmal aber nur knapp.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Seit Februar haben sich die Einkaufspreise kontinuierlich verringert. Im aktuellen Befragungszeitraum profitierten die Einkaufsmanager vor allem von günstigen Wechselkursen, erfolgreichen Preisverhandlungen mit Lieferanten und Nachlässen auf einige Rohmaterialien. Die Verkaufspreise stiegen im Mai erstmals seit drei Monaten wieder an. Rund sieben Prozent der Befragten hoben ihre Preise an, fünf Prozent gewährten Nachlässe. Die Inflationsrate blieb daher relativ niedrig und entsprach in etwa ihrem Langzeitdurchschnitt von 50,9.

Der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) ist ein monatlicher Frühindikator zur Vorhersage der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Der Index erscheint seit 1996 unter Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt. Er wird von der britischen Forschungsgruppe Markit Economics, Henley-on-Thames, erstellt und beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern/Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland (nach Branche, Größe, Region repräsentativ für die deutsche Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index (PMI).

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