13.09.2017 //

Entwicklungspartnerschaft für ein modernes Kostenanalysetool möglich

Der parametrische Ansatz verbindet Kostenstrukturanalyse und Linear Performance Pricing (LPP). Doch woher kommen die Koeffizienten der linearen Preis-Näherungsformeln? Die Software analycess procurement ist führend bei der Regressionsanalyse zur Ermittlung dieser Parameter – und wird als Softwareprodukt um die Funktionalität der klassischen Kostenstrukturanalyse erweitert.

Grafik: Processbench GmbH Grafik: Processbench GmbH

Wie ergänzen sich die beiden Methoden gegenseitig?

Egal ob für Target- oder Should Costing, True Cost Analysis oder Value Engineering, letztlich geht es in jeder Kosten- oder Wertanalyse darum, die Treiber und deren Wirkungszusammenhänge zu verstehen. Man kann das Ergebnis der Kostenstrukturanalyse als einen Formelbaum verstehen, der die Kosten bzw. den Preis eines Produktes erklärt. Bei der Vorgabe eines Zielpreises kann man top-down vorgehen, also einen Zielpreis als Input in einzelne Kostenbestandteile herunterbrechen. Andersherum beginnt man bei einer bottom-up Kalkulation mit den Einzelbestandteilen und errechnet so Gesamtkosten bzw. einen Gesamtpreis.

Performance Pricing ermittelt eine statistische Näherungsformel für den Preis bzw. die Kosten eines Produktes. Damit bietet es sowohl bei der bottom-up als auch top-down Betrachtung eine pragmatische Alternative, den Formelbaum zu ersetzen bzw. zu ergänzen. Um dies zu erreichen, wird ein Portfolio unterschiedlicher aber vergleichbarer Produkte untersucht. Mittels einer Regressionsanalyse wird anhand geeigneter Werttreiber eine preiserklärende Formel statistisch approximiert. Fließen mehrere Werttreiber gleichzeitig ein, spricht man von Multidimensionalem Linear Performance Pricing (MLPP). Die Analyse kann schon für das Gesamtprodukt durchgeführt werden – dann ersetzt die Näherungsformel den kompletten Formelbaum. Genauso gut ist es aber auch möglich, lediglich einzelne Bestandteile der Kostenformel zu approximieren. Dann spricht man vom parametrischen Ansatz, wobei die Anwendung einer Regressionsanalyse das Anzapfen einer Benchmark-Datenbank für die einzelnen Koeffizienten der Näherungsformel ersetzt.

Die Höhe der Preiswolke - wie die Kostenstrukturanalyse LPP unterstützt

Mit Hilfe statistischer Methoden lassen sich Einkaufspreise in vielen Sortimenten erstaunlich präzise erklären. Zentrales Analyseergebnis ist eine preiserklärende Formel, die aufzeigt, welche Werttreiber in welchem Ausmaß zum Preis beitragen. Aber auch mittels einer grafischen Darstellung können die einzelnen Produkte hinsichtlich Ihrer Preis-Leistung im Vergleich zum übrigen Portfolio direkt eingeschätzt werden. Das spart verglichen mit detaillierten Kostenstrukturanalysen extrem viel Aufwand und ermöglicht direkt den Vergleich einer Vielzahl von Produkten.

Eine methodisch bedingte Schwäche hat Performance Pricing allerdings: die Analyse fußt auf den gegebenen Einkaufspreisen oder Angeboten. Zahlt man jedoch über alle untersuchten Produkte und Lieferanten hinweg systematisch zu viel, weil z.B. aufgrund mangelnden Wettbewerbs die Lieferanten hohe Margen realisieren können, dann findet man dies alleine auf Basis von LPP nicht heraus. Deshalb ist es empfehlenswert, LPP Modelle mittels ausgewählter Bottom-up Kalkulationen zu verifizieren bzw. gegebenenfalls die Höhe der Datenpunktwolke auf Basis dieser Ergebnisse zu justieren.

Die Stecknadel im Heuhaufen - wie LPP die Kostenstrukturanalyse unterstützt

Eine Bottom-up Kalkulation setzt detailliertes Produktions- und gegebenenfalls Lieferanten-Know-how voraus. Nicht selten vergehen Wochen für die Analyse eines einzelnen Produktpreises. Präzise Ergebnisse und daraus abgeleitete, erfolgreich umzusetzende Einsparpotenziale können diesen Aufwand rechtfertigen. Spätestens wenn eine Produktgruppe Hunderte oder gar Tausende Produkte umfasst, wird die Analyse aber zunehmend zur Suche nach einzelnen Stecknadeln im Heuhaufen.

LPP hilft genau, diese Nadeln zu finden. Mittels einer Preisregressionsanalyse lassen sich unzählige Produkte untersuchen. Bei denjenigen, die Einsparpotenziale verheißen, oder denjenigen, die als best-practice dienen können, lohnt der zusätzliche Aufwand einer detaillierten Kostenstrukturanalyse. Performance Pricing ermöglicht also eine effizientere Resourcenallokation.

Fazit: das Zusammensetzen des Puzzles – klassische Kostenanalyse und LPP als komplementäre Ansätze verspricht ein neuartiges Kostenanalysetool

Keine der beiden Methoden kann als Allerheilsmittel gesehen werden. Vielmehr ergänzen sie sich. LPP wird dazu genutzt, die größten Potenziale für eine aufwendige Bottom-up Kalkulation zu finden und mittels einer klassischen Kostenkalkulation lassen sich Regressionsmodelle verifizieren bzw. justieren.

Auch innerhalb der Kostenstruktur eines Produktes fungieren beide Ansätze als sich ergänzende Methoden. So ist es möglich, bestimmte Preisbestandteile konventionell zu berechnen und für andere Bestandteile auf eine Preisformel zurück zu greifen.

Beides, die fundierte Preisregressionsanalyse und das Management der Material- und Prozesskosten-Formelbäume tief gehender Kostenstrukturanalysen in einem integrierten Tool, verspricht die Weiterentwicklung von analycess procurement, die von der Processbench GmbH in Zusammenarbeit mit der Berode GmbH, Köln – einem Beratungsunternehmen mit breiter Ingenieursexpertise, das sich seit über 15 Jahren mit seinem crossfunktionalen Ansatz über Konstruktion, Einkauf und Fertigung im Bereich Produktkostenoptimierung und -kalkulation etabliert hat – und mit dem Institut für Angewandtes Mechanism Design (IFAMD) GmbH derzeit vorangetrieben wird.

Falls Interesse an einer kundenseitigen Entwicklungspartnerschaft besteht, melden Sie sich bitte gerne unverbindlich bei uns.

Kontakt:
Dr. Gregor Berz
Processbench GmbH, Saarbrücken und
Institut für Angewandtes Mechanism Design (IFAMD) GmbH
Nymphenburger Str. 4
80335 München
Tel: +49 89 215554670
gregor.berz(at)ifamd.de
www.ifamd.de

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