01.12.2017 //

Fachkräftemangel bremst Wachstum

Die deutsche Konjunktur boomt. Das IW Köln erwartet 2018 einen BIP-Anstieg um zwei Prozent. Fehlende qualifizierte Mitarbeiter würden aber immer mehr zu einer hausgemachten Wachstumsbremse.

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In den vergangenen Monaten hat sich die deutsche Wirtschaft besser entwickelt als von vielen vermutet. Zu zahlreich schienen noch im Frühjahr die globalen Risiken, berichtet das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Das Bruttoinlandsprodukt werde 2017 um gut 2,2 Prozent zulegen. Und das dürfte auch erstmal so weitergehen, glaubt die Mehrheit der knapp 2.900 im Rahmen der IW-Konjunkturumfrage befragten Unternehmen. Danach gehe fast die Hälfte der Firmen von einer steigenden Produktion im nächsten Jahr aus, nur neun Prozent erwarten einen Rückgang. Der Saldo aus positiven und negativen Meldungen liege somit leicht über den Werten vom Frühjahr 2017. Auch die Investitionen zögen derzeit weiter an: Für 2018 erwarten 42 Prozent der Firmen höhere Investitionen als in diesem Jahr. Elf Prozent gehen von niedrigeren Investitionen aus. Die gut laufenden Geschäfte, begünstigt durch den weiter anziehenden Export, stärkten auch den Arbeitsmarkt: 41 Prozent der Unternehmen wollen im kommenden Jahr ihr Personal aufstocken. Nur zehn Prozent planen mit weniger Mitarbeitern, heißt es weiter. Die ahl der Beschäftigten werde  2018 knapp 45 Millionen erreichen.

Die Konjunkturdynamik könnte nach IW-Ansicht noch stärker sein, doch der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften bremse die Unternehmen. Viele arbeiteten bereits am Limit – gut ein Drittel spreche sogar von einer Überauslastung. 47 Prozent der Firmen bestätigten, dass fehlende Fachkräfte die Produktionsmöglichkeiten begrenzen. Unter den Betrieben, die bereits eine Überauslastung feststellen, sprechen sogar zwei Drittel von einem Fachkräftemangel. Das Fehlen von qualifizierten Mitarbeitern hemme zudem die Investitionsanreize:

„Die Unternehmen würden in Deutschland mehr in Sachkapital und Technologie investieren, wenn sie mehr Fachkräfte in den meisten Wirtschaftsbereichen zur Verfügung hätten“, sagt IW-Direktor Michael Hüther.

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