GEA schafft Vorstandsressort Einkauf und holt Nokia-Manager

Drei vormals eigenständige Einkaufsbereiche der beiden Business Areas und der Regionalorganisation werden zukünftig in einem Zentralbereich gebündelt. Das soll ab 2022 jährliche Einsparungen in Höhe von 50 Millionen Euro bringen.

Johannes Giloth GEA Johannes Giloth wechselt im Januar 2020 zur GEA Group und wird dort Vorstand für Einkauf, Produktion und Logistik. Fotos: GEA; Montage: BME

Die GEA Group AG aus Düsseldorf hat Johannes Giloth (49) mit Wirkung zum 20. Januar 2020 in ihren Vorstand berufen – und schafft für ihn ein neues Ressort: Der 49-Jährige verantwortet ab diesem Zeitpunkt Einkauf, Produktion und Logistik bei dem Systemanbieter für die nahrungsmittelverarbeitende Industrie. Giloth kommt vom Telekommunikationskonzern Nokia, wo er zuletzt mehrere Jahre als CPO und CSCO tätig war und unter anderem die Digitalisierung der Einkaufsorganisation sowie der Lieferketten des Konzerns vorangetrieben hat.

Das neu geschaffene Ressort wird notwendig, weil GEA die bisher sehr dezentral geführten Einkaufsaktivitäten (Spend aktuell etwa 2,8 Milliarden Euro) zukünftig in einer globalen Einkaufsorganisation bündeln möchte. „Nachdem der Einkauf bei GEA früher aus verschiedenen Gründen sehr dezentral in den eher kleineren Geschäftseinheiten organisiert war und im Jahr 2015 erstmals in drei größeren Organisationseinheiten zusammengefasst wurde, ist dies der nächste Schritt, um die Prozesse zu optimieren. Dadurch erfährt der Einkauf natürlich gleichzeitig auch eine Aufwertung innerhalb des Unternehmens“, erklärt ein Unternehmenssprecher gegenüber BIP.

Darüber hinaus will das im M-Dax notierte Unternehmen sein Produktionsnetzwerk weiter optimieren sowie mehr Flexibilität durch zum Beispiel Multifunktionsstandorte, an denen je nach Nachfrage unterschiedliche Produkte gefertigt werden können, schaffen, wie es auf BIP-Nachfrage heißt. Ferner soll ein größerer Anteil des Sourcing künftig in Osteuropa stattfinden.

Durch diese Schritte will der Konzern Kosten in „wesentlichem Umfang“ einsparen, heißt es aus Düsseldorf. Konkret sollen durch die neue Organisation des Bereichs und den größeren Anteil an Lieferanten aus Osteuropa ab dem Jahr 2022 jährlich rund 50 Millionen Euro eingespart werden. Im Jahr 2020 rechnet man mit etwa 26 Millionen Euro, 2021 sollen es 34 Millionen Euro sein.

Tobias Anslinger, BME

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