Handelskonflikte belasten auch die Rohstoffmärkte

IKB hält Störungen der internationalen Zulieferketten für möglich – Rohstoffpreise steigen.

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„Im Verlauf des September 2018 erhöhten sich die Weltrohstoffpreise um 5,6 Prozent. Aufgrund eines leicht festeren Wechselkurses des Euro zum US-Dollar betrug der Anstieg in Inlandswährung 4,6 Prozent“, heißt es in der „IKB Information Rohstoffpreise“ (KW 40). Danach schüre der weiter eskalierende Handelskrieg vor allem zwischen China und den USA die Sorgen, dass es zu Bremswirkungen im Wachstum der Weltwirtschaft und möglichen Störungen der Zulieferketten kommt.

„Während sich die Basismetalle schwächer entwickelten, zogen gegen den allgemeinen Trend die Rohölpreise zuletzt deutlich an: Ursache war ein knapp versorgter Markt und ein temporäres Absinken der US-amerikanischen Rohölvorräte unter die Marke von 400 Millionen Barrel“, betont Dr. Heinz-Jürgen Büchner, Managing Director und Rohstoff-Experte der IKB Deutsche Industriebank AG.

Vor allem aber belasteten die Sorgen vor Förderrückgängen im Iran infolge der ab November stark verschärften US-Sanktionen. Allerdings habe der Iran im August 2018 seine Förderung bisher nur geringfügig (um 0,15 Million bpd – barrel per day) zurückgenommen. Zudem weigerten sich die OPEC-Staaten, dem Wunsch von Präsident Trump nach höheren Fördermengen und niedrigeren Preisen zu folgen. Dies sei aber notwendig, um eine eventuelle Fördereinbuße des Iran von ca. einer Million bpd auszugleichen. Kurzfristig sei dazu nur Saudi-Arabien in der Lage, zumal die Förderung Venezuelas weiter deutlich absinke.

„Vor diesem Hintergrund gehen wir bis Jahresende 2018 von einem Rohölpreis von 82 US-Dollar je Barrel Brent mit einem Band von zwölf US-Dollar aus“, prognostiziert Büchner. Entsprechend erhalte auch der deutsche Grenzübergangspreis von Erdgas eine preisliche Unterstützung. Trotz guter Versorgungslage auf dem europäischen Markt dürfte diese aufgrund der teilweisen Koppelung an den Rohölpreis bis zum Jahresende um bis zu fünf Prozent zulegen können, heißt es bei der IKB. „Bis Ende 2018 sehen wir den Wechselkurs des US-Dollar zum Euro in einem Band um die Marke von 1,17 US-Dollar/Euro, wobei ein weiterer Zinsschritt der US-Notenbank eingepreist ist“, so Büchner abschließend.

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