28.10.2013 //

Industriemetalle stärker nachgefragt

Helaba Landesbank Hessen-Thüringen erwartet langfristig steigende Preise

Günstigere Konjunkturdaten aus den USA und China sowie der anhaltende Rohstoffhunger in den aufstrebenden Schwellenländern könnten die Preise für Industriemetalle langfristig wieder steigen lassen. Das gilt insbesondere für NE-Metalle, geht aus dem aktuellen Rohstoffreport-Update der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen hervor. Während die Analysten der Frankfurter Geschäftsbank für das vierte Quartal 2013 noch von sinkenden Preisen für Aluminium, Blei, Nickel und Zink ausgehen, rechnen sie im ersten Halbjahr 2014 mit deutlich anziehenden Notierungen. Eine Ausnahme bilde lediglich Kupfer, das aktuell rund 7.200 US-Dollar je Tonne kostet und bis Jahresende die Marke von 7.300 US-Dollar erreichen könnte. Ende des zweiten Quartals 2014 halten die Helaba-Rohstoffexperten sogar einen Peak von 7.500 US-Dollar für denkbar.

Die aktuelle Bewertung der Rohstoffmärkte fällt dagegen gemischter aus. „Während das makroökonomische Umfeld den Rohstoffen weiterhin eher leichten Rückenwind geben dürfte, sind die Marktverhältnisse in den meisten Segmenten durch ein strukturell hohes Angebot gekennzeichnet. Bei Mineralölprodukten überlagerten Lieferunterbrechungen infolge politischer Instabilitäten zwar vermutlich vorerst die fundamentale Situation. Unsicherheit bestehe andererseits hinsichtlich der Nachfrage aus diversen nicht mehr so stark wachsenden Schwellenländern“, schreibt Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin und Leiterin Research der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, Frankfurt, im Exklusiv-Vorwort für den aktuellen BME-Preisspiegel Rohstoffe (4. Quartal 2013). Bei Metallen komme hinzu, dass sich institutionelle Anleger eher weiter aus Engagements zurückziehen werden. Traud: „Die Lethargie an den Rohstoffmärkten mag zwar noch eine Weile anhalten; durchweg deutlich niedrigere Notierungen als heute zum Jahresende 2014 passen aber eigentlich nicht ins Bild. Immerhin haben viele Commodities – abgesehen von den strategisch besonders relevanten Mineralölprodukten – bereits markante Preisabschläge gegenüber 2011 aufzuweisen.“

Energierohstoffe: Im Energiesektor erwartet die Helaba in den kommenden Monaten eine heterogene Preisentwicklung. WTI-Rohöl dürfte sich von aktuell 97,1 US-Dollar je Barrel (159 Liter) bis Ende des Jahres auf 100 US-Dollar verteuern. Für das erste Quartal 2014 gehen die Helaba-Analysten von 99 US-Dollar aus. Im zweiten Quartal nächsten Jahres sei ein Preis von 98 US-Dollar denkbar. Rohöl der Sorte Brent dürfte den Angaben zufolge seine aktuelle Position von 107,6 US-Dollar/Barrel nicht halten können. Die Helaba hält mit Blick auf die nächsten Monate eine Abwärtstendenz bis hin zur Marke von 103 US-Dollar für realistisch.

Edelmetalle: Bis auf die Krisenwährung Gold dürften die Preise für Silber und Platin in nächster Zeit stetig fallen. Für das gelbe Edelmetall, das aktuell 1.337,7 US-Dollar/oz kostet, erwarten die Helaba-Analysten bis Ende Juni nächsten Jahres einen Wert von 1.350 US-Dollar/oz. Silber könnte sich dagegen von derzeit 22,7 US-Dollar/oz auf 22,0 US-Dollar (Prognose für das zweite Quartal 2013) verbilligen; ähnlich Platin, das aktuell 1.443,3 USD-Dollar/oz kostet und langfristig bei 1.425 US-Dollar/oz gesehen wird.

Mehr Infos: Eine aktuelle Helaba-Tabelle mit Prognosen für ausgewählte Rohstoffgruppen steht für Sie auf dieser Webseite zum individuellen Download zur Verfügung.

 

Frank Rösch, BME Frankfurt
 

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