Innovation schafft Vorsprung: 2019

Der Deutsche Wetterdienst, Offenbach, und der Landkreis Schaumburg sind Sieger im Wettbewerb „Innovation schafft Vorsprung“ für öffentliche Auftraggeber. Der vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) initiierte Preis steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Verliehen wurde der Award auf dem „Tag der öffentlichen Auftraggeber“ vom Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Christian Hirte, und BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Silvius Grobosch. Im Rahmen der Veranstaltung treffen sich jährlich Fach- und Führungskräfte aus Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen sowie öffentlich-rechtliche Unternehmen zum Erfahrungs- und Informationsaustausch. 

Mit dem Preis „Innovation schafft Vorsprung“ werden beispielhafte Leistungen öffentlicher Auftraggeber bei der Beschaffung von Innovationen und der Gestaltung innovativer Beschaffungsprozesse ausgezeichnet. BMWi und BME treten gemeinsam für mehr Innovationen im öffentlichen Beschaffungswesen ein.

Preisträger Deutscher Wetterdienst (DWD) 

Der DWD ist als Bundesbehörde dem Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur zugeordnet und für die Erfüllung der meteorologischen Erfordernisse aller Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche in Deutschland zuständig. Zur Sicherung des Luftverkehrs werden an den Flughäfen standardisierte meteorologische Meldungen (METAR-Meldungen) ausgegeben. Dabei werden auch Daten über das Auftreten von festem Niederschlag (Hagel) benötigt.

Eine Marktuntersuchung ergab, dass alle bekannten, marktgängigen Sensoren und Detektoren für die Erfassung von Hagel auf der Verwendung einer geschlossenen Prallfläche basieren, die eine Unterscheidung von Hagel und starkem Regen nicht zulässt. Der DWD wollte die Prallfläche deshalb so modifizieren, dass bei der Wechselwirkung eines Hagelkorns mit der Fläche deutlich mehr Impuls übertragen wird als bei der Wechselwirkung mit einem Regentropfen. Nachdem die Entscheidung zur externen Entwicklung getroffen wurde, hat sich der DWD dafür entschieden, die Beschaffung als Innovationspartnerschaft in einem zweistufigen Verfahren durchzuführen.

Ergebnis: Eingereicht wurde ein Teilnahmeantrag, der die Eignungsprüfung mit 100 Prozent der möglichen Punkte bestand. In der Angebotsphase legte die Firma ein Erstangebot vor, das zu einer Leistungsbewertung von 80 Prozent führte. In der darauffolgenden Verhandlungsrunde wurden vor allem vertragliche und fachliche Aspekte des Angebotes erörtert, insbesondere über die Konstruktion des Prototyps.

Da der DWD mit den Ergebnissen der Verhandlung zufrieden war, wurde die Firma zur Abgabe des finalen Angebotes aufgefordert. Dieses Angebot erhielt in der fachlichen Bewertung anschließend 98,9 Prozent der möglichen Punkte, so dass der Sensor nun fast vollumfänglich die Anforderungen des DWD erfüllte.

Gleiches gilt für das wirtschaftliche Verhandlungsergebnis: Aufgrund der Hinweise, die der Bieter durch den DWD im Rahmen der Verhandlungen erhalten hatte, konnte der Preis der Seriengeräte um knapp zehn Prozent gesenkt werden, parallel zur Verbesserung der Leistung. Da das geplante Kostenniveau aus der Markterkundung sogar unterboten wurde, wurde der Zuschlag erteilt. 

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Preisträger Landkreis Schaumburg 

Der Landkreis Schaumburg verfügt über 100 Liegenschaften, darunter große Stromverbraucher. Das Thema Energieeinsparung steht deshalb seit vielen Jahren im Fokus. Dabei setzen die Verantwortlichen auch auf den Einsatz von Spannungsstabilisatoren.

Der Grund dafür ist, dass Energieversorger europaweit durch die zunehmende Einspeisung von Strom aus alternativen Energieanlagen eine höhere Spannung liefern, als tatsächlich benötigt wird. Problematisch ist dabei, dass die am Verbraucher anliegende Spannung von 400 Volt im Drehstromnetz bzw. 230 Volt im Wechselstromnetz Schwankung von bis zu zehn Prozent unterliegen darf. Da die elektrischen Betriebsmittel so ausgelegt sind, dass sie ihre Nennwerte bei minimal zulässiger Spannung erreichen müssen, ist eine Stabilisierung der anliegenden Spannung nach unten möglich.

Der Spannungsstabilisator nutzt diese Möglichkeit und hält die Spannung konstant auf zirka  215 Volt. Ein weiterer Vorteil ist – neben der CO²-Einsparung – die Schonung der elektrischen Betriebsmittel und die damit verbundene Verringerung der Wartungskosten.

Der Landkreis hat in einem Pilotprojekt eine Spannungsstabilisierungsanlage am Standort Bad Nenndorf installiert. Durch diese wird seitdem jährlich etwa so viel Strom eingespart, wie 17 Einfamilienhäuser im gleichen Zeitraum verbrauchen. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung der Anlage ergab eine Amortisationszeit von zirka drei Jahren.

Inzwischen hat der Landkreis Schaumburg in zwölf Liegenschaften Spannungsstabilisierungs-anlagen installiert. Dabei wurde in den einzelnen Anlagen eine durchschnittliche Stromeinsparung von jährlich acht Prozent und damit eine monetäre Einsparung von rund 56.000 Euro pro Jahr erreicht.

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Ansprechpartner

Bild von Bianka Blankenberg
Bianka Blankenberg Pressereferentin
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