Iran-Krise: BME befürchtet weitere Belastung internationaler Wirtschaftsbeziehungen

Hauptgeschäftsführer Dr. Silvius Grobosch: „Angesichts der Unsicherheit über die künftigen Geschäftsbeziehungen mit dem Iran sollten Einkauf und Supply Management die Risiken neu bewerten und Lösungen erarbeiten, um mögliche negative Auswirkungen zu begrenzen.“

Botschaft mit Donnerhall: US-Präsident Donald Trump hat das internationale Atomabkommen mit dem Iran gekündigt. Foto: pixabay.com Botschaft mit Donnerhall: US-Präsident Donald Trump hat das internationale Atomabkommen mit dem Iran gekündigt. Foto: pixabay.com

Die jüngste Entscheidung der USA, sich aus dem Iran-Atomabkommen zurückzuziehen, dürfte zu einer weiteren Belastung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen führen“, sagte BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Silvius Grobosch am Montag in einer ersten Reaktion. Der jetzt angekündigte Rückzug der US-Regierung könnte das Aus für die schrittweise Marktöffnung des Irans bedeuten, die insbesondere deutschen Unternehmen nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen neue Geschäftschancen eröffnet habe.

„Im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung sind die internationalen Lieferketten auf offene Grenzen sowie verlässliche rechtliche und politische Rahmenbedingungen angewiesen. Unser Einkäuferverband setzt sich seit langem für die Liberalisierung des Welthandels ein und wird dies auch künftig tun“, fügte Grobosch hinzu.

Zur Ankündigung des neuen US-Botschafters in Berlin, Richard Grenell, wonach deutsche Firmen im Iran ihre dortigen Aktivitäten sofort herunterfahren sollen, sagte der BME-Hauptgeschäftsführer, diese sei häufig nur längerfristig umsetzbar, da Liefer- und Abnahmeverpflichtungen aus bestehenden Verträgen zunächst zu erfüllen sind.

Die Unsicherheit über die zukünftigen Geschäftsbeziehungen mit dem Iran führte in den vergangenen Tagen bereits zu einem weiteren Anstieg des Ölpreises. „Dies wiederum hat direkte Auswirkungen für die Unternehmen, die ihren Ölpreis nicht absichern konnten. Einkauf und Supply Management sind deshalb gefordert, die Risiken neu zu bewerten und Lösungen zu erarbeiten, um mögliche negative Auswirkungen zu begrenzen“, so Grobosch abschließend.

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