IW-Verbandsumfrage: Weniger Optimismus

Die konjunkturellen Aussichten für das Jahr 2019 werden zurückhaltender beurteilt. Zehn von 48 Verbänden rechnen bei ihren Mitgliedern mit geringeren Umsätzen. Weiter steigen dürften dagegen die Beschäftigtenzahlen.

Die Digitalisierung bedingt hohe Investitionen, die Nachfrage nach Fachkräften bleibt lebhaft: 2019 wird ein herausforderndes Jahr für die deutsche Wirtschaft. Foto: Pixabay

Mit Blick auf 2019 trübt sich die Zuversicht ein. Nur noch sieben von 48 Verbänden erwarten eine bessere Wirtschaftslage im Vergleich zum Vorjahr. Beim Jahreswechsel 2017/2018 hatten noch 26 Verbände mit rosigeren Aussichten gerechnet. 21 Verbände gehen von einer Verschlechterung aus (Vorjahr: zwei Verbände), so das Ergebnis der Verbandsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Zur Jahreswende befragt das IW regelmäßig 48 Verbände.

Als Gründe führt das Wirtschaftsforschungsinstitut eine nachlassende Weltkonjunktur, den ungeordneten Brexit und die US-Politik an. Negative Signale senden in erster Linie Banken, Leasingunternehmen und der Deutsche Bauernverband. Positive Erwartungen haben dagegen die Bauwirtschaft und konsumnahe Branchen wie das Gastgewerbe. Die Investitionstätigkeiten dürften anziehen. 22 Branchen wollen mehr investieren, nur fünf weniger. „Die digitale Transformation ist ein langfristiger Prozess, der permanente Investitionen voraussetzt“, erklärt IW-Direktor Prof. Michael Hüther. Insbesondere die Autoindustrie stehe durch Digitalisierung und Elektromobilität unter einem enormen Anpassungsdruck.

Die Beschäftigung dürfte auch 2019 weiter wachsen. 18 Verbände gehen von steigenden Mitarbeiterzahlen bei ihren Mitgliedern aus, nur acht befürchten Entlassungen oder keine Stellenneubesetzungen. IW-Konjunkturexperte Prof. Michael Grömling prognostiziert einen neuen Beschäftigungsrekord 2019, kritisiert allerdings, dass investitionsfreundliche Signale in der Steuer-, Umwelt- und Energiepolitik fehlen.

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