Konjunkturerwartungen für China kräftig gestiegen

ZEW und Fudan Universität (Shanghai) veröffentlichen aktuelle Ergebnisse ihrer April-Umfrage, die Hoffnung für die weitere Zukunft der größten Volkswirtschaft Asiens machen

Wenn die Konjunktur in China wieder Fuß fasst, könnte davon auch die Weltwirtschaft profitieren. Foto: Jacqueline Macou/pixabay.com Wenn die Konjunktur in China wieder Fuß fasst, könnte davon auch die Weltwirtschaft profitieren. Foto: Jacqueline Macou/pixabay.com

Nach den schweren wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für die Volksrepublik China scheint sich nun eine Besserung abzuzeichnen. In der aktuellen April-Umfrage (15.04.–22.04.2020) von ZEW und Fudan Universität (Shanghai) legen die Konjunkturerwartungen für die größte Volkswirtschaft Asiens kräftig zu. Der CEP-Indikator, der auf Basis des China Economic Panel (CEP) erhoben wird und die Konjunkturerwartungen internationaler Finanzmarktexperten für das Reich der Mitte auf Sicht von zwölf Monaten wiedergibt, liegt aktuell bei 36,5 Punkten und damit um 25,4 Punkte höher als im Vormonat (März 2020: 11,1 Punkte), teilte das ZEW (Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim) mit.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage präsentiere sich vorerst jedoch noch schwach. So sei der Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in China im ersten Quartal 2020 mit minus 6,8 Prozent außerordentlich stark gewesen und war in dieser Größenordnung von den Experten nicht erwartet worden. Die monatliche CEP-Erhebung unter internationalen Finanzmarktexperten führen das ZEW Mannheim und die Fudan Universität (Shanghai) gemeinsam durch.

Für das zweite Quartal 2020 liegen die BIP-Prognosen der befragten Experten bei nur noch 2,0 Prozent; zuvor seien es noch 4,2 Prozent gewesen. „Diese Zurücknahme bei den BIP-Prognosen ist auf die überraschend schlechte Entwicklung im ersten Quartal zurückzuführen. Im dritten Quartal soll die Wirtschaftsleistung Chinas dann allerdings wieder um 4,2 Prozent zunehmen“, sagt Dr. Michael Schröder, Senior Researcher im ZEW-Forschungsbereich „Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement“ und Projektleiter der CEP-Erhebung.

Für das gesamte Jahr prognostizieren die Experten nur noch ein Wachstum des realen BIP von 3,4 Prozent. Zum Vergleich: im Vormonat gingen sie noch von 4,3 Prozent aus. Auch die Wachstumsprognosen für 2021 wurden reduziert und betragen aktuell 5,1 Prozent – das ist ein Schwund von 0,4 Prozentpunkten im Vergleich zu den Prognosen des Vormonats.

Auffällig sei, dass sich die positiven Erwartungen auf Branchenebene nur teilweise widerspiegeln. So gingen die Einschätzungen zu wichtigen Industriebereichen (Chemie/Pharma, Elektro, Maschinenbau und IT) weiter zurück. Deutlich bessere Erwartungen ergaben sich lediglich für die Automobilbranche, Konsum/Handel sowie die Baubranche.

„Es bleibt abzuwarten, wie stark die wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die vor allem im Bereich der Geldpolitik liegen, zur Steigerung des Wirtschaftswachstums beitragen können“, so Schröder abschließend.

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