17.12.2019 //

Konjunkturerwartungen für China sinken

Eine Umfrage vom ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und der Fudan Universität (Shanghai) drückt die wachsende Besorgnis über die weitere ökonomische Entwicklung der größten Volkswirtschaft Asiens aus.

Nach ZEW-Einschätzung zeigen sich die anhaltenden Proteste in Hongkong gegen die chinesische Regierung inzwischen deutlich in den regionalen Konjunkturerwartungen. Foto: pixabay.com Nach ZEW-Einschätzung zeigen sich die anhaltenden Proteste in Hongkong gegen die chinesische Regierung inzwischen deutlich in den regionalen Konjunkturerwartungen. Foto: pixabay.com

Die Konjunkturerwartungen für China sind gesunken. Der CEP-Indikator, der auf Basis des China Economic Panel (CEP) erhoben wird und die Konjunkturerwartungen internationaler Finanzmarktexperten für China auf Sicht von zwölf Monaten wiedergibt, sank um 5,0 Punkte im Vergleich zum Vormonat, geht aus der Dezember-Umfrage des ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und der Fudan Universität (Shanghai) hervor. Er notiert aktuell bei einem neuen Wert von minus 8,9 Punkten (November 2019: minus 3,9 Punkte), heißt es in einer aktuellen ZEW-Pressemitteilung.

Die Punktprognosen für das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) seien ebenfalls reduziert worden. Für das laufende Jahr rutsche die aktuelle Prognose mit 5,9 Prozent sogar leicht unter die Sechs-Prozent-Marke. Im Vormonat lag sie noch bei 6,1 Prozent. Für 2020 geht die BIP-Prognose von 5,8 Prozent im Vormonat auf jetzt 5,5 Prozent zurück. „Dies ist ein sehr markanter Rückgang und drückt die wachsende Besorgnis über die weitere Wirtschaftsentwicklung Chinas aus“, sagt Dr. Michael Schröder, Senior Researcher im Forschungsbereich „Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement“ am ZEW Mannheim und Projektleiter der CEP-Erhebung.

Auffallend sei in der aktuellen Umfrage, dass die Indikatoren für Staatskonsum sowie für die Inlands- und Auslandsverschuldung deutlich steigen. „Dies drückt die Erwartung aus, dass die chinesische Regierung ihre aktive Konjunkturpolitik weiter verstärkt und dafür die Staatsausgaben erheblich erhöht“, so Schröder.

Die weiterhin anhaltenden Proteste in Hongkong gegen die chinesische Regierung zeigten sich inzwischen deutlich in den regionalen Konjunkturerwartungen. Der entsprechende Indikator für Hongkong ging laut ZEW-Angaben um 23,4 Punkte auf einen Wert von minus 21,8 Punkten zurück. Gleichzeitig werde auch ein starker Effekt auf die Hongkonger Immobilienpreise erwartet. Dieser Indikator liege mit aktuell minus 30,5 Punkten auf einem sehr niedrigen Niveau und weise auf nachhaltige negative Wirkungen auf die Wirtschaft Hongkongs hin.

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