Manager sorgen sich vor weiter wachsender Wirtschaftskriminalität

Eine Umfrage von Kroll zeigt: Eine Trendwende bei Korruption und Bestechung ist nicht in Sicht. Hauptgrund ist die zunehmende Globalisierung.

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Beim Kampf gegen Korruption und Bestechung machen die Compliance-Verantwortlichen in den weltweiten Unternehmen keine strategischen Fortschritte. Die meisten Risiken sind zwar nicht weiter angestiegen, wie eine aktuelle Studie des US-Anbieters von Risikomanagement-Lösungen Kroll und dem Fachblatt "Compliance Week" zeigt. "Die schlechte Nachricht ist aber, dass die Antworten immer noch ein frustrierendes Bild zeichnen", heißt es in der Zusammenfassung des "Anti-Bribery and Corruption Benchmarking Report". 250 Compliance-Verantwortliche nahmen weltweit an der Umfrage teil.

Wie Kroll ermittelte, geht die Hälfte der Befragten noch immer davon aus, dass Bestechung und Korruption im kommenden Jahr weiter zunehmen werden. Der Hauptgrund dafür wird in den zunehmenden weltweiten Vernetzung gesehen: etwa dem Einstieg in neue Märkte, aber auch die vermehrte Zusammenarbeit mit Partnern aus anderen Ländern. Während gut ein Drittel daran glaubt, dass sich die Risiken auf dem aktuellen Niveau halten werden, sind es nur wenige, die der Wirtschaftskriminalität eine rückläufige Tendenz zutrauen.

Mangel an Trainingsbereitschaft

Laut Kroll gibt es derweil klare Anzeichen dafür, warum die Geschäftsbeziehungen zu Dritten noch immer ein ernsthaftes Risiko sind. Fast die Hälfte der Befragten gab etwa zu, dass sie selbst keinerlei Schulungsmaßnahmen bei ihren Geschäftspartnern durchführen. Nur 27 Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie mindestens einmal im Jahr vor Ort ein Training durchführen. Besser schneiden die Unternehmen jedoch mit Blick auf Due-Diligence-Prüfungen ab, nur acht Prozent verzichten gänzlich darauf. Laut Kroll erscheint es so, als ob die meisten risikobasierte Faktoren bei der Entscheidung einsetzen, wieviel Sorgfalt bei bestimmten Geschäftspartnern von Nöten ist.

"Viele Daten legen nahe, dass es einen wachsenden Konsens über die Risiken gibt, die von einem Compliance-Verantwortlichen zu überwachen sind", heißt es im Bericht weiter. Um die Auflagen für den Kampf gegen die Korruption zu erfüllen, benötige es eine bestimmte Reihe von gemeinsamen Maßnahmen und Praktiken. "Compliance bleibt deshalb eine große und komplizierte Aufgabe", so die Experten. Auch wenn die Automatisierung in diesem Gebiet voranschreite, zögen es viele immer noch vor, sich der Unterstützung durch Software und Lösungen zu entziehen.

BME hilft mit der Compliance-Initiative

Der BME als größter Einkäuferverband in Europa macht sich für das Thema Compliance mit einer eigenen Initiative stark. Die "BME-Compliance-Initiative" schafft einen internationalen und branchenübergreifenden Mindeststandard, der Unternehmen beim Aufbau und der Weiterentwicklung einer entsprechenden Unternehmenskultur unterstützt – branchenübergreifend und international. Der "Code of Conduct" stärkt Unternehmen und Lieferanten im internationalen Wettbewerb, bietet Kosteneinsparpotentiale und ein Mindestmaß an Sicherheit.

Mehr Infos:

Noreen Loepke
Leiterin Service Recht/Justiziarin
+49 69 30838-117
E-Mail: noreen.loepke(at)bme.de

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