17.12.2013 //

Maschinenbau erwartet 3,0 Prozent Wachstum

Branchenunternehmen setzen 2014 auf die etablierten Märkte

Foto: MAN Diesel, Turbo SE

Die deutschen Maschinenbauer erwarten 2014 ein Produktionsplus von drei Prozent. Der Produktionswert könnte die Rekordhöhe von 203 Milliarden Euro erreichen, teilte Reinhold Festge, Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) in Frankfurt mit. Der Schlüssel für das Wachstum der Branche liege in den etablierten Märkten, und hier vor allem in Europa. Die Euro-Zone habe die Rezession überwunden, die Frühindikatoren stimmten optimistisch. Das gelte auch für Deutschland. „Es ist unstrittig, dass in Deutschland wieder mehr investiert werden muss. Und zwar nicht nur in Straßen und Brücken, sondern eben auch in Maschinen und Anlagen, in Forschung und Entwicklung, in Bildung und Ausbildung. Denn nur so bleibt Deutschland auch künftig ein wichtiger, unverzichtbarer und damit erfolgreicher Bestandteil nationaler und globaler Wertschöpfungsketten“, betonte Festge. Die klassischen Industrieländer spielten im kommenden Jahr wieder eine wichtigere Rolle im Erholungsprozess. Die Entwicklungs- und Schwellenländer würden zwar weiter vergleichsweise höhere Zuwachsraten beim Bruttoinlandsprodukt aufweisen. Teils massive strukturelle Probleme beschränkten aber deren wirtschaftliche Expansion. Daher erwarten die VDMA-Volkswirte von diesen Ländern nur einen begrenzten Wachstumsbeitrag. Das gelte auch für China. Der bewusst von der neuen chinesischen Führung herbeigeführte strukturelle Wandel der chinesischen Wirtschaft koste Wachstumsdynamik. „Was nicht heißen soll, dass unsere Industrie in China ohne Chancen ist. Die chinesischen Bemühungen um Qualitäts- und Produktivitätssteigerungen bergen gerade für unsere Produkte große Absatzpotenziale“, so der VDMA-Präsident.

Exporte verfehlten 2013 Vorjahresniveau. In den ersten neun Monaten des Jahres verfehlten die Exporte mit 111,5 Milliarden Euro ihr Vorjahresniveau preisbereinigt um 2,6 Prozent. Das entspricht einem nominalen Rückgang in Höhe von 1,5 Prozent. „In allen großen Absatzregionen, von Asien bis Australien, mussten wir Einbußen hinnehmen. Nur in den Regionen Afrika (plus 17 Prozent) und Mittelamerika (plus acht Prozent) konnte die Maschinenbauindustrie nennenswerte Zuwächse erzielen. Vergleichsweise gut verliefen auch die Geschäfte im ‚Sonstigen Europa‘ (+ 0,1 Prozent)“, informierte Festge . Speziell im Maschinenhandel mit China fiel das Minus mit vier Prozent zwar gemessen am Vorjahr noch moderat aus. In absoluten Zahlen seien die Einbußen im größten Exportmarkt dennoch schmerzhaft. Doch es könne sich das Vorzeichen schon bald wieder ändern, so die VDMA-Volkswirte. Denn die Kurve der deutschen Maschinenexporte nach China weise seit Ende 2012 wieder leicht bergauf. Das Gleiche gelte für die USA, den zweitgrößten Exportmarkt der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer.

Bilanz für 2013 weist Stagnation aus. Die Hoffnung auf ein – wenn auch kleines – Wachstum musste die deutsche Maschinenbauindustrie im Sommer 2013 zwar begraben. Die im Sommer auf minus ein Prozent revidierte Produktionsprognose kann jedoch bestätigt werden. „In der nominalen Betrachtung läuft die Bilanz des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus für 2013 auf eine Stagnation hinaus. Die Produktion dürfte mit einem Volumen von 195 Milliarden Euro ziemlich genau auf Vorjahresniveau liegen. Gleiches gilt für den Umsatz mit einem Wert von ungefähr 207 Milliarden Euro“, so Festge weiter. Bei der Zahl der Beschäftigten könne die Branche dagegen ein Plus vermelden. Gerechnet werde mit rund 988.000 Personen zur Jahreswende. Das wären 10.000 Beschäftigte als im Dezember 2012. Für 2014 rechnen die VDMA-Volkswirte mit einem weiteren moderaten Zuwachs in der Größenordnung von 2.000 bis 5.000 Mitarbeitern.

 

Autor: Frank Rösch, BME
 

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