09.09.2019 //

Mehr Kontrollen bei A1-Bescheinigungen für Dienstreisen

Wer als Geschäftsreisender oder Einkäufer ins europäische Ausland reist und keine A1-Bescheinigung vorlegen kann, läuft Gefahr, ein Bußgeld zu zahlen. Selbst auf Tagungen wird inzwischen kontrolliert.

Foto: Pixabay

Obwohl die EU-Kommission die Pflicht zur Ausstellung einer A1-Bescheinigung abschaffen will, berichten betroffene Geschäftsreisende über vermehrte Kontrollen in jüngster Zeit. Die A1-Bescheinigung soll sicherstellen, dass im EU-Ausland tätige Arbeitnehmer in ihrem Heimatland sozialversichert sind. Sozialbetrug soll damit vorgebeugt werden. Betroffen von der Pflicht, diese Bescheinigung vorzulegen, sind jedoch auch Geschäftsreisende oder Einkäufer, die lediglich zu Messen, Tagungen oder Kongresse ins europäische Ausland reisen. Selbst Reisen zu Besprechungen in EU-Länder fallen darunter.

Zwar gilt diese Regelung bereits seit 2010, kontrolliert wird sie jedoch in verschärfter Form erst in den vergangenen zwei Jahren, wie verschiedene Experten berichten. Es drohen neben einem Bußgeld auch ein doppelter Beitrag zur Sozialversicherung. Neben den EU-Ländern gilt sie auch für Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz. Der Beschluss der EU-Kommission zur Abschaffung der A1-Bescheinigung muss noch von EU-Parlament und EU-Rat bestätigt werden. Kürzlich wurde die entsprechende Entscheidung jedoch vertagt. „Das Ganze ist ein echtes Bürokratiemonster“, kritisiert Wieland Loh, Geschäftsführer von Kunststofftechnik Jantsch. Kontrolleure würden mittlerweile direkt auf dem Gelände von Messen und Tagungen kontrollieren und ein entsprechendes Bußgeld kassieren.

Weiterempfehlen

Weitere Meldungen zu: