14.11.2018 //

Meyer Werft gewinnt den BME-Innovationspreis 2018

Mit einem ganzheitlich umgesetzten Erfolgskonzept hat das Schiffsbauunternehmen die Jury überzeugt. Verliehen wurde der Preis am Mittwoch während des Vormittagsplenums auf dem 53. BME-Symposium Einkauf und Logistik.

Die Gewinner des diesjährigen Innovationspreises Dominik Sandmann, Leiter Einkauf, Meyer Turku (2.v.l.); Claus Lübbers, CPO und Mitglied der Geschäftsleitung, Meyer Werft (3.v.l.); Holger Menssen, Leiter Lieferantenmanagement, Meyer Werft (2.v.r.) neben dem Hauptgeschäftsführer des BME, Dr. Silvius Grobosch (links außen) sowie Dr. Michael Nießen, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes (rechts außen). Foto: Tanja Marotzke/Peter-Paul Weiler/BME e.V.

Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) hat die Meyer Werft mit dem BME-Innovationspreis 2018 ausgezeichnet. Die Verleihung fand am Mittwoch (14. November) während des Vormittagsplenums des 53. BME-Symposiums Einkauf und Logistik in Berlin statt. Auf Europas größtem Kongress für Einkauf, Logistik und Supply Chain Management diskutieren bis Freitag (16. November) knapp 2.000 Experten unter dem Veranstaltungsmotto „Transformation jetzt!“ über aktuelle und künftige Beschaffungsstrategien.

Die MEYER WERFT baut Kreuzfahrtschiffe für den internationalen Markt mit einem Beschaffungsanteil von mehr als 75 Prozent. Mehr als 15 Millionen Einzelteile werden pro Schiff verbaut – 800 Lieferanten und Dienstleister müssen pro Neubau koordiniert werden. Ein zuverlässiger und eng vernetzter Lieferantenstamm ist dabei die Grundvoraussetzung für die langfristige Standortsicherung der familiengeführten Werft und ein erfolgreiches Agieren auf dem Markt. Das niedersächsische Unternehmen beschäftigt 3.450 Mitarbeiter. Es erhält den diesjährigen BME-Innovationspreis für sein risikoorientiertes Lieferantenmanagementkonzept.

Anlass für die Konzeption und Umsetzung eines neuen Lieferantenmanagementkonzeptes ist die massive Steigerung der Ausbringungsmenge der Werftengruppe, die sowohl auf der Erhöhung der Anzahl jährlicher Schiffsablieferungen als auch auf den steigenden Schiffsgrößen beruht. Hinzu kommt die zunehmende Komplexität der Neubauten wie etwa dem LNG-Antrieb oder auch innovativen Entertainmentneuheiten, welche eine intensive Partnerschaft mit den Lieferanten über alle Realisierungsphasen erfordern. Gleiches gilt in Bezug auf das langfristige Auftragsbuch mit einer Reichweite bis in das Jahr 2023, welches neben der erfreulichen langfristigen Auslastung auch Risiken hinsichtlich einer langfristigen Versorgungssicherheit und den zukünftigen Baukosten aufweist.

Das Lieferantenmanagementkonzept wurde daher unter Einbindung aller Schnittstellen der mit den Lieferanten in Kontakt stehenden Abteilungen aufgestellt. Erstmals erfolgte dabei ein komplett risikoorientierter Ansatz, so dass in allen Zusammenarbeitsphasen mit dem Lieferantenstamm risikoabwendende Maßnahmendefinitionen erfolgen können – sowohl auf operativer Ebene als auch strategisch abhängig von den Beschaffungsmärkten. Ausgehend vom bestehenden Lieferantenmanagement wurde Anfang 2017 systematisch mit einer Neukonzeption begonnen. Ein eigens dafür geschaffener Fachbereich – direkt an die Geschäftsleitung im Einkauf angesiedelt – koordiniert dabei die Umsetzung des Konzeptes. Seit dem Frühjahr 2018 erfolgt die gruppenweite Implementierung des Gesamtkonzepts.

Klaus Lübbers, Chief Procurement Officer und Executive Board Member der MEYER WERFT: „Unser Lieferantennetzwerk verantwortet 75 Prozent des Wertschöpfungsanteils unserer Projekte. Durch die Neuausrichtung unseres risikoorientierten Lieferantenmanagements binden wir dieses Netzwerk stärker ein und optimieren gemeinsam unsere Performance.“

Dr. Michael Nießen, Mitglied des geschäftsführenden BME-Bundesvorstandes und Jury-Sprecher: „Die MEYER WERFT muss signifikante Herausforderungen nahezu zeitgleich managen, und dass nicht nur im Rahmen der angestammten Aufgaben. Für jedes Schiff wird ein Wow-Effekt erwartet, als eine eigene Pionierleistung. Da die Preis- und Termintreue im besonderen Maße über Erfolg und Misserfolg eines Projektes entscheidet, bedarf es hier nicht nur einer sorgfältigen Planung der einzelnen Projektschritte, sondern es müssen Alternativszenarien vorgehalten werden. Denn auf engstem Raum arbeiten 800 Lieferanten, die sich nicht nur eng abstimmen, sondern immer wieder Ideen entwickeln müssen, um Preise und Termine zu halten. Hier hat sich die MEYER WERFT risikoorientiert aufgestellt. ‚Takten-Ziehen-Fließen‘ ist das Leitprinzip und statt Einsparungsdiskussionen stehen Kostenstrukturanalysen im Vordergrund. Dieses ganzheitlich umgesetzte innovative Erfolgskonzept hat die Jury davon überzeugt, der MEYER WERFT den BME-Innovationspreis 2018 zu verleihen.“

Impressionen vom 53. Symposium Einkauf und Logistik in der Bildergalerie

Zum BME-Innovationspreis:

Mit dem BME-Innovationspreis zeichnet der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) seit 1986 erfolgreiches, innovatives Einkaufs- und Logistikmanagement aus. Aus dem Kreis der konzepteinreichenden Unternehmen hatte die Jury im September 2018 die Meyer Werft, die Bertelsmann SE & Co. KGaA und Hansgrohe SE für die zweite Runde nominiert. Dank ihres überzeugenden Konzeptes ging die Meyer Werft im Final-Ausscheid als Sieger hervor. Der Gewinner wird traditionell auf dem BME-Symposium Einkauf und Logistik in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.

Weitere Infos:

Frank Rösch
Leiter Presse und Kommunikation
Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME)
Frankfurter Straße 27
D-65760 Eschborn
Tel.: 0 61 96/58 28-155
Mobil: 01 63/308 38 00
E-Mail: frank.roesch(at)bme.de
Internet: www.bme.de

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