12.12.2017 //

„Nachhaltige und soziale Rohstoffbeschaffung“

Wolfsburger Automobilbauer Volkswagen verschärft seine Unternehmensleitlinie und fordert auch von seinen Lieferanten noch mehr Transparenz in der Rohstoffbeschaffung.

Foto: Volkswagen AG Foto: Volkswagen AG

Der Volkswagen-Konzern diskutiert aktuell intensiv mit seinen Zulieferern, wie die Nachhaltigkeit in der Lieferkette vor allem bei Rohstoffen für Elektrofahrzeuge verbessert werden kann. Konkret geht es darum, umweltfreundliche Fahrzeuge auf die Straße zu bringen, die entlang der gesamten Lieferkette unter Einhaltung der Menschenrechte sowie der Umwelt- und Sozialstandards produziert werden. Das fängt bei der Rohstoffversorgung an und hört beim Produkt auf, heißt es in einer Pressemitteilung der Volkswagen AG, Wolfsburg.  Deshalb habe der Volkswagen-Konzern seine Unternehmensleitlinie verschärft und fordere auch von seinen Lieferanten noch mehr Transparenz in der Rohstoffbeschaffung.

Dr. Francisco Javier Garcia Sanz, Konzernvorstand für den Geschäftsbereich Beschaffung, sagte: „Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung fangen bei uns nicht erst in der Produktion an, sondern bereits bei der Rohstoffversorgung.  Daher beschränken wir unsere Aktivitäten nicht nur auf uns selbst und unsere direkten Lieferanten, sondern diskutieren intensiv mit allen Beteiligten entlang der kompletten Wertschöpfungskette. Nur gemeinsam mit unseren Industriepartnern können wir Missstände beheben. Transparenz ist dabei die Grundvoraussetzung."

Die Automobilindustrie befinde sich in einem radikalen Wandel. Die E-Mobilität werde eine der dominierenden Antriebsformen in der Zukunft sein. Das stelle die Hersteller vor gewaltige technologische und infrastrukturelle Herausforderungen. Gleichzeitig benötige dieser Wandel auch zusätzliche Anstrengungen von allen Beteiligten um Menschenrechte, soziale Standards und damit eine nachhaltige Rohstoffkette zu gewährleisten.

Der Volkswagen-Konzern habe nun einem weiteren Schritt die Unternehmensleitlinie zum Rohstoffbezug erweitert, um seinen weltweiten Lieferanten noch präzisere und strengere Regeln zu geben. Diese verlangten zu den bereits bestehenden Vorgaben wie Einhaltung von klar definierten Arbeits-, Umwelt- und Sicherheitsstandards sowie Menschenrechten, nun noch einmal explizit das strikte Verbot jeglicher Form von Kinder und Zwangsarbeit bei der Gewinnung der Rohstoffe wie zum Beispiel Kobalt und Glimmer.

„Wir erwarten von unseren Lieferanten deshalb auch maximale Transparenz und Information über die Einhaltung der vereinbarten Nachhaltigkeitsstandards. Wir werden Regelverletzungen und Missstände konsequent nachverfolgen", betonte Garcia Sanz und ergänzte: „Um es ganz klar zu sagen: „Wenn sich ein Lieferant oder sein Sublieferant nicht an diese Regeln hält und notwendige Maßnahmen einleitet, müssen wir uns im Zweifelsfall auch von einem Partner trennen."

Weitere Aktivitäten des Volkswagen-Konzerns umfassen laut eigenen Angaben unter anderem, mit branchenübergreifenden Industriepartnern in der Responsible Minerals Initiative (RMI) zusammen an Ansätzen einer Zertifizierung von Kobaltschmelzen zu arbeiten, um die Abbaubedingungen und die Herkunft des Rohmaterials für Batterien transparent zu machen. Als Mitglied der Global Battery Alliance des Weltwirtschaftsforums setze sich Volkswagen zusammen mit öffentlichen und privatwirtschaftlichen Partnern für die Sicherstellung der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit der in der Wertschöpfungskette von Batterierohstoffen an. Im Februar 2017 habe die Arbeitsgruppe „Drive Sustainability" mit sieben europäischen Automobilherstellern eine Initiative zu Rohmaterialien mit Nachhaltigkeitsrisiken gestartet. Dabei soll die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards in der Vorlieferkette geprüft werden. Die Lieferanten müssten ihre Schmelzen identifizieren und bestätigen, dass diese die Umwelt- und Sozialstandards einhalten.

Michael Bäcker, Leiter Beschaffung Elektrik /Elektronik im Volkswagen-Konzern, erläuterte: „Wir befinden uns im intensiven Austausch mit Unternehmen von der Mine bis zu unseren direkten Lieferanten. Wichtig sind uns gleiche Unternehmensziele, aber vor allem auch gleiche Unternehmenswerte: Transparenz, Compliance and Nachhaltigkeit müssen dabei von allen potentiellen Partnern getragen und umgesetzt werden. Dafür haben wir uns viel Zeit für individuelle Gespräche genommen, um mit allen Beteiligten das Thema auf Augenhöhe zu diskutieren und Lösungsansätze zu identifizieren. Die bisherigen Gespräche sind sehr konstruktiv verlaufen und stellen eine gute Ausgangslage für nächste Schritte dar."

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