09.06.2016 // Europa (Non-EU)

2. Balkan-Sourcing-Konferenz: „Einkauf kann Brücken bauen“

Fachveranstaltung in der IHK zu Dortmund endet mit Teilnehmerrekord! Über 45 deutsche Einkäufer knüpften neue Geschäftskontakte zu 125 ausgewählten Zulieferbetrieben aus der Westbalkan-Region.

Einkäufer von ThyssenKrupp Steel gehörten zu den deutschen Unternehmen, die an den B2B-Gesprächen mit Zulieferbetrieben aus der Westbalkan-Region teilnahmen. Foto: Frank Rösch/BME e.V. Einkäufer von ThyssenKrupp Steel gehörten zu den deutschen Unternehmen, die an den B2B-Gesprächen mit Zulieferbetrieben aus der Westbalkan-Region teilnahmen. Foto: Frank Rösch/BME e.V.

Die mehr als 400 Teilnehmer der 2. Balkan-Sourcing-Konferenz haben am Donnerstag in der IHK zu Dortmund ein positives Fazit gezogen. „Über 45 deutsche Einkäufer trafen sich mit 125 ausgewählten Lieferanten aus Bosnien-Herzegowina, Slowenien, Serbien, Kroatien, Mazedonien und Albanien“, informierte Olaf Holzgrefe, Leiter International Business Development & Affairs des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME). Zehn weitere deutsche Unternehmen nutzten die Chance, im Rahmen der Veranstaltung direkte Firmenkontakte aufzubauen. Insgesamt kamen mehr als 500 B2B-Gespräche zustande. Die zweite Balkan-Sourcing-Konferenz wurde von BME, BMWi, BMZ, GIZ sowie – stellvertretend für den DIHK – von der AHK Serbien und der IHK zu Dortmund organisiert; sie ist Teil der im August 2014 gestarteten „Einkaufsinitiative Westbalkan“.

„Bereits die Auftaktveranstaltung in München 2015 mit 22 deutschen Unternehmen und insgesamt 250 Teilnehmern war ein großer Erfolg. Ein Jahr später konnten wir jetzt in Dortmund bereits über 400 Teilnehmer begrüßen“, betonte der stellvertretende BME-Vorstandsvorsitzende Dr. Silvius Grobosch am Donnerstag in seiner Eröffnungsrede. „Die meisten von ihnen knüpften – wie schon im Vorjahr – nicht nur erste Geschäftskontakte, sondern vereinbarten auch konkrete Aufträge“, fügte Grobosch hinzu. Von Dortmund gehe ein klares Zeichen aus: Der Beschaffungsmarkt Balkan habe in den vergangenen Jahren für deutsche Einkäufer dank der Kostenvorteile und des guten technischen Niveaus seiner Lieferanten enorm an Bedeutung gewonnen. Grobosch: „Wir sind mit Verlauf und Ergebnis der erneut als Reverse Messe konzipierten Fachveranstaltung sehr zufrieden.“ Mit Blick auf die vom BME initiierte und von BMWi und DIHK mitgetragene „Einkaufsinitiative Westbalkan“ sagte Grobosch, sie zeige, dass „der Einkauf Brücken bauen kann“.

Der BME habe in den vergangenen Jahren gemeinsam mit den Auslandshandelskammern außerordentlich positive Erfahrungen bei der Zusammenführung deutscher Einkäufer mit südosteuropäischen Lieferanten gemacht. Mit der „Einkaufsinitiative Westbalkan“ stelle der Verband seinen Mitgliedern und Partnern eine nachhaltige Plattform zum Matchmaking und Networking mit ausländischen Geschäftspartnern zur Verfügung. Grobosch: „Damit leisten wir nicht nur einen konkreten Beitrag zur Völkerverständigung, sondern treten aktiv für offene Grenzen und freien Warenverkehr in Europa ein. Dies ist gleichzeitig Ausdruck der weiteren Internationalisierung unseres Verbandes.“

Neben dem Beschaffungsmarkt in der Westbalkan-Region richte der BME sein Augenmerk auch auf die Länder Mittel- und Osteuropas. Nach den beiden ersten Kongressen werde es in diesem Jahr wieder ein „CEE Procurement & Supply Forum“ geben. Die Fachtagung findet am 19. Oktober in Prag statt.

Abschließend verwies Grobosch darauf, dass es den Veranstaltern nicht darum gegangen sei, möglichst viele Unternehmen nach Dortmund einzuladen. Vielmehr wollten sie bereits im Vorfeld der 2. Balkan-Sourcing-Konferenz die leistungsstärksten Firmen herausfiltern, um erfolgreiche Geschäftsabschlüsse zwischen Einkäufern und Lieferanten zu ermöglichen.

Auch die IHK als regionaler Gastgeber zog ein positives Veranstaltungsfazit. „Unsere IHK ist Schwerpunktkammer für Serbien und unterhält sehr gute Kontakte zu den Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Politik auf dem Balkan. Insofern freuen wir uns außerordentlich, dass wir mit dieser Veranstaltung die Teilnehmerzahlen des Vorjahres deutlich übertroffen haben“, sagte Wulf-Christian Ehrich, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund. Für viele Unternehmen aus Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna sei die Westbalkan-Region in den vergangenen Jahren ein sehr attraktiver Markt mit vielfältigen Entwicklungschancen geworden. Der Erfolg der Konferenz spiegele die große Bedeutung der NRW-Außenwirtschaft wider. Ehrich: „Wir sind froh, mit den Landesgesellschaften NRW.INVEST und NRW.International starke Partner an unserer Seite zu haben.“

Der Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Hans-Joachim Fuchtel, hob im Vorfeld der 2. Balkan-Sourcing-Konferenz hervor, dass die Einkaufsinitiative eine ganz konkrete Unterstützung für die Unternehmen sei: „Neue Märkte zu finden ist gerade für kleinere Unternehmen schwierig. Wir bringen direkt die Anbieter vom Westbalkan mit potenziellen Kunden zusammen. Und wir fördern so innovative Unternehmen aus der Maschinen- und Automobilzulieferindustrie aus Südosteuropa in ihrem Wachstum und bei der Schaffung von Arbeitsplätzen für qualifizierte junge Menschen vor Ort.“

Die vom BME initiierte und vom BMZ finanzierte „Einkaufsinitiative Westbalkan“ soll Unternehmen des Westbalkans beim schnelleren Zugang zu den europäischen Absatzmärkten helfen. Das schafft laut BMZ-Angaben „Arbeitsplätze in der Region und Bleibeperspektiven für die immer noch von Armut und hoher Arbeitslosigkeit geprägte Region im Südwesten des Kontinents. Um den Menschen Hoffnung zu geben unterstützt das BMZ die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort darüber hinaus mit Beratung und günstigen Krediten für kleine und mittlere Unternehmen.“

Von der 2. Balkan-Sourcing-Konferenz in Dortmund berichtete Frank Rösch, BME.

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