16.04.2018 //

Rohstoffpreise ziehen an

Der 12-Monats-Ausblick des BME-Preisspiegels Rohstoffe prognostiziert, dass mit höheren Preisen zu rechnen ist. Nur für Zinn und Rohöl erwarten die Experten keine Preissteigerungen.

Abbau von Kupfer in den USA. Foto: Rio Tinto

Das Jahr 2017 war am Rohstoff- und Währungssektor von einem inflatorischen Haupttrend geprägt. „Von insgesamt 27 Basiswerten notierten lediglich vier Basiswerte im Minus. Strom, Palladium, Kohle, Molybdän und CO2 stiegen um mehr als 30 Prozent und bis auf wenige Ausnahmen notierte der gesamte Industrie- und Primärenergiesektor im Plus“, sagt Andreas Hermann, Leiter Benchmark Services BMEnet. Relativ stark präsentierte sich auch die europäische Leitwährung, die 2017 die krisenbedingen Verluste der Vorjahre teilweise wettmachen und gegenüber allen hier dargestellten Referenzwährungen an Boden gewinnen konnte.

„Der zyklische Rückenwind für Rohstoffe wird allerdings im weiteren Jahresverlauf eher nachlassen“, prognostiziert Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba, im Editorial der aktuellen Ausgabe des BME-Preisspiegels Rohstoffe 1/2018. Die zuletzt noch recht zuversichtlichen Finanzinvestoren dürften wieder defensiver werden, zumal vom US-Dollar auch keine stärkeren positiven Impulse mehr zu erwarten seien, so Traud. Bei den Notierungen der Primärmetalle, die 2017 die Spitzenreiter unter den Rohstoffen waren, mache sich eine nicht mehr so starke Investmentnachfrage bereits bemerkbar.

Rohstoffe sind makroökonomischen Einflüssen ausgesetzt

Dennoch rechnen die Experten von „InvestorWelt“, die die Daten für den BME-Preisspiegel Rohstoffe erheben und analysieren, auch bis zum Ende des Jahres 2018 großteils mit weiteren Preisanstiegen bei den Commodities. Lediglich bei Zinn stehen die Zeichen ebenso auf Stagnation wie bei Rohöl der Sorte Brent (Preisziel Ende 2018: 65 bis 70 Dollar pro Barrel). Unter den Währungen dürfte der Rubelkurs bis Jahresende stagnieren, so die Analyse. Ein Euro kostete am Jahresende 2017 69,7 Rubel und soll sich zu Jahresende 2018 zwischen 65 und 70 Rubel einpendeln. Mit einer Abwertung rechnen die Experten hingegen für den brasilianischen Real: Ein Euro, der zuletzt noch 3,88 Real Wert war, soll bis Ende 2018 auf 3,70 bis 3,80 fallen.

Es bleibt dabei: „Rohstoffe sind vorerst diversen Einflüssen aus dem makroökonomischen Umfeld ausgesetzt. Hierdurch bleiben sie relativ schwankungsanfällig“, sagt Gertrud Traud. Kurzfristige Erholungen oder gar Aufwärtsbewegungen gilt es für den Einkäufer mit Blick auf die instabile weltpolitische Lage somit immer kritisch im Blick zu behalten.

BME-Preisspiegel Rohstoffe

In kompakter übersichtlicher Form analysiert der BME im Preisspiegel Rohstoffe rund 30 der wichtigsten Industrie- und Edelmetalle sowie Energien und Währungspaare. Mit Blick auf die aktuelle Marktlage werden kurz- und langfristige Preisprognosen erstellt, die Einkäufer bei der Wahl der richtigen Beschaffungsstrategie und des günstigsten Einkaufszeitpunkts unterstützen.
Für den BME-Preisspiegel Rohstoffe 1/2018 wurden die Daten von „InvestorWelt“ erhoben, überprüft und analysiert. Die kurzfristigen Prognosen sind hauptsächlich Trendfolgeanalysen, die auf technischer Analyse (Charttechnik) basieren. Die langfristigen Prognosen (Sicht ein Jahr) basieren maßgeblich auf fundamentaler Analyse (Angebot-/Nachfragesituation) der Rohstoffe, gepaart mit einer Einschätzung der makroökonomischen Gesamtsituation der Wirtschaftsräume China, Europa und USA. Erscheinungsrhythmus quartalsweise,
Schutzgebühr 680 Euro, Jahresabo 1.480 Euro.
Infos: volkmar.klein@bme.de

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