29.01.2019 //

Schienengüterverkehr muss Herausforderungen meistern

Auf dem 12. BME-/VDV-Forum Schienengüterverkehr* in Berlin diskutieren Bahnexperten aus Politik und Wirtschaft am Dienstag und Mittwoch mit mehr als 230 Verladern und Dienstleistern über Möglichkeiten zur Wettbewerbssteigerung des Verkehrsträgers Schiene.

Hielten die Eröffnungsrede des 12. BME-/VDV-Forums Schienengüterverkehr in Berlin. Von links: BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Silvius Grobosch und Dr. Martin Henke, Geschäftsführer Eisenbahnverkehr im VDV. Foto: Tanja Marotzke/BME e.V. Hielten die Eröffnungsrede des 12. BME-/VDV-Forums Schienengüterverkehr in Berlin. Von links: BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Silvius Grobosch und Dr. Martin Henke, Geschäftsführer Eisenbahnverkehr im VDV. Foto: Tanja Marotzke/BME e.V.

„Die Schiene muss wettbewerbsfähiger werden. Der im Juni 2017 von der Bundesregierung vorgestellte Masterplan Schienengüterverkehr kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Erste positive Schritte wurden seitdem unternommen; allerdings bleibt weiterhin viel zu tun.“ Mit diesem gemeinsamen Statement eröffneten am Dienstagvormittag BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Silvius Grobosch und Dr. Martin Henke, Geschäftsführer Eisenbahnverkehr im VDV, das von beiden Verbänden bereits zum 12. Mal organisierte Forum Schienengüterverkehr in Berlin. 

„Wir haben positiv zur Kenntnis genommen, dass die Politik mit der Senkung der Trassenpreise, der Einberufung des „Zukunftsbündnis Schiene“, dem Inkrafttreten der Förderrichtlinie für mehr Energieeffizienz und der Inangriffnahme des Deutschland-Takts erste konkrete Maßnahmen für die dringend erforderliche Verkehrswende auf den Weg gebracht hat“, sagte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME). Auch die Eisenbahnbranche habe die Schiene im Wettbewerb zu anderen Verkehrsträgern gestärkt – besonders die Lärmsanierung der Güterwagen und die Digitalisierung der Wagenflotte seien deutlich vorangeschritten. Es herrsche Aufbruchsstimmung, und mit viel Engagement würden die nächsten Schritte geplant und realisiert. Dabei gebe es noch zahlreiche offene Fragen und jede Menge Gesprächs- bzw. Diskussionsstoff. Er sei sich sicher, so Grobosch weiter, dass das 12. BME-/VDV-Forum Schienengüterverkehr die richtigen Antworten darauf liefern werde. 

Darüber hinaus werde es auch auf dem 1. BME-Kongress „Nachhaltigkeit in der Beschaffung“ am 29. August in Frankfurt eine Schnittstelle zum Schienengüterverkehr geben In der Rhein-Main-Metropole diskutieren Experten aus Politik und Wirtschaft mit den Teilnehmern der Fachtagung u.a. darüber, welche Aufgaben sich aus dem Masterplan Schienengüterverkehr der Bundesregierung im Bereich der nachhaltigen Mobilität ergeben. 

Dr. Martin Henke, Geschäftsführer Eisenbahnverkehr im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV) erinnerte in seinem Statement an das von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Anfang Oktober 2018 gestartete „Zukunftsbündnis Schiene“; es sei ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung der Schiene gewesen. Erfreulich sei zudem, dass die drei Kernanliegen der acht Bahnverbände – Halbierung der Trassenpreise, Deutschlandtakt und Innovationsförderung – im Arbeitsprogramm des Zukunftsbündnisses konkret aufgegriffen werden. Der VDV werde sich in den verschiedenen Arbeitsgruppen aktiv engagieren, um die wesentlichen Maßnahmen für eine erfolgreiche Angebots- und Wettbewerbsverbesserung der Schiene voranzubringen. Zum Status quo des Masterplanes Schienengüterverkehr der Bundesregierung sagte Henke, dieser befinde sich gegenwärtig „in einer heißen Phase“. So habe die Umsetzung der ersten Infrastrukturprojekte zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrsträgers Schiene begonnen. 

Laut VDV-Angaben werden in Deutschland jährlich 600 Millionen Tonnen Güter auf der Schiene transportiert. Der Schienengüterverkehr (SGV) ersetzt damit an den Werktagen 77.000 Lkw. Dabei erzeugt er pro Tonne und Kilometer nur 23 Gramm CO2. Das sind rund 80 Prozent weniger, als bei entsprechenden Lkw-Fahrten entstehen würden. Insgesamt sind die Kohlenstoffdioxid-Emissionen im SGV seit dem Jahr 2000 trotz zunehmender Transportmengen um 26 Prozent gesunken.

Das 12. BME-/VDV-Forum Schienengüterverkehr wird am Mittwochmittag (30.01.) beendet. 

*Vom 12. BME-/VDV-Forum Schienengüterverkehr in Berlin berichtet Frank Rösch, BME.

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