04.10.2013 //

Schwellenländer enttäuschen Exportwirtschaft

Deutsche Industrie leidet unter niedriger Dynamik in den aufstrebenden Märkten

Christian Kruppa < Dr. Markus Kerber, Bild: BDI

Die deutschen Exporteure spüren den Gegenwind der schleppenden Weltkonjunktur. Vor allem die überraschend niedrige Dynamik in den Schwellenländern hat im bisherigen Jahresverlauf die Ausfuhren ausgebremst. „Angesichts des schwachen ersten Halbjahrs werden die Exporte in diesem Jahr unter den Erwartungen bleiben“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Markus Kerber, anlässlich der Vorstellung des neuen Außenwirtschafts-Reports in Berlin. Demnach sanken diese gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,6 Prozent.

„Besonders das Wachstum der Schwellenländer hat zuletzt enttäuscht“, folgerte Kerber aus der Tatsache, dass die dorthin gerichteten Ausfuhren im ersten Halbjahr lediglich um 0,2 Prozent gestiegen waren. Dort bestehe ein großer Nachholbedarf bei strukturellen Reformen, und außerdem litten die Staaten unter dem auslaufenden Rohstoffboom und der nur allmählich anziehende Nachfrage aus den Industrieländern. Deren Entwicklung macht der deutschen Industrie ebenso zu schaffen: In die Europäische Union gingen die Ausfuhren um 1,7 Prozent zurück, und in die Länder der Eurozone wurde sogar 2,9 Prozent weniger exportiert.

Dennoch gibt es aber auch positive Anzeichen aus der Industrie, weshalb der BDI ein Exportwachstum von 1,5 bis zwei Prozent im Gesamtjahr immer noch für möglich hält. „In den wesentlichen Exportbranchen stehen die Zeichen auf Wachstum“, so Kerber. Nach Angaben des Verbands hat sich die deutsche Automobilindustrie zuletzt in den Exportmärkten gut geschlagen. Außerdem rechne die Mehrzahl der Elektrounternehmen für die nächsten drei Monate mit guten Auslandsgeschäften, während die Chemieindustrie im Gesamtjahr eine insgesamt positive Entwicklung erwarte.

Timo Hausdorf, BME

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