Stefan Sommer wird VW-Vorstand für Beschaffung

Nachfolger für Garcia Sanz gefunden: Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der ZF Friedrichshafen AG übernimmt bei Volkswagen das Ressort Beschaffung und bekommt mehr Verantwortung.

Der ehemalige ZF-Vorstandsvorsitzende Stefan Sommer wird neuer Vorstand für Beschaffung im VW-Konzern. Fotos: Volkswagen

Prominenter Neuzugang in Wolfsburg: Stefan Sommer, 55, wird neues Vorstandsmitglied der Volkswagen AG, und zwar „mit Wirkung spätestens zum 1. Januar 2019“, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekanntgab. Ob er sein Amt möglicherweise schon früher antrete und wovon das abhänge, könne man derzeit nicht sagen, wie ein VW-Sprecher auf Nachfrage des BME mitteilte. Sommer wird damit Nachfolger von Francisco Javier Garcia Sanz, der das Unternehmen Mitte April auf eigenen Wunsch verlassen hatte. Kommissarisch leitet das Amt seitdem der Vorstand Beschaffung der Marke VW, Ralf Brandstätter.

Stefan Sommer war von Mai 2012 bis Ende 2017 Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG. Er legte dieses Amt kurz vor Weihnachten zurück. Damals gab es Spannungen zwischen dem ZF-Management und den Anteilseignern. Zuvor war der promovierte Maschinenbau-Ingenieur mit Schwerpunkt Automatisierung ab 2010 ZF-Vorstandsmitglied mit Verantwortung für das Ressort Materialwirtschaft. In dieser Zeit gewann das Unternehmen auch den BME-Innovationspreis für die Initiative „Das ZF-Jahr des Lieferanten“, ein ganzheitliches Kommunikations- und Strategiekonzept zur Neugestaltung von Beziehungen zwischen dem Unternehmen und seinen Lieferanten. Sommer hatte die Kampagne damals persönlich eröffnet.

Neuausrichtung der Komponentenfertigung

Bei VW wird sich Stefan Sommer künftig auch darum kümmern müssen, den Wandel des Unternehmens hin zum Anbieter von E-Mobilität voranzutreiben. Dafür wird sein Einflussbereich größer sein als der seines Vorgängers Garcia Sanz. Denn die Beschaffung und die Komponentenentwicklung und -fertigung sollen in Zukunft in einem Ressort gebündelt werden. Dies hatte das Unternehmen bereits im April im Zuge des Umbaus seiner Führungsstruktur bekanntgegeben.

Anfang Juli hatte der Konzern dann seine Pläne zur Neuausrichtung und Integration des Komponentenbereichs präzisiert. Die „Volkswagen Komponente“ mit weltweit 56 Werken und rund 80.000 Mitarbeitern versorgt künftig als eigenständige Geschäftseinheit die internen VW-Kunden im Pkw- und Nutzfahrzeugbereich. Es soll eigene Verantwortlichkeiten geben, auch für den Bereich Beschaffung. Die Leiter der 56 Komponentenwerken hätten sich außerdem in den Gesamtstrategieprozess der Volkswagen Komponente einzubringen. Ziel der Neuausrichtung sei, koordiniert in die E-Mobilität einzusteigen, wie es aus Wolfsburg heißt. Die neue Einheit soll ebenfalls zum Januar 2019 an den Start gehen. Auch dafür wird Sommer also künftig verantwortlich sein.

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