26.02.2014

Umweltministerium: Vorreiter bei Elektromobilität

Ziel steht im Koalitionsvertrag. Akkutechnologie aber ein Manko.

Auf dem Weg zum Ziel, im Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf den deutschen Straßen rollen zu sehen, geht das Bundesumweltministerium (BMUB) mit gutem Beispiel voran. Die Behörde hat an den beiden Standorten Berlin und Bonn mittlerweile ihr viertes Elektroauto vom Typ BMW i3 in Betrieb genommen und somit den Plänen der Bundesregierung Schwung verliehen. Denn um die Technik wirtschaftlich erschwinglicher zu machen und die Markteinführung voranzutreiben, ist im Koalitionsvertrag das Ziel vereinbart, den Fuhrpark der Bundesbehörden nach und nach auf umweltfreundliche Antriebe umstellen zu wollen.

Akkutechnologie ein Manko

Carsten Knauer, der beim BME die Fachgruppe für Fuhrparkmanagement leitet, sieht das Ministerium in der Tat in einer Vorreiterrolle. Er schränkt aber ein Stück weit die Aussage des Parlamentarischen Staatssekretärs Florian Pronold ein, dass die Technik schon heute „ohne Einschränkungen“ einsatzfähig sei. „Wir diskutieren dies regelmäßig in der Fachgruppe und kommen zu dem Schluss, dass es bei der Reichweite und der Infrastruktur beim Laden bislang noch nicht für einen Alltagsbetrieb in deutschen Fuhrparks ausreicht“, so der Experte. Die gegenwärtige Akkutechnologie ist ein großes Manko, weil die Batteriekapazitäten derzeit nur für kürzere Strecken reichen. Für den i3 wird von BMW eine anspruchsvolle Reichweite von 160 Kilometern angegeben. Ohne einen Hybrid-Antrieb schaffen viele Elektrofahrzeuge bislang keine dreistellige Kilometer-Distanz.

Aufgrund der maßgeblichen Rolle, die dem öffentlichen Sektor und speziell dem Umweltministerium zugerechnet wird, wundert es allerdings kaum, dass die Behörde vorprescht. Zumal es die finanziellen Rahmenbedingungen offensichtlich gut meinen mit der Behörde: Der Schritt kommt wenige Tage nach einem Medienbericht, wonach die Bundesregierung schon im laufenden Jahr mehr Geld für die Anschaffung von umweltfreundlichen Antrieben bereitstellen will. Hybrid- oder Elektrofahrzeuge sollen demnach künftig bis zu 8.000 Euro mehr kosten dürfen als ihre konventionellen Alternativen.

Ökologische Vorteile beziffert

Dass die Mehrinvestitionen ökologische Vorteile mit sich bringen, ist unbestritten. „Bei entsprechendem Fahrprofil lassen sich spürbare wirtschaftliche und klimapolitische Vorteile erzielen“, sagt Florian Pronold. Sein Ministerium gab an, dass der CO²-Ausstoß im Fuhrpark durch die Anschaffung auf durchschnittlich 107 Gramm pro Kilometer sinke. Möglich ist dies, weil das BMUB seinen Strombedarf komplett emissionsfrei aus erneuerbaren Energien deckt. Mit dem neuen Wert liegt die Behörde deutlich unter dem derzeit gültigen EU-Zielwert für Neufahrzeuge von 130 Gramm. Sie ist so auf einem guten Weg, um die ab dem Jahr 2020 geltenden Zielwerte von 95 Gramm schon bald zu erreichen.

Interesse an der Mitarbeit in der Fachgruppe Fuhrparkmanagement? Kontakt:

Carsten Knauer
Tel.: 069 30838-132
E-Mail: carsten.knauer@bme.de

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