Unternehmen befürchten massive Umsatzverluste

BMÖ veröffentlicht Umfrage-Ergebnisse zu den Auswirkungen der Coronakrise auf Einkauf und Supply Chain Management in Österreich und Deutschland

Foto: pixabay.com Foto: pixabay.com

Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik in Österreich (BMÖ) hat eine Umfrage zu den Auswirkungen der Coronakrise auf Einkauf und Supply Chain Management in Österreich und Deutschland durchgeführt. Danach erwarten 82 Prozent der Unternehmen negative Auswirkungen auf ihren Jahresumsatz – in Teilen bis 30 Prozent und mehr. 63 Prozent melden Störungen in der Lieferkette und eine unsichere Versorgungslage, und bei elf Prozent ist die Kette komplett unterbrochen, geht aus einer vom BMÖ verbreiteten Pressemitteilung hervor.

Die Umfrage wurde vom BMÖ in der Zeit vom 27. März bis 3. April 2020 gemeinsam mit der Stöhr Faktor Unternehmensberatung und der International School of Management durchgeführt. Eruiert wurde, wie Einkauf und Supply Chain Management (SCM) angesichts der anhaltenden Pandemie ihre wirtschaftliche Lage einschätzen und welche Maßnahmen von ihnen zur Krisenabwehr ergriffen werden. An der Umfrage beteiligten sich 74 Unternehmensvertreter aus Österreich und Deutschland.

„Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind für Österreich in besonderem Maße erschwert“, betont Heinz Pechek, geschäftsführender Vorstand des BMÖ. Für die Alpenrepublik, die deutlich mehr als andere Länder von Zulieferungen an die Automobilindustrie abhängig und vom Tourismus geprägt sei, dürfte das Minuswachstum der Wirtschaftsleistung mit größter Wahrscheinlichkeit wesentlich über den bisherigen Expertenschätzungen liegen, nämlich bei minus 20 Prozent und in Teilen sogar mehr. Den Verantwortlichen in Einkauf und Supply Chain Management komme nicht nur die Aufgabe der Versorgungssicherung und Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit des Unternehmens zu, sondern auch die Rolle des Frühwarnindikators und Krisenmanagers im Unternehmen und in der gesamten Volkswirtschaft. Die Bildung einer Task Force Corona im Einkauf sei laut Pechek das Gebot des unternehmerischen Risikomanagements. Entscheidende Grundlagen für weitere Maßnahmen der Unternehmen – über den Krisenmodus hinaus – hingen stark von belastbaren Zahlen ab, die vielfach der Einkauf liefere.

„Die Umfrage unterstreicht das Ausmaß der kritischen wirtschaftlichen Situation vieler Unternehmen“, sagt Patrick Stöhr, Geschäftsführer der Stöhr Faktor Unternehmensberatung GmbH. Es zeige aber auch, mit welcher Bandbreite an Instrumenten Einkauf und SCM wesentliche Beiträge zum Krisenmanagement leisten können. Wichtig sei aber, nicht nur den Krisenmodus zu managen, sondern sich auch für die Zeit danach aufzustellen. So sei es kontraproduktiv, Investitionsstopps bei Zukunftsthemen als derzeit unvermeidlich zu deklarieren. Das betreffe insbesondere Digitalisierungsvorhaben, bei denen sich viele Unternehmen in Österreich und Deutschland bisher schon schwergetan haben. Erfolgsfaktor werde dabei sein, parallel zum wirtschaftlichen Wiederaufleben auch Vorhaben in Angriff zu nehmen, die die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen stärken. Hier seien insbesondere Kollaborationsplattformen und digitale Lösungen, etwa Process Mining, zu nennen.

Mehr vom BME auf...

Der BME - Mehr von und auf Twitter   Der BME - Mehr von und auf Xing   Der BME - Mehr von und auf LinkedIn   Der BME - Mehr von und auf Facebook   Der BME - Mehr von und auf Youtube

Weitere Meldungen zu: