Verbände fordern mehr Gleisanschlüsse im Schienennetz

BME und VDV: „Wir dürfen beim Güterverkehr nicht länger nur über Verkehrsverlagerung von der Straßen auf die Schiene reden, sondern müssen diese unter anderem durch mehr Gleisanschlüsse auch tatsächlich möglich machen.“

Trauriges Bild und leider kein Einzelfall: In Deutschland fehlt ein flächendeckendes Netz von Gleisanschlüssen und multimodalen Logistikknoten. Foto: pixabay.com Trauriges Bild und leider kein Einzelfall: In Deutschland fehlt ein flächendeckendes Netz von Gleisanschlüssen und multimodalen Logistikknoten. Foto: pixabay.com

Im Rahmen der 1. Gleisanschlusskonferenz, die der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) am Dienstag und Mittwoch in Berlin ausrichten, werden sich insgesamt 21 Verbände und Interessenvertretungen branchenübergreifend gemeinsam für mehr Gleisanschlüsse im deutschen Schienennetz starkmachen. Die Verbände setzen sich dafür ein, dass auf der Schiene ein flächendeckendes Netz von Gleisanschlüssen und multimodalen Logistikknoten entsteht, um im Güterverkehr wettbewerbsfähiger zu werden und damit einen signifikanten Beitrag zur Verkehrsverlagerung und zur Erreichung der umweltpolitischen Ziele leisten zu können. Neben dem Neu- und Ausbau ist es aus  Sicht der Branche daher auch dringend nötig, die Rahmenbedingungen für die Nutzung und den Betrieb bestehender Gleisanschlüsse und multimodaler Logistikknoten zu verbessern.

„Ein solch breites Bündnis aus Handel, Wirtschaft, Verkehr und Politik, das sich aktiv hinter die Forderung nach mehr Gleisanschlüssen stellt, gab es noch nie. Das zeigt, wie dringend wir dieses Thema gemeinsam mit der Politik angehen müssen. Wir dürfen beim Güterverkehr nicht länger nur über Verkehrsverlagerung von der Straßen auf die Schiene reden, sondern müssen diese unter anderem durch mehr Gleisanschlüsse auch tatsächlich möglich machen“, so VDV-Geschäftsführer Dr. Martin Henke und BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Silvius Grobosch in einer gemeinsamen Erklärung.

Gemeinsame Charta als nächster Schritt

Ausgehend von dieser ersten Veranstaltung wollen die Akteure in den kommenden Monaten an einer gemeinsamen Gleisanschluss-Charta arbeiten, um die Aufmerksamkeit für das Thema weiter hochzuhalten. „Der Bau von Gleisanschlüssen ist Teil des Masterplans Schienengüterverkehr der Bundesregierung. Es geht also bei dieser Charta nicht darum, weiteren Druck in Richtung Politik aufzubauen, sondern mit einem breiten Bündnis an Unterzeichner die verantwortlichen politischen Akteure positiv darin zu bestärken, bei diesem Thema möglichst zügig voranzukommen“, so Henke und Grobosch abschließend. Die Gleisanschluss-Charta soll Anfang 2019 fertig sein.

Online-Service: Eine Programmübersicht der Gleisanschlusskonferenz sowie eine Übersicht der sich beteiligenden Verbände gibt es hier: https://www.vdv-akademie.de/tagungen/bme-vdv-gleisanschluss-konferenz2018/

Im VDV sind rund 600 Unternehmen des Öffentlichen Personenverkehrs und des Schienengüterverkehrs organisiert. Täglich ersetzen Busse und Bahnen rund 20 Millionen Autofahrten und 77.000 voll beladene Lkw. So sorgen der VDV und seine Mitgliedsunternehmen nach eigenen Angaben dafür, dass Deutschland nachhaltig mobil bleibt.

Der 1954 gegründete BME ist der Fachverband für Einkäufer, Supply Chain Manager und Logistiker in Deutschland und Kontinentaleuropa. Das Volumen der von seinen Mitgliedern eingekauften Waren und Dienstleistungen beträgt jährlich rund 1,25 Billionen Euro. Das entspricht mehr als einem Drittel des deutschen Bruttoinlandsprodukts.

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