Weltbank: Deutsche Logistik besonders effizient

BME warnt, dass sich Deutschland auf seiner Führerschaft aber nicht ausruhen darf.

Quelle: Weltbank, Studie "Connecting to Compete: Trade Logistics in the Global Economy 2014"

Deutschland ist im internationalen Vergleich zum Musterschüler in Sachen effiziente Lieferketten aufgestiegen. Dies ist das Ergebnis des Logistics Performance Index (LPI) als Teil der Studie "Connecting to Compete: Trade Logistics in the Global Economy", in der die Weltbank seit 2007 alle zwei Jahre die Supply Chains in 160 Ländern analysiert. Bestnoten verdienten sich vier europäische Länder: Mit dem Wert von 4,12 auf einer Skala von 1 bis 5 erklomm Deutschland den Spitzenplatz im Ranking – noch vor den Niederlanden, Belgien, Großbritannien und dem letztmaligen Spitzenreiter Singapur, der nur auf dem fünften Platz landete. Bedeutende Länder wie die USA oder Japan folgen lediglich auf den Plätzen 9 und 10.

"Folgt man den Deutungen der Verfasser, wonach eine gute Politik Supply Chains effizienter macht, dann hat Ex- Verkehrsminister Peter Ramsauer seine Hausaufgaben mit Bravour erledigt", sagte Gunnar Gburek, Fachbereichsleiter Logistik beim BME. Die Autoren der Studie sehen in der Logistik einen entscheidenden Faktor für das wirtschaftliche Wachstum, die Diversifizierung und die Bekämpfung der Armut. Auch wenn in der Branche hauptsächlich private Betriebe die ausführende Hand sind, sei es deshalb ein öffentliches Anliegen, dass sich Regierungen und Organisationen mit der logistischen Effizienz ihres Landes beschäftigen müssen.

Kein Grund zum Ausruhen

Gburek mahnt aber an, dass sich Deutschland auf der aktuellen Führerschaft nicht ausruhen dürfe. "Wer an der Spitze bleiben will, muss zunehmend härter trainieren als alle anderen im Feld. Konkurrenz schläft nicht", so der BME-Experte. "In den vergangenen Jahren wurden in der Tat einige Infrastrukturmaßnahm umgesetzt, aber insbesondere in den Sektoren Bahn und Binnenschifffahrt (Beispiel Nord- Ostsee-Kanal) gibt es in Deutschland weiter dringenden Handlungsbedarf. Hier kann sich das komplett neue Verkehrsmanagement in Berlin beweisen. " Allzu lange dürfe die Einarbeitungszeit der neuen Regierung aber nicht dauern, gab er vor dem Hintergrund zu bedenken, dass erfahrungsgemäß Jahre vergehen, bis Entscheidungsvorlagen abstimmungsreif sind.

Während die direkte Konkurrenz für Deutschland vornehmlich in der Spitzengruppe droht, schlafen allerdings auch die ärmeren Länder nicht gänzlich. So beobachtete die Weltbank, dass die nach wie vor große "logistische Lücke" zwischen Ländern mit niedrigem und hohem Einkommen tendenziell zumindest kleiner wird. "Viele Entwicklungsländer haben sich durch eine verbesserte Infrastruktur den grundlegenden Anschluss gesichert. Dies ist eine Tatsache, die einher geht mit einem Trend, der schon seit 2007 im LPI erkennbar ist", sagten die Autoren. Dass einige Schwellenländer etwas aufholen, begründeten sie außerdem mit einer vereinfachten Grenzabfertigung, die elementar sei für schnelle und berechenbare Ex- und Importe.

In der Studie hat die Weltbank 1.000 Teilnehmer aus 143 Ländern zu insgesamt sechs Kriterien befragt, darunter die Zollabfertigung und die Infrastruktur. Mit dem LPI zielt die Förderbank darauf ab, den Ländern und ihren Handelspartnern ihre Herausforderungen aufzuzeigen. Entscheider in Politik, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft sollen dafür sensibilisiert werden, wieviel die Logistik zu den Wertschöpfungsketten und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit beiträgt. Ganz am Ende des Rankings befinden sich übrigens Krisenregionen wie Afghanistan, die Demokratische Republik Kongo und Somalia, die im internationalen Wettbewerb keine Rolle spielen.
 

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