Wirtschaft unter Volldampf

Laut DIHK-Konjunkturumfrage bewerten die deutschen Unternehmen ihre Lage so gut wie noch nie. Es gebe aber auch wachsende Engpässe.

Für den DIHK steht fest: „Konsum, Investitionen, Exporte – insgesamt gewinnt der Aufschwung weiter an Stärke.“Foto: Hapag Lloyd Für den DIHK steht fest: „Konsum, Investitionen, Exporte – insgesamt gewinnt der Aufschwung weiter an Stärke.“Foto: Hapag Lloyd

„Die deutsche Wirtschaft läuft auf Hochtouren“, sagte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), bei der Präsentation der Ergebnisse der DIHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn 2018 in Berlin.

Das Wachstum dauere seit nunmehr acht Jahren an; seit vier Jahren lägen die Raten sogar um die zwei Prozent. Der DIHK erhöhe seine Prognose für 2018 um 0,5 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent. Die Einschätzung, dass die Unternehmen rund 600.000 zusätzliche Stellen schaffen werden, bleibe konstant.  „Der Beschäftigungsaufbau geht damit in sein dreizehntes Jahr.“

Wansleben berichtete, dass der Optimismus der Unternehmen für ihre Geschäftsentwicklung nach einer leichten Eintrübung im vergangenen Herbst nun wieder kräftig angestiegen sei. „Die wachsenden Konsumspielräume wirken weiter als Konjunkturmotor“, sagte er.

„Auch die Exporterwartungen verbessern sich deutlich – vor allem dank der guten wirtschaftlichen Entwicklung in Europa.“ Nach einer langen Zeit der Zurückhaltung kämen zudem die Investitionspläne jetzt richtig in Gang. „Konsum, Investitionen, Exporte – insgesamt gewinnt der Aufschwung weiter an Stärke“, so sein Resümee.

Je größer das Wachstum und die Pläne für Erweiterungen würden, desto spürbarer würden aber auch die Engpässe für eine weitere Expansion in den kommenden Jahren, relativierte der DIHK-Hauptgeschäftsführer das Stimmungsbild. „Das mit Abstand größte Hemmnis aus Sicht der Wirtschaft ist der Fachkräftemangel.“ Noch 2010 hätten nur 16 Prozent der Unternehmen hierin ein Risiko für ihre Geschäftsentwicklung gesehen, mittlerweile gelte das für sechs von zehn Betrieben. Wansleben: „Der Fachkräftemangel ist deutlich im betrieblichen Alltag angekommen.“

Auch den Wachstumseffekten der Digitalisierung seien durch die bislang unzureichende Infrastruktur Grenzen gesetzt. Zudem verschärfe der vielerorts schlechte Zustand der Straßen sowie Schienen in Deutschland die Engpässe in der Verkehrswirtschaft; damit stelle er perspektivisch auch Modelle der vernetzten Produktion infrage.

DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink kommentierte in Berlin Details aus der Erhebung. Den Optimismus für das Exportgeschäft führte sie insbesondere auf den „weltweit bemerkenswert synchronen Aufschwung“ zurück.

Gleichzeitig sinke der Anteil der exportierenden Industrieunternehmen, die im Wechselkurs ein Risiko für ihre Geschäfte sähen, gegenüber Herbst 2017 von 18 auf 13 Prozent. Die aktuellen Schwankungen des Euro-Kurses könnten, sofern sie sich fortsetzen, zu einem erneuten Anstieg des Risikos in der Frühsommerumfrage führen, warnte Krietenbrink.

Zudem erläuterte sie, wieso die Unternehmen nach der eher verhaltenen Entwicklung in den vergangenen Jahren ihre Investitionsbudgets nun so stark ausweiten möchten wie nie zuvor.

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