Wirtschaftsforscher kassieren Wachstumsprognose

Konjunktur deutlich abgekühlt – BIP dürfte den Schätzungen der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute 2019 nur noch um 0,8 Prozentpunkte wachsen.

Der langjährige Aufschwung in Deutschland neigt sich seinem Ende. Das geht aus der jüngsten Gemeinschaftsdiagnose hervor. Foto: pixabay.com Der langjährige Aufschwung in Deutschland neigt sich seinem Ende. Das geht aus der jüngsten Gemeinschaftsdiagnose hervor. Foto: pixabay.com

Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2019 deutlich gesenkt. Für Deutschland erwarten sie eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,8 Prozent. Das ist mehr als ein Prozentpunkt weniger als im Herbst 2018, als man noch mit 1,9 Prozent rechnete, geht aus dem Frühjahrsgutachten der Gemeinschaftsdiagnose hervor, das in Berlin vorgestellt wurde.

Hingegen bestätigen die Institute ihre vorherige Prognose für das Jahr 2020. Danach dürfte das BIP dann um 1,8 Prozent zunehmen. „Der langjährige Aufschwung der deutschen Wirtschaft ist zu Ende“, sagt Oliver Holtemöller, Leiter der Abteilung Makroökonomik und stellvertretender Präsident des gastgebenden Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Wegen politischer Risiken hätten sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter eingetrübt. Aber der Konjunktureinbruch in der zweiten Jahreshälfte 2018 sei vor allem auf Produktionshemmnisse in der Industrie zurückzuführen. „Die Gefahr einer ausgeprägten Rezession halten wir jedoch bislang für gering“, ergänzt Holtemöller. Die Prognose wurde bereits am 29. März 2019 abgeschlossen, als eine Vermeidung eines harten Brexit noch möglich schien. Dies sei mittlerweile zwar weniger wahrscheinlich geworden, aber noch nicht ausgeschlossen. Komme es zu einem No-Deal-Brexit, dürfte das Wirtschaftswachstum in diesem und im kommenden Jahr deutlich niedriger ausfallen als in der Prognose ausgewiesen.

Die Risiken für die deutsche und die weltweite Konjunktur haben sich gegen-über dem Herbst 2018 vergrößert, heißt es weiter. Auf internationaler Ebene lägen Gefahren im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie im weiterhin ungeklärten Brexit-Verfahren. National belasteten der Fachkräftemangel, Lieferengpässe sowie Schwierigkeiten in der Autoindustrie die Konjunktur.

Die Gemeinschaftsdiagnose wird erarbeitet vom DIW in Berlin, vom ifo Institut in München, vom IfW in Kiel, vom IWH in Halle und vom RWI in Essen.

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