22.10.2018 //

Zoll- und Exportkontrolle im Fokus des Einkaufs

Der erfolgreiche Umgang mit den wachsenden internationalen Krisenherden war zentrales Thema des 1. BME Customs & Trade Summit in Mannheim.

Auf dem 1. BME Customs & Trade Summit in Mannheim diskutierten Fachexperten brandaktuelle Herausforderungen  wie Handelskonflikte, Brexit und US-Re-Exportkontrolle. Gemäß dem Slogan „Einkaufs-, Logistik- und Vertriebsprozesse erfolgreich ausrichten!“ standen Handlungsempfehlungen für Einkauf, Logistik und Vertrieb im Fokus der Diskussion.„Mit der Globalisierung nimmt auch die Bedeutung des Außenhandels rapide zu. Juristische Vorgaben zum Import und Export von Waren sind zum Teil hochkomplex und ändern sich stetig. Gleichzeitig herrscht ein akuter Mangel an qualifiziertem Personal in Zoll- und Exportkontrolle“, so Lars Gempp, Moderator des 1. BME Customs & Trade Summit und Vorsitzender der BME Region Freiburg-Südbaden, in seiner Begrüßungsansprache.„Dass die Entscheidungen des Einkaufs, der Logistik und des Vertriebs einen erheblichen Einfluss auf die Zoll- und Exportkontrolle haben ist leider oftmals noch unbekannt.“, so Gempp.

Dank der frühzeitigen Einbindung des Einkaufs in Zoll- und Exportkontrolle verzeichnet Liebeherr Components Deggendorf nicht nur Einsparpotenziale, sondern auch eine durchgehende Compliance, so Ulrich Goldacker (Stabstelle Exportkontrolle & Zoll).

Auch Harald Boes (Head Global Customs Management) und Keven Isringhaus (Customs Expert Europe)  von ZF Friedrichshafen AG konnten das bestätigen: Ein umfassendes Customs & Trade Compliance Management führt zu Einsparpotenzialen. Insbesondere im Hinblick auf den Brexit sei eine Zoll- und Exportkontrollabteilung unverzichtbar.

Obwohl der Brexit in wenigen Monaten Realität sein wird, scheinen viele Unternehmen die Auswirkungen für die Zoll- und Exportkontrolle zu  unterschätzen. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen müssen die Brisanz der Themen erkennen, so Gempp.

Auch Stefanie Eich (Manager Zoll) von Germany Trade & Invest verdeutlichte in vor welchen Herausforderungen sowohl die deutschen Unternehmen als auch Unternehmen im vereinigten Königreich stehen könnten, sofern ein „harter Brexit“ umgesetzt werden sollte. Derzeit bleibt nur abzuwarten, wie sich die Brexit-Verhandlungen entwickeln. Dennoch müssten sich Unternehmen auf immense Änderungen vorbereiten. Hierzu bedarf es vermehrt geschultes Personal im Bereich Zoll- und Exportkontrolle.

Welche Auswirkungen der aktuelle Protektionismus der US amerikanischen Regierung auf die deutschen Exportteure haben kann, zeigte Oliver Wieck, Generalsekretär der International Chamber of Commerce e.V., in seinen Ausführungen auf. Wichtig sei, dass man wieder zusammenfände und vor allem in eine offene Kommunikation bei den Verhandlungen mit der US-amerikanischen Regierungen gehen müsse.
„Eine Einheitslösung made by copy and paste, gibt es nicht. Die Unternehmen müssen ihre Customs & Trade Compliance spezifisch auf ihre Prozesse – und damit auf Einkauf, Logistik und Vertrieb – ausrichten und die ständigen Änderungen im Blick behalten.“, so Gempp.  

Weiterempfehlen

Weitere Meldungen zu: