12.11.2020 //

BME: Lieferketten im Spannungsfeld zwischen Weltpolitik und Corona-Krise

55. Symposium Einkauf und Logistik DIGITAL mit mehr als 1.200 Teilnehmern eröffnet. Virtueller Fachkongress endet am Donnerstag.

Horst Wiedmann, Vorsitzender des BME-Bundesvorstands, hat das 55. BME-Symposium Einkauf und Logistik DIGITAL eröffnet. Der virtuelle Fachkongress endet am 12. November 2020. Foto: Frank Rösch / BME e.V. Der BME-Bundesvorstandsvorsitzende Horst Wiedmann hat das 55. BME-Symposium Einkauf und Logistik DIGITAL eröffnet. Der virtuelle Fachkongress endet am 12. November 2020. Foto: Frank Rösch / BME e.V.

Der Einfluss politischer Rahmenbedingungen auf Global Player, Effizienz und Power zur Optimierung der Kosten- und Wertschöpfungsstrukturen sowie die digitale Zukunftsausrichtung erfolgreicher Unternehmen waren am Montag zentrale Themen des Eröffnungsplenums auf dem 55. BME-Symposium Einkauf und Logistik DIGITAL. Unter dem Motto „#gipfelstürmer“ bietet Europas größter Kongress für Einkauf, Supply Chain Management und Logistik den mehr als 1.200 Teilnehmern bis Donnerstag (12.11.) eine kommunikative Plattform für die Diskussion gegenwärtiger und künftiger Beschaffungsstrategien.

„Das diesjährige Symposium und damit die größte Netzwerkveranstaltung des BME geht neue Wege. Unser Fachkongress findet erstmals in der Geschichte unseres Verbandes virtuell – und ergänzt um kleine physische Elemente – hybrid statt“, betonte Dr. Silvius Grobosch, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) (BME), am Montag in seiner Begrüßungsrede.

Ein digitales Event könne ein persönliches Treffen nicht ersetzen. „Wir werden aber den Spirit des Symposiums aufrechterhalten, indem wir Bewährtes mit Neuem zu einem innovativen Veranstaltungsformat verknüpfen. Alle Programmpunkte finden weiterhin live statt, seien Sie interaktiv dabei. Nutzen Sie die Chat-Foren und digitalen Coffee Talks zu themenbezogenen oder individuellen Gesprächen“, sagte Grobosch an die Adresse der Teilnehmer gerichtet.

Das Motto #gipfelstürmer passe perfekt zum diesjährigen Konferenzprogramm. „Zur Erstürmung eines Gipfels ist eine Strategie erforderlich. Man braucht das richtige Team, die Menschen mit ihren Fähigkeiten und ihrer Ausbildung sowie die passende Ausrüstung“, so Grobosch weiter. Auf dem Weg zum Gipfel seien Probleme und Störungen vorprogrammiert. Deshalb sei zur erfolgreichen Krisenbewältigung – das habe die Covid-19-Pandemie bisher eindrucksvoll gezeigt – ein aktives Risiko- und Lieferantenmanagement unerlässlich.

„Wir befinden uns ökonomisch wie die Bergsteiger ‚im Basislager‘. Jetzt geht es darum, uns auf den anstehenden wirtschaftlichen Aufstieg vorzubereiten“, sagte BME-Vorstandsvorsitzender Horst Wiedmann in seiner Eröffnungsrede.

Um sich im Basislager auf den Gipfelsturm vorbereiten zu können sollten die Unternehmen nach Wiedmanns Meinung „zunächst finanzielle Stabilität schaffen: Liquidität langfristig absichern und Eigenkapital stärken“. Ferner sei Vorausdenken erforderlich. Das heiße, Szenarien bilden und Spielräume schaffen – Resilienz einbauen. Wichtig sei auch, „Lean und agile“ als Prinzip zu verankern. Hierbei gehe es um Beweglichkeit, Kreativität und Geschwindigkeit. Unter „Emission Zero“ fasste Wiedmann in seinem Statement die aktive Suche der Unternehmen nach Beiträgen zur CO2-Vermeidung zusammen.

Auch wenn Corona irgendwann vorbei sei, werde die alte Normalität nie mehr zurückkehren. Nach Ansicht des BME-Vorstandsvorsitzenden gebe es „historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert. Die Corona Krise ist ein solcher Moment. Und das muss nicht schlecht sein.“ Die neue Welt nach Corona – oder besser mit Corona – entstehe aus der Disruption des Bekannten.

Neben den derzeit geltenden Corona-Reisebeschränkungen könne die Industriepolitik einzelner Länder wie beispielsweise den USA, China oder Russland ein Hemmnis für international agierende Unternehmen sein, sagte Cathrina Claas-Mühlhäuser, Aufsichtsratsvorsitzende des Landmaschinen-­Herstellers Claas, in ihrer Keynote. Wichtig sei, dass die dort investierenden Unternehmen über ein solides eigenes Geschäftsmodell verfügen und einen kontinuierlichen Dialog mit den Verantwortlichen vor Ort führen. 

Gipfelstürmer stehen nach Meinung von Marcus A. Wassenberg, CFO der Heidelberger Druckmaschinen AG, für Transformation. Diese beginne immer im Einkauf; er sei das Bindeglied zu den Märkten, so Wassenberg in Anspielung auf „#gipfelstürmer“, dem diesjährigen Motto des 55. Symposiums Einkauf und Logistik DIGITAL. 

Die Teilnehmer des BME-Symposiums können sich in diesem Jahr vier Tage lang in Online-Plenen, virtuellen Coffee Talks und Deep Dives interaktiv über die aktuellen Megatrends in Einkauf und Supply Chain Management austauschen.

Dazu zählen unter anderem die Schwerpunktthemen:

  • Supply Chain Risk Management aktiv gestalten

  • Globale Wertschöpfungsketten im Wandel

  • Nachhaltigkeit in der Lieferkette

  • Digital Leadership im Einkauf

  • Corona-Schock für die Wirtschaft: Was wir überstanden haben und was noch auf uns zukommt.

Last but not least: Auf dem Abschlussplenum am Donnerstag diskutieren namhafte Unternehmensvertreter von Volvo Car Group, Clariant Internation, Osram Licht AG und Siemens ihre „CPO-Vision für die Zukunft der Beschaffung“.

Save the Date: Das 56. Symposium Einkauf und Logistik des BME wird wieder als Präsenzveranstaltung vom 8. bis 10. November 2021 in Berlin durchgeführt.

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