29.10.2021 //

Chinas Magnesium-Metallexport eingebrochen

DERA: Versorgung auf dem Weltmarkt bleibt angespannt. Deutsche Industrieunternehmen sollten ihre Einkaufsstrategie gegebenenfalls überdenken und neu ausrichten.

Die Magnesium-Knappheit bekommen in Deutschland vor allem die Automobil-, Verpackungs- und Bauindustrie zu spüren. Foto: pixabay.com Die Magnesium-Knappheit bekommen in Deutschland vor allem die Automobil-, Verpackungs- und Bauindustrie zu spüren. Foto: pixabay.com

Die weltweite Versorgungslage bei Magnesium-Metall bleibt nach Einschätzung der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) mindestens bis zum Jahresende angespannt. Als Grund führt die DERA laut einer aktuellen Pressemitteilung die jüngsten Exportzahlen aus China an – mit einem Anteil von 85 Prozent Weltmarktführer bei dem Rohstoff. So seien die Ausfuhren von Magnesium-Metall nach Angaben der chinesischen Zollbehörde im September deutlich um 25 Prozent gegenüber dem Vormonat eingebrochen. Die Folgen der akuten Rohstoffknappheit seien in den Wirtschaftszweigen spürbar, in denen Magnesium in Aluminiumlegierungen und Druckgussbauteilen eingesetzt wird.

Hintergrund des sinkenden Exports seien Produktionskürzungen vor allem in der Provinz Shaanxi, dem Zentrum der Magnesium-Metallproduktion in China. Shaanxi ist für fast 70 Prozent der gesamten Produktion von Magnesium-Metall in China verantwortlich. Aufgrund staatlicher Vorgaben infolge einer allgemein angespannten Versorgungslage im Energiesektor habe die Provinz ihren Energieverbrauch stark reduzieren müssen. Da die Magnesium-Metallproduktion besonders energieintensiv ist, kam es hier zu starken Produktionskürzungen, die nun zu einem globalen Versorgungsengpass führen. Die Kürzungen in der Magnesium-Metallproduktion haben laut DERA dazu geführt, dass der Magnesiumpreis im September 2021 mit über 10.000 US-Dollar pro Tonne auf ein Allzeithoch geklettert ist.

Von der Entwicklung besonders stark betroffen sei die EU, die mit einem Anteil von mehr als 40 Prozent der chinesischen Magnesiummetallexporte der weltweit größte Abnehmer ist. In Deutschland sind unter anderem die Automobil-, Verpackungs- und Bauindustrie betroffen.

Auch wenn sich die Lage auf dem chinesischen Markt zuletzt leicht erholt hat, rechnet die DERA weiter mit einer angespannten Versorgungslage bis mindestens zum Jahresende. „Derzeit ist das Produktionsvolumen in China für die nächsten Monate kaum abschätzbar. Inwiefern und wieviel Magnesium-Metall für den Export zur Verfügung stehen wird, bleibt abzuwarten“, erklärt die China-Expertin der DERA, Dr. Yun Schüler-Zhou. Vor allem gegen Ende des Jahres könnte sich die Situation nach ihrer Einschätzung weiter verschärfen, wenn es darum ginge, die Energieverbrauchsziele für das letzte Quartal 2021 zu erreichen. Energiekürzungen gerade in den Wintermonaten könnten weitere Auswirkungen auf die Magnesiumproduktion haben.

Die DERA weist daraufhin, dass sich der gesamte energieintensive Metallsektor in China derzeit inmitten eines großen Transformationsprozesses zur Erreichung der von der chinesischen Regierung gesetzten Umwelt- und Klimaziele befindet. „Die damit verbundenen Produktionskürzungen in der Industrie erfolgen zu einem Zeitpunkt, zu dem die globale Nachfrage nach Industrieprodukten aufgrund von Nachholeffekten während der Corona-Pandemie wieder angezogen hat“, erläutert Dr. Peter Buchholz, Leiter der DERA in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Aufgrund der dominanten Rolle Chinas für die globale Metallversorgung hätten die chinesischen Produktionskürzungen damit direkte Auswirkungen auch auf die Magnesiumverbraucher weltweit. „Für die deutsche Industrie bedeutet dies, dass Unternehmen ihre Einkaufsstrategie gegebenenfalls überdenken und neu ausrichten sollten. Hierzu zählt auch eine breitere Diversifizierung von Lieferquellen außerhalb Chinas“, so Buchholz. Neue Projekte zur Magnesium-Metallproduktion würden derzeit beispielsweise in Kanada und Australien umgesetzt.

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