12.06.2020 //

Corona-Virus belastet auch die globale Bergbauindustrie

Das German Mining Network informiert über die aktuellen Minen-Aktivitäten in Brasilien, Chile, Peru, Kanada, südliches Afrika, Ghana und Mongolei.

Auch vor den internationalen Rohstoffminen macht das Corona-Virus nicht Halt. Foto: Rio Tinto Auch vor den internationalen Rohstoffminen macht das Corona-Virus nicht Halt. Foto: Rio Tinto

Das German Mining Network hat die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Rohstoffminen rund um den Globus näher untersucht. Es besteht aus sechs internationalen Kompetenzzentren für Bergbau und Rohstoffe der Auslandshandelskammern (AHKs) in Australien, Brasilien, Chile, Kanada, Peru und im Südlichen Afrika, der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), und Germany Trade and Invest (GTAI).

BRASILIEN:

Im Gegensatz zu einigen anderen Ländern Südamerikas wurden die Bergbauaktivitäten in Brasilien nicht eingestellt. Diese wurden von der Bundesregierung als essenziell eingestuft. Auch scheint die Logistik kaum beeinflusst, wenn auch mit der Einschränkung, dass der Kleinbergbau aufgrund der oft auf dem Spotmarkt erzielten Vereinbarungen zwischenzeitlich Probleme hatte, das Material zu verschiffen. Die Mitglieder des Arbeitskreises Bergbau der AHK São Paulo berichteten in den letzten Online-Sitzungen davon, dass einige Bergbauunternehmen in größeren Maße Ersatzteile und Verbrauchsgüter „auf Lager“ bestellt haben, um sich vor eventuell in Zukunft aufkommenden Lieferengpässen zu schützen.

CHILE:

Trotz steigender Covid-19-Fälle im Land konnten die chilenischen Bergbauunternehmen insgesamt das Produktionsniveau halten. Um dies zu erreichen, reduzierten die Unternehmen vor allem die Belegschaft in den Bergwerkbetrieben um 35 Prozent und führten präventive Hygienestandards ein. Auf der einen Seite führt die globale Pandemie zu höheren Betriebskosten und Verzögerungen. Zudem ist die Ungewissheit möglicherweise eines der größten Probleme bei der adäquaten Bewertung der Gesamtauswirkungen dieser Pandemie.

PERU:

Mit der Ausrufung des Notstands und den dazugehörigen Quarantänemaßnahmen am 15. März 2020 durch Präsident Martin Vizcarra wurden weite Bereiche der peruanischen Wirtschaft in einen strikten Lockdown versetzt, darunter auch der Bergbau. Bis auf wenige Ausnahmen reduzierten die peruanischen Bergbaubetriebe ihre Aktivitäten auf die absolut notwendigen Arbeiten um die Sicherheit der Infrastruktur sicherzustellen oder eine minimale Produktion zu ermöglichen. Nur vereinzelt konnten Betriebe, die komplett isoliert liegen und mit der Zustimmung der Mitarbeiter zählen, weiterarbeiten. Infolge des Lockdowns ging daher die Rohstoffförderung im peruanischen Bergbau auf 30 Prozent des Normalwerts zurück.

KANADA:

Zahlreiche kanadische Bergbauunternehmen sind vom Ausbruch der Pandemie betroffen: Bergbauprojekte sind verzögert, die Produktionen wurden heruntergefahren, die Aktivitäten vor Ort sind eingeschränkt. Die Provinzregierungen der wichtigsten kanadischen Bergbauregionen haben umgehend mit Maßnahmen zur Unterstützung der Industrieteilnehmer reagiert und unterschiedlich starke Auflagen für den Betrieb erlassen. Die Bergbauaktivitäten sind in vielen Fällen auf „wesentliche Tätigkeiten“ beschränkt, im Allgemeinen darf der Bergbau jedoch weiter betrieben werden.

SÜDLICHES AFRIKA:

Eine Vielzahl von Ländern im südlichen Afrika sind stark von der Bergbauindustrie abhängig. Der Bergbau trägt maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung der jeweiligen Länder bei. Die Region ist auch ohne Berücksichtigung von Covid-19, in einer schwachen Ausgangssituation. Südafrika wurde erst neulich, von den bekannten Ratingagenturen herabgestuft und befindet sich in einer tiefen Rezession, mit negativem Ausblick. Die Pandemie trifft das südliche Afrika in einem Moment der Schwäche und Covid-19 trägt nicht zu einer Verbesserung bei.

GHANA:

Der ghanaische Bergbausektor besteht fast ausschließlich aus Goldminen, welche dank stabiler Nachfrage und steigenden Goldpreisen bisher von der Krise weitgehend verschont blieben. Bis heute konnten alle Minenbetriebe in Ghana ihre Produktion aufrechterhalten, was nicht zuletzt auch der Ausnahmeregelung für Minenbetriebe während des dreiwöchigen nationalen Lockdowns zu verdanken ist. Für die Minenbetriebe bestehen zurzeit zwei große Herausforderungen.

DEUTSCHE ROHSTOFFAGENTUR:

Die Maßnahmen gegen die weltweite Pandemie führten in vielen Ländern zu drastischen Maßnahmen. Mehr als 200 Bergwerke der wichtigsten Industriemetalle waren von Schließungen oder Produktionsdrosselungen betroffen. Diesem Produktionseinbruch in der Bergwerksförderung stand jedoch ein Nachfrageeinbruch aus der rohstoffverbrauchenden Industrie gegenüber. In der Zwischenzeit haben viele Bergwerke ihre Produktion wieder angefahren oder planen dies in den kommenden Wochen.

DEUTSCH-MONGOLISCHER UNTERNEHMENSVERBAND:

Der Export von Bergbauprodukten, die rund 90 Prozent der Gesamtexporte der Mongolei ausmachen, ist seit Beginn der Corona-Krise Anfang des Jahres etwa um 31,5 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr gesunken. Allein der Kohleexport fiel von Januar bis April um 70 Prozent geringer aus als in 2019 und resultierte in vorläufigen Produktionsstopps bei einem Großteil der Unternehmen. Goldunternehmen, die zuvor Rohgold ins Ausland exportierten, stiegen auf die Produktion von Reingold um und verkauften jenes an die Mongolische Zentralbank, deren Goldkäufe im Februar das Zehnfache der Planungen überstiegen.

Das German Mining Network leistet laut eigenen Angaben einen wichtigen Beitrag sowohl zur Sicherung einer nachhaltigen Versorgung deutscher Unternehmen mit Rohstoffen als auch bei der Unterstützung des deutschen Exportgeschäfts. Es richtet sich an deutsche Unternehmen und Institutionen, die in Deutschland aber auch international im Rohstoffbereich aktiv sind. Hierzu zählen sowohl Bergbauzulieferer, Bergbaubetreiber und Rohstoffhändler als auch Rohstoffverarbeiter, Einkäufer, Berater sowie Forschungseinrichtungen und Vertreter aus Politik und Verbänden. Die Aktivitäten des German Mining Network werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt und flankiert. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat eine koordinierende Rolle.

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