News aus Einkauf, Logistik und SCM
BIP – Best in Procurement: März-Ausgabe online!
Das 72-seitige ePaper BIP – Best in Procurement ist ONLINE. Die Coverstory gibt Antworten auf die Frage, wie sich der Einkauf erfolgreich gegen den wachsenden internationalen Protektionismus wappnen kann.
Auch die BIP-1-26 enthält wieder aktuelle Berichte rund um Einkauf, Beschaffungslogistik und Supply Chain Management.
Weitere Topthemen sind:
Konjunktur:
- BIP-Exklusiv-Interview mit HCOB-Chefvolkswirt Cyrus de la Rubia zur Lage in der deutschen Industrie
Wirtschaftspolitik:
- Warum hat die US-Wirtschaft die Zölle so gut weggesteckt?
- Mögliche Auswirkungen der US-Zollpolitik: Kommentare deutscher EMI-Umfrageteilnehmer
- Ein Jahr Trump im Weißen Haus: Deutsche Unternehmen meiden die USA
- Global Risks Report 2026 des WEF: Geoökonomische Risiken bedrohen die Weltwirtschaft
Rohstoffe:
- GTAI-Umfrage: Mittelstand bereit für höhere Rohstoffkosten
Procurement:
- BIP-Interview mit Rheinmetall-CPO Marcus Gerlach: „Lieferketten im Hochbetrieb“
Business Logistics:
- BME-Gehaltsreport Logistik und Supply Chain: Frauen verdienen deutlich weniger als Männer
Den Link zum Download des ePapers finden Sie HIER.
Ölpreisschock gefährdet Erholung in Deutschland
Nach der Frühjahrsprognose des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) dürfte die Produktion 2026 um 0,7 Prozent und 2027 um ein Prozent zunehmen. Ähnliche Expansionsraten seien auch für Ostdeutschland zu erwarten. Im Dezember vergangenen Jahres waren die IWH-Konjunkturforscher von einem Zuwachs von einem Prozent sowohl für 2026 als auch für 2027 ausgegangen.
Im Frühjahr 2026 komme die Weltwirtschaft in unruhiges Fahrwasser, denn infolge des Kriegsausbruchs am Golf ist der Ölpreis (Brent) zuletzt auf über 100 US-Dollar je Barrel geklettert. Der Preisschock treffe auf eine Weltwirtschaft, die sich bislang angesichts der drastischen US-Zollerhöhungen als bemerkenswert robust erwiesen habe. Das gelte auch für den Welthandel und speziell für die chinesische Exportwirtschaft. In den USA werde die Konjunktur von Investitionen in den Tech-Sektor getrieben. Zudem werde dort mit sinkenden Leitzinsen gerechnet. Zudem sei die US-Finanzpolitik, wie auch die in Deutschland und in Japan, im laufenden Jahr expansiv ausgerichtet. Im Euroraum bleibe die Dynamik zwar bescheiden, sie werde aber weiter von steigenden Reallöhnen und recht günstigen Finanzierungsbedingungen gestützt. Die vorliegende IWH-Prognose unterstellt, dass die Energiepreise im zweiten Halbjahr 2026 wieder deutlich zurückgehen. Sowohl 2026 als auch im Jahr darauf dürfte die Weltproduktion um 2,6 Prozent zunehmen.
Der Krieg am Golf verschlechtere die Aussichten auch für die deutsche Konjunktur: Die gestiegenen Energiepreise belasteten die Einkommen der privaten Haushalte und erhöhten die Produktionskosten. In der vorliegenden Prognose wird unterstellt, dass die Energiepreise in der zweiten Jahreshälfte 2026 wieder sinken. Unter solchen Voraussetzungen betrage der Effekt auf die Inflation in Deutschland im Jahr 2026 etwa 0,5 Prozentpunkte, und der Dämpfer für die Realwirtschaft sei nicht groß. Gestützt werde die Konjunktur in diesem und im kommenden Jahr von Mehrausgaben der öffentlichen Hand für Rüstung und Infrastrukturinvestitionen. „Was die Konjunktur im laufenden Jahr zusätzlich stützen dürfte, ist eine Stabilisierung der Exporte. Denn es wird wohl kein weiterer negativer Impuls vonseiten der US-Zollpolitik kommen, und die internationale Konjunktur bleibt nach vorliegender Prognose robust“, sagt Oliver Holtemöller, Leiter der Abteilung Makroökonomik und Vizepräsident des IWH. Im ersten Halbjahr 2026 dürfte die Erholung aber nur verhalten ausfallen, auch weil die höheren Energiekosten den privaten Konsum etwas dämpfen.
Ein erhebliches Konjunkturrisiko stellen nach IWH-Ansicht der Krieg am Persischen Golf und insbesondere die in seiner Folge gestiegenen Energiepreise dar. Diese könnten länger als hier unterstellt hoch bleiben, etwa wenn es für Tanker weiter zu riskant ist, die Straße von Hormus zu benutzen. Weil es für Flüssiggas ebenso wie für Erdöl einen integrierten Weltmarkt gibt, spiele es dabei keine große Rolle, dass bisher wenig Gas aus der Golfregion nach Europa geliefert wurde. Ein dauerhafter Preisanstieg für Energieträger in Europa würde die Inflationsraten stärker erhöhen und möglicherweise die Europäische Zentralbank veranlassen, ihre geldpolitischen Zügel anzuziehen. Sollte es allerdings nach Kriegsende zu einer Reintegration des Iran in den Welthandel kommen, wären mittelfristig auch positive Effekte für die deutsche Wirtschaft denkbar.
RWI/ISL: China treibt Containerumschlag im Januar hoch
Besonders stark war der Anstieg in den chinesischen Häfen. Das liege unter anderem an Vorzieheffekten: Viele Geschäfte werden vor dem chinesischen Neujahrsfest Ende Februar abgewickelt. In den nordeuropäischen Häfen laufen dagegen die Nachholeffekte nach den Streiks in Antwerpen und Rotterdam aus. Infolgedessen sank der europäische Containerumschlag. Abgesehen von diesen Sondereffekten zeige der weltweite Containerumschlag zum Jahresbeginn einen leichten Aufwärtstrend.
„China zog viele Handelsgeschäfte aufgrund des Neujahrsfests vor“, erklärt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt zur Entwicklung des Containerumschlag-Index: „In Europa laufen hingegen die positiv auf den Index wirkenden Hafenstreik-Nachholeffekte aus. Das zeigt sich deutlich in einem schwächeren Nordrange-Indexwert. Wirtschaftspolitisch bleibt die Lage angespannt. Das Chaos um die US-Zölle sorgt einmal mehr für Unsicherheit. Viele Unternehmen werden ihre Lieferketten wohl weiterhin überdenken. Trotz all dieser Unberechenbarkeiten sehen wir erste Anzeichen einer Stabilisierung des Welthandels.“
Außenhandel: Trotz Zeitenwende kaum neue Handelspartner
Trotz Forderungen nach weniger Abhängigkeit von den USA und China bleibe der deutsche Außenhandel auf wenige Partner konzentriert. Nach IW-Analysen entfielen 2025 nur knapp elf Prozent der Importe und Exporte auf die 25 strategisch bedeutsamen Länder des globalen Südens – kaum mehr als 2016 mit 10,5 Prozent. Ein Beispielsei Indien: Trotz des Aufstiegs zur viertgrößten Volkswirtschaft der Welt lag sein Anteil am deutschen Außenhandel 2016 bei 0,8 Prozent und stieg bis 2023 nur auf gut ein Prozent. Seither stagniert er, heißt es in einer IW-Pressemitteilung.
Anders die USA: Sie wickeln rund 30 Prozent ihres Außenhandels mit dieser Staatengruppe ab. Auch China habe seine Präsenz deutlich ausgebaut und erzielt dort inzwischen rund ein Drittel seines Außenhandels – vor zehn Jahren war es noch weniger als ein Viertel.
Große Abhängigkeit von China und USA
Weiterhin konzentriere sich ein großer Teil des deutschen Außenhandels neben dem EU-Binnenmarkt auf zwei Staaten:
China bleibe einer der zentralen Handelspartner Deutschlands 2025 lag sein Anteil an der deutschen Außenhandelsbilanz bei rund neun Prozent. Zwar sei der Anteil damit seit 2022 um gut einen Prozentpunkt gesunken, doch sei die Abhängigkeit von der Volksrepublik weiterhin groß – etwa bei Seltenen Erden. Besonders deutlich werde das beim Blick auf die Importe: Etwa 13 Prozent der deutschen Einfuhren stammen aus China, während der Exportanteil bei gut fünf Prozent liege.
Auch im Handel mit den USA gab es kaum Verschiebungen. Ihr Anteil an der deutschen Außenhandelsbilanz betrug 2025 rund acht Prozent. Politische Unsicherheiten und protektionistische Tendenzen haben die Handelsstrukturen bislang kaum verändert.
Partner für regelbasierte Weltwirtschaft gesucht
Länder des globalen Südens gewinnen als alternative Handelspartner und politische Verbündete an Bedeutung. Staaten außerhalb der geopolitischen Blöcke können helfen, Abhängigkeiten zu verringern und die regelbasierte Weltwirtschaft zu stärken. Deutschland nutze dieses Potenzial bislang kaum. Welche strategische Rolle diese Länder spielen können, zeige das Beispiel Marokko. Das Land entwickele sich zu einem attraktiven Standort für erneuerbare Energien und industrielle Produktion. Zudem unterstützen mehrere EU-Staaten wie Spanien und Frankreich Marokkos Anspruch auf die Westsahara – ein geopolitisch relevantes Signal.
Munich Security Report 2026: „Die Welt ist in eine Phase der Abrissbirnenpolitik eingetreten“
Der neue Munich Security Index 2026 zeigt eine wachsende Vertrauenskrise in die demokratische Regierungsführung in den G7‑Staaten. Während der Glaube an die Fähigkeit von Regierungen, eine bessere Zukunft zu gestalten, schwindet, setzt sich eine Art „Abrissbirnenpolitik“ durch, heißt es in einer MSC-Pressemitteilung.
Under Destruction
Die Welt sei in eine Phase der Abrissbirnenpolitik eingetreten. Die Devise umfassender Zerstörung statt inkrementeller Reform und sorgfältiger Kurskorrekturen präge vielerorts den Umgang mit gewachsenen politischen Strukturen. An der Spitze derjenigen, die versprechen, ihr Land von den Zwängen der bestehenden Ordnung zu befreien und zu neuer Größe zu führen, stehe ausgerechnet die aktuelle US-Regierung. Mehr als 80 Jahre nach ihrer Begründung befinde sich die vor allem von den USA geprägte Nachkriegsordnung im Prozess der Zerstörung. In den Kapiteln des diesjährigen Berichts richten die Autoren den Blick auf verschiedene Regionen und Politikfelder, in denen die Abkehr der US‑Regierung von zentralen Elementen der bestehenden Ordnung besonders deutliche Spuren hinterlasse. Sie verdeutlichen das Ausmaß der Herausforderung, verweisen aber zugleich auf koordinierte Bemühungen, die weit verbreitete Abhängigkeit von der Führungsrolle Washingtons zu verringern.
Der Munich Security Report (MSR) 2026 „Under Destruction“ ist hier zum Download verfügbar
RWI/ISL: Containerumschlag im Dezember 2025 global gewachsen
Laut aktueller Schnellschätzung ist der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) im Dezember 2025 saisonbereinigt auf 143,2 Punkte gestiegen, teilt das RWI in Essen mit. Gegenüber dem Vormonat erhöhte sich der Gesamtindex leicht um 1,2 Indexpunkte. Der Index für die nordeuropäischen Häfen sei hingegen um 1,4 Indexpunkte gesunken. Die Streiks in den Häfen Antwerpen und Rotterdam zum Ende des vergangenen Jahres belasten deren Containerumschläge nach wie vor, heißt es weiter.
Der Nordrange-Index, der Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung im nördlichen Euroraum und in Deutschland gibt, sei von 124,6 Punkten (revidiert) auf 123,2 Punkte im Dezember leicht zurückgegangen.
In den chinesischen Häfen sei der Containerumschlag deutlich gestiegen – von 159,7 Punkten im Vormonat (revidiert) auf 163,8 Punkte.
Save the Date: Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index für Januar 2026 wird am 27. Februar 2026 veröffentlicht.
Zur Entwicklung des Containerumschlag-Index sagt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt: „Im vergangenen Jahr hat der Welthandel trotz der erratischen US-Zollpolitik zugenommen. Sowohl Europa als auch China verzeichnen Zuwächse im Warenumschlag. Die USA hingegen fallen im Vergleich zum Vorjahr zurück. Die geplante Freihandelszone zwischen der EU und Indien wird ein Viertel der Weltwirtschaft abdecken. Diese Marktöffnung kann erheblich zu Wohlstand, Resilienz und Verlässlichkeit für alle Beteiligten beitragen.“
ifo Institut: Kapazitätsauslastung steigt langsam
„Den konjunkturellen Tiefpunkt hat die deutsche Wirtschaft offenbar hinter sich gelassen und steht am Beginn einer Erholung. Allerdings liegt der Auslastungsgrad immer noch um über zwei Prozentpunkte unter seinem langfristigen Durchschnitt “, sagt ifo Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Der Durchschnitt der seit 1991 ermittelten Werte liege bei 85,8 Prozent.
Besonders die Kapazitäten der Industrie seien mit 77,5 Prozent weit weniger ausgelastet als im langjährigen Durchschnitt (83,2 Prozent). Die niedrigsten Werte seien im Januar in der Textil- (70,3 Prozent) und Lederindustrie (65 Prozent), die höchsten in der Autoindustrie (82,3 Prozent) zu beobachten. Im Bauhauptgewerbe lag die Kapazitätsauslastung mit 66,6 Prozent zwar ebenfalls unter dem langjährigen Durchschnittswert (69,4 Prozent), dieser zeitweise Rückgang sei aber aufgrund des vielerorts ungünstigen Wetters nicht verwunderlich. Die ifo Kapazitätsauslastung bei Dienstleistern liegt mit 89,5 Prozent im Januar sogar über dem langfristigen Durchschnitt von 88,7 Prozent. „Dies steht im Einklang mit der überwiegend positiven Lageeinschätzung der Dienstleistungsunternehmer“, sagt Wollmershäuser.
EU-Indien: Weg für Freihandelsabkommen frei
„Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien markiert einen nächsten großen Schritt für Europas wirtschaftliche Resilienz. Mit fast zwei Milliarden Menschen entsteht eine der größten Freihandelszonen der Welt. Das Abkommen macht deutlich: Europa handelt entschlossen und stellt seine Partnerschaften breiter auf. Davon profitiert unsere Exportwirtschaft – und Europas Position in der globalen Wirtschaft“, betont Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche.
Das Abkommen verbessert laut Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums den Marktzugang zum indischen Markt insbesondere für die exportorientierten Branchen der deutschen Wirtschaft – darunter Maschinenbau, Chemie/Pharmazie, Elektrotechnik. Luft- und Raumfahrt sowie die Fahrzeug- und Zulieferindustrie. Nach vollständiger Umsetzung würden Zölle auf rund 96,6 Prozent der EU-Ausfuhren nach Indien abgeschafft oder gesenkt. Darüber hinaus ziele das Abkommen darauf ab, bestehende Handelshemmnisse zu reduzieren und Verfahren im bilateralen Handel zu erleichtern, um den Marktzugang für Unternehmen praktikabler zu gestalten. Dies sei vor allem auch für mittelständische Unternehmen ein wichtiger Fortschritt.
Die Einigung schließe sich an die erfolgreichen Verhandlungsabschlüsse mit Indonesien, MERCOSUR und Indien an; gleichzeitig füge sie sich in die Freihandelsagenda der Europäischen Union und Deutschlands ein.
ifo Institut: Nur jeder fünfte Beschäftigte nutzt KI regelmäßig
Der aktuellen ifo-Studie zufolge haben rund 64 Prozent KI bereits eingesetzt, die meisten nutzen sie jedoch nur gelegentlich. „Zudem wurde die KI-Hauptanwendung nur bei etwa einem Drittel der Nutzenden auch vom Unternehmen eingeführt – zwei Drittel nutzen KI demnach also eigeninitiativ“, sagt Oliver Schlenker, stellvertretender Leiter des Ludwig Erhard ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft.
Die individuelle Nutzung konzentriere sich laut Studie stark auf leicht zugängliche Text‑Tools (zum Beispiel ChatGPT, Übersetzer), die einfach verfügbar sind und geringe Einstiegskosten haben. Diese würden von über 80 Prozent der KI-Nutzenden verwendet. Die formelle arbeitgebergesteuerte Nutzung von KI-Tools konzentriere sich zudem auch auf komplexere oder kostspieligere Anwendungen (zum Beispiel diagnostische Tools, Sprach- oder Bildverarbeitung). „Die Beschäftigten berichten jedoch auch, dass die betriebliche Einführung von KI mit einer höheren Nutzungshäufigkeit, mehr Weiterbildungsangeboten, mehr KI-basierter Supervision und höheren Produktivitätsgewinnen einhergeht“, sagt Schlenker.
Die Ergebnisse basieren auf Auswertungen der zweiten Befragung zur Verbreitung und Auswirkungen von Digitalisierung und Wandel der Beschäftigung (DiWaBe 2.0) von 2024. Das ifo Institut hat die Analyse gemeinsam mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) durchgeführt. Die Umfrage umfasst ca. 9.800 Interviews und sei repräsentativ für die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland. Die dargestellten Ergebnisse zeigten Korrelationen und Zusammenhänge, keine kausalen Effekte.
BIP – Best in Procurement ab 2. März online!
Das Titelthema der ab 02.03.2026 online verfügbaren BIP – Best in Procurement lautet: „Geopolitik verändert die Spielregeln im Einkauf“. Aktuelle Berichte rund um Einkauf, Beschaffungslogistik und Supply Chain Management komplettieren die erste Ausgabe der BIP im neuen Jahr.
Weitere Topthemen der BIP-1-26 sind:
Konjunktur:
- BIP-Exklusiv-Interview mit HCOB-Chefvolkswirt Cyrus de la Rubia zur Lage in der deutschen Industrie
Wirtschaftspolitik:
- Warum hat die US-Wirtschaft die Zölle so gut weggesteckt?
- Mögliche Auswirkungen der US-Zollpolitik: Kommentare deutscher EMI-Umfrageteilnehmer
- Ein Jahr Trump im Weißen Haus: Deutsche Unternehmen meiden die USA
- Global Risks Report 2026 des WEF: Geoökonomische Risiken bedrohen die Weltwirtschaft
Rohstoffe:
- GTAI-Umfrage: Mittelstand bereit für höhere Rohstoffkosten
Procurement:
- BIP-Interview mit Rheinmetall-CPO Marcus Gerlach: „Lieferketten im Hochbetrieb“
Business Logistics:
- BME-Gehaltsreport Logistik und Supply Chain: Frauen verdienen deutlich weniger als Männer
Save the Date: Die BIP-1-26 erscheint am 2. März. Über unsere Kommunikationskanäle (Homepage, BIP-Unterseite, Weekly-Newsletter, LinkedIn und MyBME.de) erhalten Sie dann auch einen Link zum Download des PDF.
Bruttoinlandsprodukt 2025 um 0,2 Prozent gewachsen
„Nach zwei Rezessionsjahren ist die deutsche Wirtschaft wieder leicht gewachsen. Das Wachstum ist vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, auf der Pressekonferenz „Bruttoinlandsprodukt 2025“ in Berlin. „Demgegenüber gaben die Exporte erneut nach. Die Exportwirtschaft sah sich heftigem Gegenwind ausgesetzt durch die höheren US-Zölle, die Euro-Aufwertung und die stärkere Konkurrenz aus China. Zudem hielt die Investitionsschwäche an. Sowohl in Ausrüstungen als auch Bauten wurde weniger investiert als im Vorjahr“, so Brand weiter.
Exporte von Waren und Dienstleistungen sinken leicht
In einem für den deutschen Außenhandel turbulenten Jahr seien die Exporte 2025 nochmals zurückgegangen (-0,3 Prozent), das war der dritte Rückgang in Folge. Ursächlich waren die Warenausfuhren, die das Vorjahresniveau preisbereinigt um 0,7 Prozent unterschritten. Betroffen seien Kernbereiche der deutschen Exportwirtschaft gewesen: Nach den bislang vorliegenden Daten der Außenhandelsstatistik bis Oktober 2025 seien weniger Kraftwagen und Kraftwagenteile, Maschinen und chemische Erzeugnisse exportiert worden. Die Dienstleistungsexporte seien dagegen preisbereinigt 1,1 Prozent höher als im Vorjahr gewesen.
Auf der Importseite sei die Situation im Jahr 2025 gänzlich anders gewesen: Nach zwei Jahren mit Rückgängen legten die Einfuhren preisbereinigt kräftig um 3,6 Prozent zu, heißt es weiter. Treiber seien die Warenimporte gewesen, die deutlich um 5,1 Prozent anstiegen. Unter anderem seien mehr Maschinen, elektrische Ausrüstungen, pharmazeutische Erzeugnisse und Nahrungsmittel importiert worden als 2024. Die Einfuhren von Dienstleistungen seien mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent hinter die Wachstumsraten der Vorjahre zurückgefallen.
Kontakt:
Welthandel trotzt Handelskriegen
Der Welthandel hat sich 2025 stabiler als erwartet erwiesen. Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist laut aktueller Schnellschätzung im November des abgelaufenen Jahres nur leicht auf 137,5 Punkte gesunken. Der Gesamtindex ist damit gegenüber dem Jahresanfang nahezu unverändert, teilt das RWI weiter mit.
Europa kämpfe mit strukturellen Problemen. Zwar sei in den Häfen des nördlichen Euroraums (Nordrange-Index) der Containerumschlag gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt von 111,2 Punkten (revidiert) auf 118,0 Punkte im November kräftig gestiegen. Die Zunahme gehe allerdings auf das Streikende in Antwerpen zurück. Somit gelte weiter: Die europäischen Häfen hinkten dem weltweiten Umschlag hinterher. Die Lücke zu anderen Weltregionen schließe sich nicht.
In den chinesischen Häfen sei der Containerumschlag von 152,3 Punkten im Vormonat (revidiert) auf 150,2 Punkte zurückgegangen.
Zur Entwicklung des Containerumschlag-Index sagt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt: „Der weltweite Containerumschlag beweist eine bemerkenswerte Resistenz gegen die handelspolitischen Turbulenzen. Für Europa ist das kein Grund zur Entwarnung. Während wir stagnieren, festigen andere ihre Positionen auf dem Weltmarkt. Die Globalisierungs-Dividende ist aufgebraucht. Wer jetzt noch auf Exporte setzt statt auf Strukturreformen, spielt russisches Roulette mit der Zukunft. Lösungen für die heimische Wachstumsschwäche müssen daher in Deutschland gefunden werden.“
Globales Interesse an Industrierohstoffen weiter schwach
Die Nachfrage nach Industrierohstoffen dürfte angesichts der weiterhin schwachen globalen Konjunkturdynamik vorerst keinen spürbaren synchronen Preisauftrieb erzeugen. Überkapazitäten sowie die schwache Binnennachfrage in China - unter anderem infolge der anhaltenden Probleme im Immobiliensektor - begrenzen zusätzliche Preissteigerungen, informiert die IKB Deutsche Industriebank AG, Düsseldorf. Der Ölpreis dürfte angesichts eines insgesamt gut versorgten Marktes und nur moderat steigender Nachfrage eher in einer breiten Seitwärtsbewegung verlaufen, heißt es weiter.
Edelmetalle, insbesondere Gold, erhielten hingegen Unterstützung durch geopolitische Unsicherheiten und sinkende Renditen. Dies gelte umso mehr, sollte sich die US-Wirtschaft überraschend deutlich abkühlen und damit die Unsicherheit über die US-Handelspolitik erneut zunehmen.
Insgesamt bleibe festzuhalten, konjunkturelle Rohstoffe würden nur überschaubare Preisimpulse erhalten.
Die Weltrohstoffpreise zogen laut IKB-Angaben im November auf Dollarbasis um 3,2 Prozent an. In Inlandswährung habe der Anstieg aufgrund einer leichten Abwertung des Euro zum US-Dollar 3,8 Prozent betragen.
Massive Defizite, schwache Dynamik
Die deutsche Wirtschaft hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Für mehr als ein mageres Plus von 0,1 Prozent reicht es in diesem Jahr jedoch nicht, zeigt die Winterprognose des Kiel Instituts für Weltwirtschaft. Ab dem kommenden Jahr setzt die expansive Finanzpolitik zwar konjunkturelle Impulse, die aber geringer ausfallen, als bislang erwartet. Das Kiel Institut rechnet 2026 eigenen Angaben zufolge mit einer Zuwachsrate des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,0 Prozent (bislang 1,3 Prozent) und 2027 von 1,3 Prozent. Bremsend wirkten neben strukturellen Hemmnissen auch die schwächelnden Exporte aufgrund der US-Zollpolitik und rückläufigen Ausfuhren nach China.
„Die vielen strukturellen Probleme im Sozialsystem, die Überbürokratisierung oder der Rückstand bei Künstlicher Intelligenz und anderen modernen Technologien lassen Deutschlands Wirtschaft auf der Stelle treten“, sagt Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts. Es sei insgesamt enttäuschend, „dass wir für das kommende Jahr nicht mehr als ein Prozent Zuwachs erwarten können, obwohl die Bundesregierung hohe Schulden aufnimmt und die staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung erhöhen will“.
Nach Einschätzung von Stefan Kooths, Konjunkturchef des Kiel Instituts, könne sich ohne wachstumsstärkende Reformen „kein selbsttragender Aufschwung einstellen. Für die Unternehmen stehen hinter den Standortfaktoren weiterhin zu viele Fragezeichen, um sich hierzulande wieder stärker zu engagieren. In dem Maße, wie die zuletzt kräftigen Lohnzuwächse vermehrte Abfindungszahlungen widerspiegeln, ist das ein weiteres Krisensignal aus den industriellen Kernbereichen. Unternehmen, die sich heute von Personal trennen, sehen in absehbarer Zukunft keine Chancen auf Besserung. Das ist eine Misstrauenserklärung an den Standort Deutschland.“
Die Weltwirtschaft legt laut Prognose des Kiel Instituts im laufenden und kommenden Jahr um gut drei Prozent zu. Dabei verliere die Dynamik in den Vereinigten Staaten und im Euroraum zunächst an Fahrt, während die Konjunktur in China nicht in Schwung komme.
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Kräftiger Rückgang des Containerumschlags in Europa
Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist laut aktueller Schnellschätzung im Oktober dieses Jahres auf 137,2 Punkte gestiegen. Der Gesamtindex holte seinen Rückgang gegenüber dem Vormonat damit weitgehend auf, teilt das RWI weiter mit. Deutsche und europäische Häfen verlören jedoch weiterhin massiv Containerfracht. Im Oktober sei der Containerumschlag um fünf Indexpunkte – der dritte Rückgang in Folge – gesunken. Nach der Belebung des Handels in Europa im vergangenen Jahr falle Europa weiter zurück und entkoppele sich zunehmend vom Welthandel.
Zur Entwicklung des Containerumschlag-Index sagt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt: „Europa verliert seit 2022 Anteile am Welthandel*.* Dazu dürften zum einen die Sanktionen gegen Russland beigetragen haben. Zum anderen haben die stark gestiegenen Energiekosten die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen verschlechtert. Nicht zuletzt leiden die Importe unter der schwachen Konjunktur in Europa. Es gibt daher wenig Hoffnung, dass Europa in Kürze mit der weltwirtschaftlichen Entwicklung wieder Schritt halten kann.“
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ifo Geschäftsklimaindex gefallen
Die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex sank im November auf 88,1 Punkte, nach 88,4 Punkten im Oktober, teilt das ifo Institut in München mit.
Der leichte Rückgang sei auf pessimistischere Erwartungen zurückzuführen. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage hingegen etwas besser. Die deutsche Wirtschaft zweifele an einer baldigen Erholung.
Im Verarbeitenden Gewerbe sei der Index gefallen. Insbesondere die Erwartungen bekamen einen deutlichen Dämpfer, heißt es weiter. Die Unternehmen blickten skeptischer auf die kommenden Monate. Der Auftragsbestand sei leicht rückläufig gewesen. Mit den laufenden Geschäften waren sie hingegen etwas zufriedener, so das ifo Institut.
Im Dienstleistungssektor habe sich das Klima erneut aufgehellt. Die Dienstleister beurteilten die aktuelle Lage etwas besser. Die Aussichten trübten sich jedoch leicht ein. Einen merklichen Rückschlag habe es im Bereich Transport und Logistik gegeben, im Tourismus sich die Stimmung hingegen deutlich aufgehellt. Im Handel habe das Geschäftsklima nachgegeben. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Lage etwas schlechter. Auch ihre Erwartungen rutschten nach unten. Insbesondere der Einzelhandel zeigte sich zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts enttäuscht.
Auch im Bauhauptgewerbe verzeichnete der Index einen Rückgang. Während die aktuelle Lage einen klaren Aufwärtstrend zeige, fielen die Erwartungen erneut pessimistischer aus. Die schwache Nachfrage bleibe ein bestimmender Engpass.
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