Lieferketten wieder aufbauen

Fehlendes Material, Container unter Quarantäne, stark schwankende Nachfrage: Für Supply Chain Manager bedeutet die Covid-19-Pandemie eine immense Herausforderung. Zur Unterstützung des Anlaufens nach disruptiven pandemischen Ereignissen hat das Fraunhofer IML ein Whitepaper veröffentlicht.

Foto: Hapag Lloyd

Die ungewöhnliche Situation der weltweiten Pandemie erfordert neue logistische Ansätze. Dabei zeigt sich als größtes Problem, dass Wertschöpfungsketten nicht mehr ineinandergreifen. Denn zum einen verändern sich Bestände unkontrolliert durch Produktionsstopps, andererseits entstehen Engpässe innerhalb der Supply Chains in Regionen, in denen die Pandemie versetzt eingetreten ist. Gleichzeitig kommt es teilweise zu starken Nachfrageinbrüchen oder einem sehr starken Anstieg der Nachfrage.

Das vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML aktuell veröffentlichte Whitepaper „Fast Ramp-Up: Anlaufmanagement nach disruptiven pandemischen Ereignissen“ soll Unternehmen bei der Bewältigung dieser komplexen Problematik unterstützen. Ein wichtiger Schritt ist demnach die frühzeitige Einrichtung einer Wiederanlauf-Einheit. Die „Ramp-up Task Force“ setzt sich analog zu den Unternehmensbereichen zusammen. Innerhalb dieser Einheit sollten Kollegen aus Vertrieb/Marketing, Logistik, Beschaffung, Produktion, Finanzen, Personal und IT alle wichtigen Informationen zu Kapazität, Losgrößen, Bestände, Workflow und Mitarbeitereinsatz bewerten und entscheiden.

Des Weiteren führt das Whitepaper bestehende Konzepte auf und leitet daraus relevante Konzepte und Handlungsempfehlungen für das Anlaufmanagement ab. Darüber hinaus wird anhand von Szenarien aufgezeigt, wie die Anwendung einer Simulation mit dem vom Fraunhofer IML entwickelten Order-To-Delivery-Network (OTD-NET) Simulator das Anlaufmanagement stützen kann. Dieser Simulator bildet Supply Chain Prozesse und deren Planungsabläufe ab. Die detaillierte Abbildung übergreifender Planungsprozesse ist ein Merkmal dieses Tools. Von der Bestellung bis hin zur Auslieferung werden Planungs- und Materialflussprozesse im Hinblick auf Kosten, Leistung und Ökologie bewertbar gemacht.

Beispielsweise lassen sich Servicelevel, benötigte Kapazitäten und Durchlaufzeiten abrufen. Besonders interessant: Unterschiedliche Risikoszenarien, wie beispielsweise erneut zunehmende Infektionszahlen  der Corona-Pandemie, sind über Risikoeintritt und -auswirkungen darstellbar. Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Risiken sowie deren Effekte auf die Supply Chain Partner lassen sich ebenfalls über OTD-Net darstellen. Das Tool wurde bereits in verschiedenen Industrie- und Forschungsprojekten eingesetzt.

Whitepaper „Fast Ramp-Up: Anlaufmanagement nach disruptiven pandemischen Ereignissen“

 

 

 

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