11.08.2021 //

Maschinenbau leidet unter Materialmangel

VDMA: Insbesondere Elektronikkomponenten und Stahl sind knapp. Engpässe bei den Vorprodukten dämpfen die Produktionspläne der Unternehmen.

Die deutsche Industrie leidet zunehmend unter fehlenden Rohstoffen und Produktionsmaterialien. Das gilt insbesondere für den Maschinen- und Anlagenbau. Foto: VDMA/Siemens Die deutsche Industrie leidet zunehmend unter fehlenden Rohstoffen und Produktionsmaterialien. Das gilt insbesondere für den Maschinen- und Anlagenbau. Foto: VDMA/Siemens

Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland leidet immer stärker unter Materialengpässen. Dies geht aus aktuellen Zahlen des ifo Instituts hervor. „Bereits 70 Prozent der Unternehmen im Maschinenbau sehen ihre Produktion durch einen Materialmangel deutlich erschwert. Das ist mit Abstand der höchste Wert seit Veröffentlichung dieses gesamtdeutschen Indikators”, erläutert VDMA Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Der Materialmangel treffe zwar die Teilbranchen unterschiedlich hart. „Betroffen sind jedoch alle”, sagt Wiechers weiter. Besonders problematisch sei die Versorgung mit Elektronikkomponenten und Stahl.

Damit habe sich die Lage gegenüber der letzten Erhebung im April weiter verschärft. Zu diesem Zeitpunkt meldeten bereits über 40 Prozent der Teilnehmer am ifo-Konjunkturtest aus dem Maschinen- und Anlagenbau Knappheiten bei der Materialversorgung. Ausweislich einer VDMA-Umfrage ebenfalls im April sah etwa jedes vierte Unternehmen eine zunehmende Anspannung in den Lieferketten innerhalb der nächsten drei Monate auf sich zukommen. „Mit dieser Verschärfung war leider zu rechnen”, erläutert Wiechers.

Geschäftsklima gerät ins Stocken

Die schlechte Versorgungslage dürfte auch ein Grund für die weniger euphorische Stimmung der Unternehmer sein. Das ifo-Geschäftsklima im Maschinenbau konnte im Juli erstmals seit neun Anstiegen in Folge nicht weiter zulegen. Grund dafür sei ein nachlassender Optimismus beim Blick auf die Entwicklung in den kommenden Monaten (plus 29,6 Prozent nach plus 33,3 Prozent im Juni). „Die Knappheit bei den Vorprodukten dämpft die Produktionspläne der Unternehmen. Zudem setzen wieder ansteigende Infektionszahlen in vielen für den Maschinenbau wichtigen Märkten die Lieferketten weiter unter Druck“, informiert Wiechers.

Produktionsprognose bleibt bei plus zehn Prozent

Der VDMA bleibt gleichwohl bei der Jahresprognose von plus zehn Prozent Produktionswachstum. Denn die Unternehmen bewerteten nicht nur ihre aktuelle Geschäftslage etwas besser als im Vormonat (plus 48,9 Prozent im Saldo nach plus 45,6 Prozent). Auch die Kapazitätsauslastung stieg im Juli im Vergleich zum April nochmals an und liege mit 88,3 Prozent nun deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 85,9 Prozent. Außerdem konnte bisher ein Anstieg der Kurzarbeit beispielsweise in Folge ausfallender Zulieferungen vermieden werden. Im Juni lag die Kurzarbeit bei ca. 52.000 Beschäftigten – und damit nur noch geringfügig über dem Vor-Corona-Niveau. Vielmehr planen zahlreiche Unternehmen Neueinstellungen und berichten über wachsende Besetzungsprobleme in Folge von Fachkräftemangel. „Das ist ein klares Zeichen dafür, dass die Maschinen- und Anlagenbauer trotz aller Hindernisse und Herausforderungen engagiert und Willens sind, ihre Produktion zu steigern und ihre Kunden wo immer möglich zeitnah zu bedienen”, ergänzt Wiechers.

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