02.12.2020 // Strategien, Methoden & Tools

Neuer Digitalisierungsindex für die deutsche Wirtschaft

BMWi: Beim Grad der Digitalisierung gibt es zwischen den Branchen enorme Unterschiede. Viele Unternehmen schöpfen ihre Digitalisierungspotenziale noch nicht aus.

Foto: Aneta Esz/pixabay.com Foto: Aneta Esz/pixabay.com

Ein neuer Digitalisierungsindex soll künftig Aufschluss über den Stand der Digitalisierung der deutschen Wirtschaft geben. Er wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) erstellt und erstmals veröffentlicht. Der Index wird jährlich erhoben, heißt es in einer BMWi-Pressemitteilung.

„Mit dem Digitalisierungsindex verfügen wir von nun an jährlich über ein aktuelles und differenziertes Lagebild zur Digitalisierung der Unternehmen und können die Entwicklung beobachten“, betonte Thomas Jarzombek, Beauftragter des BMWi für die Digitale Wirtschaft und Start-ups. Im aktuellen ersten Jahr würden die Startplätze festgelegt. „Wir sehen, dass es beim Grad der Digitalisierung zwischen den Branchen enorme Unterschiede gibt. Auch kleine und mittlere Unternehmen schöpfen ihre Digitalisierungspozentiale noch nicht in vollständigem Umfang aus“, fügte Jarzombek hinzu. Genau hier setzten BMWi-Programme wie „Digital Jetzt“ und die Mittelstand 4.0 Kompetenzzentren im ganzen Land an.

Die Ergebnisse des Digitalisierungsindex können laut BMWi-Angaben Politik und Wirtschaft zukünftig dabei helfen, ihre Maßnahmen zur Stärkung der Digitalisierung in Deutschland noch gezielter auszurichten. Anhand von 37 Indikatoren erfasse und quantifiziere der neue Index den bisher erreichten Stand. Analysiert würden die Unterschiede zwischen Branchen, Unternehmensgrößen, Gruppen von Bundesländern und Regionstypen.

Am weitesten fortgeschritten bei der Digitalisierung seien demnach die Informations- und Kommunikationsbranche (IKT), der Fahrzeugbau und die Branchen Elektrotechnik und Maschinenbau. Großunternehmen (mehr als 249 Beschäftigte) wiesen einen deutlich höheren Digitalisierungsgrad auf als mittelständische Unternehmen (50-249 Beschäftigte). Kleine Unternehmen (1-49 Beschäftigte) hätten noch das größte Digitalisierungspotenzial. Süddeutschland stehe beim Digitalisierungsgrad an der Spitze. Auch Ballungsgebiete wie Berlin, Dresden, Hannover, Hamburg, München und Köln erreichten sehr hohe Werte.

Die nächsten Ergebnisse zum Digitalisierungsindex werden laut BMWi im Herbst 2021 vorliegen. Auf der neugestalteten Seite www.de.digital stelle das BMWi künftig regelmäßig neue Informationen zum Stand der Digitalisierung in Deutschland sowie zur Umsetzung von Initiativen und Projekten bereit. Ein Smart City Navigator gebe dort einen Überblick über bereits realisierte nachhaltige Digitalisierungsprojekte in Städten und Kommunen und einen Einblick in smarte, nachhaltige Projekte aus ganz Deutschland.

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