BME-Ausschüsse „Mobilität und Logistik“, „Außenhandel“ und „Nachhaltigkeit“: Sitzungen erfolgreich abgeschlossen
Infrastruktur neu denken: Planung beschleunigen, Digitales vorantreiben
In der Sitzung des Ausschusses „Mobilität und Logistik“ am 25. August 2025 stand die Zukunft der Infrastruktur im Fokus. Deutlich wurde: Mehr Geld allein löst nicht die Herausforderungen bei Brücken, Straßen und Teilen des Schienennetzes.
Kevin Gründer (duisport) unterstrich in seinem Vortrag die zentrale Bedeutung der Häfen für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Doch Hafeninvestitionen wirken nur dann nachhaltig, wenn zusätzlich verlässliche Schienen- und Straßenkorridore bestehen. Fehlt diese Infrastruktur, droht eine Rückverlagerung von Transporten auf die Straße – verbunden mit negativen Folgen für Wettbewerbsfähigkeit und Klima.
Lena Schlett vom Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen e.V. (BGA) nannte als Schlüsselfaktoren für den politischen Erfolg schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie die digitale Modernisierung administrativer Abläufe. Künstliche Intelligenz und digitale Beteiligungsverfahren können die Umsetzung hierbei spürbar beschleunigen. Empfohlen wurden u. a. eine engere Koordination von Investitionen entlang zentraler Korridore, die zügige Einführung digitaler Verwaltungsprozesse und Pilotprojekte zur Operationalisierung neuer Technologien in der Logistik.
Das Fazit: Finanzielle Ressourcen sind vorhanden. Entscheidend für den Erfolg ist jetzt die Modernisierung der Prozesse und die konsequente Verknüpfung der Maßnahmen.
Kritische Materialien unter Druck: Resilienz jetzt aufbauen
Am 20. August 2025 kamen die Ausschüsse „Außenhandel“ und „Nachhaltigkeit“ zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Drei eng verwandte Praxisfelder standen dabei im Fokus: nachhaltige Rohstoffbeschaffung, Auswirkungen exportseitiger Restriktionen und die operative Lage in Unternehmens-Lieferketten.
Yvonne Jamal (JARO-Institut) zeigte anhand eines Praxisbeispiels aus dem Mittelstand, wie mineralische Lieferketten durch enge Kooperation mit Zulieferern strukturierter und effizienter gestaltet werden können. Staatliche Rohstoffprofile und spezialisierte Rechercheangebote erwiesen sich dabei als hilfreiche Instrumente für Risiko- und Transparenzanalysen.
Dr. Yun Schüler-Zhou (Deutsche Rohstoffagentur) ordnete die jüngsten Exportbeschränkungen Chinas ein. Sie machte deutlich, dass beobachtete Exportrückgänge und Diversifizierungsbewegungen bei Abnehmern Unternehmen zwingen, Beschaffungswege neu zu denken. Technische Vorgaben bei Genehmigungen — etwa die Spiegelung an Verbrauchsdaten zur Vermeidung von Bevorratung — haben unmittelbare operative Auswirkungen und erhöhen die Unsicherheit in mehreren Materialklassen.
Abschließend präsentierte Niklas Mahlke (Germany Trade And Invest – GTAI) erste Ergebnisse einer Rohstoffumfrage: Viele Unternehmen beziehen kritische Rohstoffe über direkte Lieferbeziehungen und in verarbeiteten Stufen. Gleichzeitig sehen sie Preisvolatilität, Lieferverzögerungen und politische Unsicherheiten (inklusive Exportkontrollen) als zentrale Risiken. Diese Kombination aus relativer Stabilität und punktueller Verwundbarkeit verlangt konkrete Gegenmaßnahmen in Beschaffung und Risiko-Monitoring.
Resümee: Die Bausteine sind vorhanden — Tools, Praxiserfahrungen und erste Umfrageergebnisse zeigen gangbare Wege. Entscheidend ist jetzt, Politik, Behörden und Unternehmenspraxis so zu verzahnen, dass Transparenz-Instrumente, Genehmigungsverfahren und digitale Abläufe nicht zum Hemmnis werden, sondern echte Handlungsspielräume eröffnen.
BME-Ausschüsse: Mitmachen erwünscht!
Die Arbeit der BME-Ausschüsse lebt vom Engagement ihrer Mitglieder. In den kommenden Sitzungsrunden haben Interessierte erneut die Möglichkeit, Themen einzubringen, Impulse zu geben und die Agenda des Verbandes aktiv mitzugestalten.
Ob durch Themenvorschläge, Beiträge oder Mitarbeit in Arbeitsgruppen: Die Ausschüsse sind Ihr Forum – nutzen wir es gemeinsam.