20.05.2026Rohstoffmärkte

BME-Marktanalyse Rohstoffe 01/2026: Aluminium unter Druck – Geopolitik und Angebotsengpässe treiben Preise auf Mehrjahreshoch

Der globale Aluminiummarkt ist mit deutlichen Preissteigerungen in das Jahr 2026 gestartet. Lieferengpässe, geopolitische Spannungen und strukturelle Angebotsdefizite sorgen laut aktueller BME-Marktanalyse Rohstoffe 01/2026 für eine angespannte Versorgungslage. Für Industrie und Einkauf bleiben Preis- und Lieferrisiken hoch.
Die weltweite Aluminiumversorgung bleibt angespannt: Geopolitische Konflikte, hohe Energiekosten und Lieferengpässe treiben die Preise für Industriemetalle auf ein Mehrjahreshoch und erhöhen den Druck auf Industrie und Einkauf. © Opla/iStock

Weltmarkt bleibt angespannt

Der Aluminiummarkt war im ersten Quartal 2026 von einer anhaltend knappen Versorgung geprägt. Zwar erreichte die weltweite Primäraluminium-Produktion im Januar mit mehr als 6,3 Millionen Tonnen einen neuen Monatsrekord, doch insbesondere China stößt mit seiner Produktion inzwischen nahezu an die staatlich festgelegte Kapazitätsgrenze von 45 Millionen Tonnen pro Jahr. Die starke Inlandsnachfrage aus den Bereichen E-Mobilität und Solarenergie bindet dabei große Teile des verfügbaren Materials.

Europa kämpft derweil weiterhin mit strukturellen Defiziten. Hohe Energiekosten haben seit 2022 erhebliche Produktionskapazitäten stillgelegt. Trotz einzelner Wiederanläufe liegt die europäische Primärproduktion deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Gleichzeitig verschärft der Export großer Mengen Aluminiumschrott nach Asien die Lage zusätzlich: Zahlreiche Recyclingkapazitäten in Europa können deshalb nicht voll ausgelastet werden.

Geopolitische Risiken verschärfen Versorgungslage

Zusätzlichen Druck brachte die Eskalation des Nahostkonflikts Ende Februar 2026. Die Blockade der Straße von Hormus beeinträchtigte Lieferketten und belastete die Produktion in der Golfregion erheblich. Verzögerte Ausfuhren und festgesetzte Frachtschiffe führten zu einer weiteren Verknappung am Markt. Händler reagierten mit verstärkten Lagerabzügen an der London Metal Exchange (LME), deren Bestände bis Ende März deutlich zurückgingen.

Auch mögliche längerfristige Produktionsausfälle – etwa in Mosambik – erhöhen die Unsicherheit. Der Markt reagiert derzeit äußerst sensibel auf zusätzliche Störungen, da kaum Reserven vorhanden sind.

Preise steigen deutlich

Die angespannte Angebotslage spiegelte sich unmittelbar in der Preisentwicklung wider. Bereits zu Jahresbeginn überschritt der Aluminiumpreis an der LME die Marke von 3.000 US-Dollar je Tonne. Nach einer kurzen Konsolidierung im Februar zog der Markt im März erneut kräftig an und erreichte mit rund 3.590 US-Dollar je Tonne ein neues Mehrjahreshoch.

Hohe Risiken für Einkauf und Industrie

Nach Einschätzung der BME-Marktanalyse bleibt der Aluminiummarkt auch im weiteren Jahresverlauf angespannt. Strukturelle Faktoren wie hohe Energiekosten, regulatorische Vorgaben und geopolitische Risiken begrenzen das Angebot, während Zukunftsbranchen für eine stabile Nachfrage sorgen.

Für Unternehmen bedeutet dies anhaltend hohe Preis- und Lieferrisiken. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich, Bezugsquellen stärker zu diversifizieren, Preisabsicherungsstrategien zu prüfen und den Einsatz von Recyclingmaterial auszubauen.

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