BME-Statement zum EU-Freihandelsabkommen mit Indien
Der Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) begrüßt die Einigung auf ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und Indien ausdrücklich. Mit einem Markt von fast zwei Milliarden Menschen, entsteht damit die größte Freihandelszone der Welt.
Dr. Lars Kleeberg, Hauptgeschäftsführer des BME, erklärt: „Dieses Abkommen ist einkaufspolitisch hoch relevant. Wer Lieferketten resilienter machen will, braucht neue, verlässliche Beschaffungsräume und genau das leistet die Einigung mit Indien. Europa muss hier geschlossen weiter vorangehen, der Mercosur-Vorgang in der vergangenen Woche darf sich keinesfalls wiederholen.“
Indien ist mit seinen demokratischen, pluralistischen Institutionen und Unternehmen ein Partner, der Planbarkeit und Vertrauen schafft. Genau das braucht Europa in Zeiten offener geopolitischer Verwerfungen. Die EU beweist mit dieser Einigung strategische Handlungsfähigkeit und setzt ein Signal für eine nachhaltige, resiliente und diversifizierte Wirtschaftspolitik.
Für Einkauf und Lieferketten eröffnet das Abkommen erhebliche Chancen: mehr Diversifizierung im Sourcing, breitere Lieferantenbasis, perspektivisch weniger Zollbelastung sowie schnellere, verlässlichere Verfahren im grenzüberschreitenden Warenverkehr. Für viele Unternehmen ist Diversifizierung kein politisches Schlagwort, sondern Risikomanagement gegen Ausfälle, Zölle und willkürliche Eingriffe. Entscheidend ist, dass die angekündigten Erleichterungen nun schnell ratifiziert und umgesetzt werden, damit sie in den Beschaffungsrealitäten messbar ankommen.