BME zum Wirtschaftsfaktor Defence: Verteidigungsfähigkeit braucht Souveränität
Deutschland diskutiert intensiv über den Aufbau seiner Verteidigungsfähigkeit bis 2029. Dabei wird deutlich: Die entscheidende Frage lautet nicht nur, wie viel beschafft und produziert werden soll, sondern ob die dafür notwendigen Technologien, Vorprodukte, Verarbeitungskapazitäten, Lieferanten und Transportwege tatsächlich verfügbar sind.
Vor diesem Hintergrund sehen der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), TKMS GmbH, Dynamit Nobel Defence GmbH und duisport – Duisburger Hafen AG, die größte Herausforderung nicht allein bei Rohstoffen oder Produktionskapazitäten. Entscheidend ist vielmehr, dass Deutschland derzeit in strategisch relevanten Bereichen technologische und industrielle Schlüsselkompetenzen verliert, die für seine Verteidigungsfähigkeit und Handlungsfreiheit von hoher Bedeutung sind. Was heute an industrieller Substanz verloren geht, lässt sich im Krisenfall nicht kurzfristig zurückgewinnen.
Gleichzeitig benötigt die Industrie eine moderne, leistungsfähige und resiliente Infrastruktur. Nur mit verlässlichen Schienen-, Straßen- und Wasserwegen können Güter, Vorprodukte und strategisch relevante Materialien schnell, sicher und wettbewerbsfähig transportiert werden.
Mirjam Zeller, Leiterin Competence Center Defence Procurement und SVI-Connect beim BME: „Unsere Forderung an die Politik lautet: Strategische Schlüsselkompetenzen und kritische Infrastruktur müssen als Teil der nationalen Sicherheitsvorsorge erkannt, geschützt, gezielt erhalten beziehungsweise wieder aufgebaut werden. Deutschland muss in der Lage sein, sicherheits- und verteidigungsrelevante Technologien eigenständig zu entwickeln, zu fertigen und verfügbar zu halten. Denn nur wer die Fähigkeiten im Land oder bei engen Bündnispartnern hat und auf eine funktionierende Infrastruktur zurückgreifen kann, kann dauerhaft souverän handeln und liefern."
Defence Readiness entsteht durch industrielle Fähigkeiten, qualifizierte Unternehmen und belastbare Lieferketten in einer verlässlichen Infrastruktur. Die Politik muss deshalb nicht nur Aufträge finanzieren, sondern gezielt Fähigkeiten und Infrastruktur aufbauen und erhalten. Denn erst dieses Zusammenspiel schafft Lieferfähigkeit.
Weitere Informationen zum Thema inkl. Top-Kennzahlen und Handlungsempfehlungen finden Sie im „SVI-Connect Executive Report" des BME, den Sie auf der BME-Themenseite „Defence meets Procurement“ unter Angabe Ihrer Kontaktdaten downloaden können.