21.04.2026Veranstaltungen

CPOs als Lotsen in unruhigen Zeiten

Geopolitische Krisen, volatile Märkte, steigende Energiepreise und zunehmende regulatorische Anforderungen fordern Einkauf und SCM mehr denn je heraus. Mit welchen Maßnahmen erfolgreich gegengesteuert werden kann, diskutierten die Teilnehmenden bei der European Procurement & Supply Chain Excellence Summit 2026 des BME.
BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Lars Kleeberg skizzierte in seiner Eröffnungsrede bei der EP&SCE in Berlin die zentralen Herausforderungen und Leitlinien für Einkauf und Supply Chain Management in einer zunehmend volatilen globalen Wirtschaft.© BME e.V.

„Wir treffen uns in einer Zeit, in der sich Beschaffung und Supply Chain Management grundlegend verändern. Wir stehen an einem Wendepunkt oder vielleicht treffender: zwischen zwei Zeiten. Der Übergang von „just in time“ zu „just in case“ ist längst in vollem Gange. Und genau deshalb braucht es jetzt eines ganz besonders: klare und verlässliche Strukturen“, sagte BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Lars Kleeberg in seiner Eröffnungsrede bei der diesjährigen European Procurement & Supply Chain Excellence Summit (EP&SCE) des BME in Berlin.

Der Wandel zeigt sich laut Kleeberg besonders deutlich in den Lieferketten.
Was früher linear gedacht wurde, entwickele sich heute zu dynamischen Netzwerken. Abhängigkeiten müssen über mehrere Ebenen hinweg verstanden werden, da diese nicht nur bei direkten Lieferanten, sondern tief im Netzwerk entstehen. „Resilienz ist damit kein „nice to have“ mehr - Resilienz ist ein „must have“, so Kleeberg.

Es gehe nicht mehr nur darum, Störungen zu überstehen. Es geht darum, sie frühzeitig zu erkennen – und ihnen einen Schritt voraus zu sein. Transparente Daten, effiziente Prozesse, Partnerschaften auf Augenhöhe, funktionierende Netzwerke und eine engere Integration mit unseren Lieferanten werden dabei zu entscheidenden Erfolgsfaktoren – und KI zum ständigen Begleiter.

CPOs machen den Unterschied

Laut Kleeberg dürfen CPOs heute nicht mehr nur auf Veränderungen reagieren. Sie definieren die Richtung: Sie setzen Ziele, priorisieren konsequent und sorgen dafür, dass Technologie, Prozesse und Organisation auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet sind. Das gelte auch für einen der größten Zielkonflikte, nämlich Kosten, Nachhaltigkeit und geopolitische Realität miteinander in Einklang zu bringen. Dafür müssten auch organisatorisch die richtigen Voraussetzungen geschaffen und berücksichtigt werden, dass Transformation auch “Change” bedeute und die Menschen im Mittelpunkt stehen und nicht Mittel zur Zweckerfüllung sind, forderte der BME-Hautgeschäftsführer.

Führungskräfte müssten Orientierung geben, Vertrauen schaffen und Veränderung aktiv vorleben. Denn ihre Agenda ist umfangreich: Management von Risiken, Künstliche Intelligenz, Optimierung von Prozessen, der Aufbau von Kompetenzen und die Bildung verlässlicher Netzwerke – innerhalb und außerhalb der Organisation.

„Die Unternehmen und CPOs, die klare und verlässliche Strukturen schaffen, Resilienz konsequent aufbauen und den Mut haben, die Transformation aktiv zu gestalten, werden sich entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern. Es gilt, Wandel zu gestalten, nicht zu verwalten“, so Kleeberg.

Geopolitische Herausforderungen im Fokus

Die Veränderungen der geopolitischen Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf deutsche und europäische Unternehmen standen im Mittelpunkt des Panels am Vormittag. Betont wurde von den Referierenden zudem, wie wichtig transparente Prozesse und die Bereitstellung einer umfassenden Datenbasis für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen sind. Weiterhin sei essenziell, dass Unternehmen ihre Lieferketten auch in der Tiefe verstehen, da Multi-Tier-Supply-Chain-Management die Voraussetzung dafür sei, Risiken zu identifizieren und zu minimieren.

Lernen durch Austausch auf Augenhöhe

Auch die Roundtable-Gespräche zeigten, was Einkauf und SCM antreibt: ehrlicher Dialog, scharfsinnige Perspektiven und das Bestreben, das Beschaffungswesen gemeinsam voranzubringen. In allen Sessions kristallisierte sich die Botschaft heraus, dass echte Transformation dort entsteht, wo Technologie, Daten und Menschen aufeinandertreffen.

Die Diskussionen reichten von der Einführung einer agentenbasierten Plan-to-Fulfillment-Strategie und der Optimierung des operativen Beschaffungswesens durch KI bis hin zur Schaffung schlankerer Prozesse durch digitale Zahlungen und intelligentere Kennzahlen. Über alle Themen hinweg war die Erkenntnis eindeutig: Es geht nicht nur um die Werkzeuge – es geht darum, greifbare, messbare Ergebnisse zu erzielen.

Das Fazit der Teilnehmenden im Abschlussplenum: Eine sinnvolle Transformation von Einkauf und SCM zu einer wettbewerbsfähigen Organisation ist nur durch Zusammenarbeit und konsequente Weiterentwicklung möglich. Da keine Organisation diesen Weg alleine beschreiten kann, sind der offene Austausch, wie er auf der EP&SCE gelebt wurde, und der Aufbau eines lebendigen Netzwerkes unerlässlich.

Save the Date: Die European Procurement & Supply Chain Excellence Summit 2027 des BME findet vom 19.-20. April 2027 in Berlin statt.

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