Deutsche Industrieproduktion stagniert aufgrund sinkender Nachfrage und steigender Kosten
Die aktuellen Daten des Einkaufsmanagerindex zeigen eine Stagnation des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland. Grund dafür ist eine gedrosselte Nachfrage aufgrund rapide ansteigender Kosten sowie Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Nahostkrieg. Der gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) erstellte S&P Global Einkaufsmanagerindex Deutschland (EMI) - ein Indikator für das Geschäftsklima - notierte im Mai 2026 mit 50,1 Punkten (nach 51,4 Punkten im April) auf dem tiefsten Stand seit vier Monaten.
Die Produktion wurde zum zweiten Mal in Folge weniger stark ausgeweitet und wuchs mit der geringsten Rate seit Januar dieses Jahres. Einige Umfrageteilnehmende berichteten von einer verstärkten Abarbeitung der Auftragsbestände, andere Marktteilnehmende gaben dagegen an, die Fertigung aufgrund der Nachfrageflaute gedrosselt zu haben. Während die Zahl der Neuaufträge im Vorleistungsgüterbereich erneut zunahm, verzeichnete der Investitionsgüterbereich einen leichten Rückgang und der Konsumgüterbereich einen kompletten Einbruch bei Neuaufträgen.
Druck auf Kosten und Lieferketten nimmt rapide zu
Die Inflationsrate der Einkaufspreise hat sich Mai dieses Jahres auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren beschleunigt. Viele Einkaufsmanager berichteten über höhere Energie-, Kraftstoff- und Transportpreise sowie über Verteuerungen bei Erdölprodukten und Rohstoffen im Allgemeinen. Folglich zogen auch die Verkaufspreise an. Im Gegensatz zu den Kosten blieb die Teuerungsrate jedoch nahe dem 39-Monatshoch von April 2026, da einige Unternehmen fürchteten, Kunden zu verlieren.
Die faktische Schließung der Straße von Hormus hatte weiterhin Auswirkungen auf die Lieferketten und führte den neunten Monat in Folge zu längeren Lieferzeiten. Die Verzögerungen haben sich im Vergleich zu April leicht verschärft und waren so ausgeprägt wie seit Juni 2022 nicht mehr.
Stellenabbau nimmt weiter zu
Als Reaktion auf die geringe Auslastung und zur Kostenreduktion wurde auch im Mai bei der Beschäftigung eingespart. Der Stellenabbau war der deutlichste seit Februar 2025. Auch der Geschäftsausblick blieb angespannt. Der Index erholte sich zwar etwas von dem 18-Monatstief im April, blieb aufgrund von Sorgen über die steigende Inflation, die Zurückhaltung der Kunden und die Lieferengpässe allerdings deutlich unter dem Niveau vor Ausbruch des Krieges im Nahen Osten.
Die wichtigsten Ergebnisse im Konsumgüterbereich
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Produktionsrückgang aufgrund rückläufiger Auftragseingänge
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Deutlicher Beschäftigungsrückgang bei Abbau der Auftragsbestände
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Geschäftsausblick bleibt verhalten
Die wichtigsten Ergebnisse im Vorleistungsgüterbereich
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Produktion und Neuaufträge steigen langsamer
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Beschleunigte Inflationsraten bei Einkaufs- und Verkaufspreisen
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Geschäftsaussichten erstmals seit 17 Monaten negativ
Die wichtigsten Ergebnisse im Investitionsgüterbereich
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Erneuter Rückgang bei Auftragseingängen führt zu verlangsamtem Produktionsanstieg
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Teuerungsrate der Verkaufspreise schwächst sich ab
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Rückgänge bei Einkaufsmenge und Beschäftigung
Über den EMI: Der S&P Global Einkaufsmanagerindex Deutschland (EMI) ist ein monatlicher Frühindikator zur Vorhersage der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Der Index erscheint seit 1996 unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) e.V. Er beruht auf der Befragung von rund 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der Verarbeitenden Industrie in Deutschland, die repräsentativ für die deutsche Wirtschaft nach Branche, Größe und Region ausgewählt wurden. Erstellt wird der EMI vom US-amerikanischen Finanzdienstleister S&P Global. Er orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager’s Index (PMI).
Weitere Infos zum EMI: S&P Global Einkaufsmanagerindex™ Deutschland (EMI) — BME