01.09.2026Konjunktur

Einkaufsmanagerindex: Aufschwung der deutschen Industrie nimmt Fahrt auf

+++ Stärkste Produktionssteigerung seit Januar 2022 +++ Druck auf Lieferketten lässt Einkaufsmenge deutlich steigen +++ Geschäftsaussichten wieder optimistischer
Aufschwung der deutschen Industrie: Der EMI klettert im August auf 54,3 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit 51 Monaten. © Galeanu Mihai/iStock

Der Aufschwung des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland hat sich im August fortgesetzt. Hauptgrund dafür war ein beschleunigter Anstieg der Auftragseingänge, die den dritten Monat in Folge zunahmen und damit so stark, wie seit Februar 2022 nicht mehr. Beim Exportneugeschäft wurden ähnlich hohe Zuwächse verbucht. Umfrageteilnehmende begründeten den Nachfrageanstieg mit steigenden Verteidigungsausgaben, dem Bau von Rechenzentren sowie einem Lageraufbau bei vielen Unternehmen. Der gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) erstellte S&P Global Einkaufsmanagerindex Deutschland (EMI) stieg von 52,2 im Juli auf 54,3 Punkte im August und damit auf den höchsten Wert seit 51 Monaten.

Druck auf Lieferketten bleibt hoch, Einkaufsmenge steigt

Die Umfrageergebnisse signalisieren aber auch eine Zunahme der Lieferengpässe. Diese führten zu einer deutlich höheren Einkaufsmenge, da sich die Hersteller mit Rohmaterialien eindeckten. Die Vorsorgemaßnahmen sowie die Steigerung der Produktion hatten den höchsten Zuwachs bei der Einkaufsmenge seit Mai 2022 zur Folge. 

Die Lieferzeiten verlängerten sich im August so massiv wie seit drei Monaten nicht mehr. Zahlreiche Befragte erklärten diese Entwicklung mit einer höheren Nachfrage – vor allem nach elektronischen Bauteilen – und logistischen Problemen. Letztere wurden durch die niedrigen Wasserstände des Rheins verschärft.

Geschäftsklima hellt sich auf

Bezüglich der Geschäftsaussichten äußerten sich die Hersteller in Deutschland im August deutlich optimistischer als im Vormonat. Der entsprechende Index fiel so positiv aus wie seit Ausbruch des Krieges in Nahost nicht mehr und lag wieder über dem Langzeitmittel. Rund ein Drittel der Umfrageteilnehmenden rechnet in den nächsten zwölf Monaten mit steigenden Produktionszahlen, aufgrund steigender Auftragseingänge, der Einführung neuer Produkte und der Hoffnung auf höhere Investitionen.

Die wichtigsten Ergebnisse im Konsumgüterbereich

  • Auftragseingänge sinken trotz höherer Exportumsätze
  • Geringster Produktionsrückgang seit sieben Monaten
  • Kostendruck auf niedrigstem Stand seit Februar

Die wichtigsten Ergebnisse im Vorleistungsgüterbereich

  • Höchste Produktionssteigerung seit mehr als fünf Jahren
  • Deutlicher Anstieg bei Neuaufträgen
  • Einkaufspreise erhöhen sich stark 

Die wichtigsten Ergebnisse im Investitionsgüterbereich

  • Zuwachsraten bei Fertigung und Auftragseingängen ziehen an
  •  Deutlichste Verlängerung der Lieferzeiten seit vier Jahren
  • Geschäftsausblick auf Sechsmonatshoch

Über den EMI:
Der S&P Global Einkaufsmanagerindex Deutschland (EMI) ist ein monatlicher Frühindikator zur Vorhersage der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Der Index erscheint seit 1996 unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) e.V. Er beruht auf der Befragung von rund 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der Verarbeitenden Industrie in Deutschland, die repräsentativ für die deutsche Wirtschaft nach Branche, Größe und Region ausgewählt wurden. Erstellt wird der EMI vom US-amerikanischen Finanzdienstleister S&P Global. Er orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager’s Index (PMI).

Weitere Infos zum EMI

Einkaufsentscheider können durch Nutzung des EMI treffsicher den Trend der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erkennen. Sie profitieren vor allem von den differenzierten Marktindikatoren, aus denen sich der EMI zusammensetzt. Ob für Verhandlungen, für das Reporting gegenüber der Geschäftsleitung oder für die tiefergehende Analyse in den Einkaufsabteilungen – die Marktindikatoren des EMI bieten eine fundierte Datenbasis.

Ihre Kontaktperson

Bianka Blankenberg
Pressesprecherin