02.11.2026Konjunktur

Einkaufsmanagerindex legt trotz steigendem Kostendruck weiter zu

Höhere Exportumsätze lassen Produktion erneut steigen +++ Zahl der Beschäftigten stabilisiert sich +++ Anstiege bei Inflation und Lieferzeiten
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Die deutsche Industrie ist zu Beginn des vierten Quartals 2026 weiter gewachsen und verzeichnete ein deutliches Plus bei der Produktion, das an die starken Zuwächse des dritten Quartals anknüpfte. Der gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) erstellte S&P Global Einkaufsmanagerindex Deutschland (EMI) verbesserte sich im Oktober auf 54,2 Punkte nach 53,9 Punkten im September und lag damit erneut komfortabel über der Schwelle von 50,0 Punkten, die Wachstum markiert. Der Index notierte damit auf dem zweithöchsten Wert seit knapp viereinhalb Jahren.

Die Daten des aktuellen Einkaufsmanagerindex zeigen allerdings auch gegensätzliche Entwicklungen in den drei Hauptbereichen der Industrie auf. Während sich das Produktionswachstum im Investitionsgütersektor beschleunigte und den höchsten Stand seit Juli 2021 aufwies, verzeichneten die Hersteller von Vorleistungsgütern geringere Zuwächse. Im Konsumgüterbereich wurde sogar ein Rückgang der Produktion beobachtet.

Neuaufträge sorgen für Belebung, Beschäftigung stabilisiert sich    

Der anhaltende Aufschwung wurde vor allem von einer steigenden Anzahl an Neuaufträgen unterstützt. Die Befragten begründetet die Entwicklung mit höheren staatlichen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur sowie mit gestiegenen Exportumsätzen. Belebt wurde die Nachfrage den Angaben zufolge vor allem durch Aufträge aus Asien, Nordamerika und Teilen Europas.  

Die Anzahl der Beschäftigten ist im Oktober nur marginal gesunken. Als Ursache für die Stabilisierung nannten Industrievertreter den dritten Anstieg der Auftragsbestände in Folge. Die Zuwachsrate blieb im Oktober unverändert zum Vormonat und rangierte damit weiterhin auf dem höchsten Stand seit April 2022.  

Druck auf Lieferketten und Preise erhöht sich   

Die Lieferengpässe haben zu Beginn des vierten Quartals weiter zugenommen. Jeder fünfte Umfrageteilnehmende meldete eine Verlängerung der Vorlaufzeiten. Begründet wurde die Entwicklung mit Logistikproblemen und mangelnder Verfügbarkeit bestimmter Produkte, insbesondere elektronischer Bauteile.   

Die Kosteninflation hat sich zu Beginn des vierten Quartals weiter beschleunigt. Der Einkaufspreise-Index stieg den zweiten Monat in Folge stark an und kletterte auf den höchsten Stand seit Mai, womit er weiter über seinem Langzeitmittel notierte. Die Mehrheit der Umfragebeteiligten nannte als Gründe dafür die gestiegenen Kosten für Kraftstoffe, Transporte und energieintensive Produkte sowie hohe Preise für Elektronikbauteile.  

 

Die wichtigsten Ergebnisse im Konsumgüterbereich 

  • Umsatzrückgang drückt auf Produktion  

  • Inflation der Erzeugerpreise sinkt auf Acht-Monats-Tief  

  • Rückgang der Beschäftigung bei nachlassendem Kapazitätsdruck 

 

Die wichtigsten Ergebnisse im Vorleistungsgüterbereich 

  • Niedrigere Zuwächse bei Produktion und Auftragseingängen 

  • Beschäftigungswachstum nimmt zu, deutliches Plus bei Auftragsbeständen  

  • Schwächerer Anstieg der Verkaufspreise trotz zunehmendem Kostendruck  

 

Die wichtigsten Ergebnisse im Investitionsgüterbereich 

  • Höchste Produktionsausweitung seit mehr als fünf Jahren 

  • Einkaufspreise steigen so stark an wie seit September 2022 nicht mehr 

  • Bestände an Vormaterialien und Fertigwaren steigen an    

Über den EMI: Der S&P Global Einkaufsmanagerindex Deutschland (EMI) ist ein monatlicher Frühindikator zur Vorhersage der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Der Index erscheint seit 1996 unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) e.V. Er beruht auf der Befragung von rund 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der Verarbeitenden Industrie in Deutschland, die repräsentativ für die deutsche Wirtschaft nach Branche, Größe und Region ausgewählt wurden. Erstellt wird der EMI vom US-amerikanischen Finanzdienstleister S&P Global. Er orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager’s Index (PMI).  

Weitere Infos zum EMI: S&P Global Einkaufsmanagerindex™ Deutschland (EMI) — BME

Pierina Miladinovic
Senior Analyst Market Research