Einkaufsmanagerindex signalisiert Lichtblick für deutsche Industrie zum Jahresbeginn
Die deutsche Industrie ist vielversprechend in das neue Jahr gestartet. Aufgrund der steigenden Anzahl an Neuaufträgen - dem ersten Anstieg seit drei Monaten - konnte die Produktion im Januar 2026 erhöht werden. Der gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) erstellten HCOB Einkaufsmanagerindex Deutschland (EMI) - ein Indikator für das Geschäftsklima - notierte im Januar dieses Jahres mit 49,1, Punkten auf dem höchsten Stand seit drei Monaten nach 47,0 Punkten im Dezember 2025. Der EMI verharrt damit allerdings seit jetzt 43 Monaten kontinuierlich in der der Kontraktionszone unter 50 Punkten.
Viele Hersteller arbeiteten im Januar verstärkt Rückstände ab, um die Produktion anzukurbeln. Die Austragsbestände - sowohl im Vor- als auch im Fertigwarenlager - sanken daher deutlicher als im Vormonat.
Geschäftsaussichten optimistischer
Bezüglich der Geschäftsaussichten äußerten sich die Hersteller im Januar optimistischer als im Dezember. Der entsprechende Index erreichte den höchsten Stand seit sieben Monaten. Begründet wurde die Zuversicht mit der Einführung neuer Produkte, mit Innovationen und mit höheren Investitionen.
Beschäftigung nimmt weiter ab
Trotz der teilweise höheren Auslastung setzte sich der Stellenbau im Januar weiter fort. Unternehmen, die Personal reduzierten, begründeten dies mit Umstrukturierungen, der Reduzierung von Leiharbeit und der Nichtbesetzung offener Stellen. Den größten Stellenrückgang meldeten die Hersteller von Investitionsgütern.
Die wichtigsten Ergebnisse im Konsumgüterbereich
Die wichtigsten Ergebnisse im Konsumgüterbereich
- Anstieg bei Produktion und Auftragseingang
- Niedrigster Stellenabbau seit 28 Monaten
- Verkaufspreise steigen den fünften Monat in Folge
Die wichtigsten Ergebnisse im Vorleistungsgüterbereich
- Niedrigere Produktion aufgrund geringerer Neuaufträge
- Kosteninflation steigt auf 38-Monatshoch
- Deutlicher Rückgang bei Vor- und Fertigwarenlager
Die wichtigsten Ergebnisse im Investitionsgüterbereich
- Plus bei Auftragseingängen puscht Fertigung
- Beschäftigung sinkt langsamer aber immer noch deutlich
- Verkaufspreise sinken trotz höherer Kosten
Über den EMI:
Der HCOB Einkaufsmanagerindex Deutschland (EMI) ist ein monatlicher Frühindikator zur Vorhersage der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Der Index erscheint seit 1996 unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) e.V. Er beruht auf der Befragung von rund 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der Verarbeitenden Industrie in Deutschland, die repräsentativ für die deutsche Wirtschaft nach Branche, Größe und Region ausgewählt wurden. Erstellt wird der EMI vom US-amerikanischen Finanzdienstleister S&P Global. Er orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager’s Index (PMI).
Weitere Infos zum EMI
Einkaufsentscheider können durch Nutzung des EMI treffsicher den Trend der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erkennen. Sie profitieren vor allem von den differenzierten Marktindikatoren, aus denen sich der EMI zusammensetzt. Ob für Verhandlungen, für das Reporting gegenüber der Geschäftsleitung oder für die tiefergehende Analyse in den Einkaufsabteilungen – die Marktindikatoren des EMI bieten eine fundierte Datenbasis.