19.10.2026Einkaufspraxis

BME-Praxisforum „Indirekter Einkauf“: KI, Prozessoptimierung und strategische Weiterentwicklung im Fokus

Beim 15. BME-Praxisforum „Indirekter Einkauf“ am 30.09.2026 in Frankfurt/Main diskutierten Einkaufsexperten über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, effiziente Beschaffungsprozesse und die strategische Rolle des Einkaufs. Praxisberichte und Workshops boten Einblicke in unterschiedliche Lösungsansätze und Gelegenheit zum fachlichen Austausch.
KI, digitale Prozesse und strategische Beschaffung: Das 15. BME-Praxisforum „Indirekter Einkauf“ lieferte praxisnahe Impulse für die Weiterentwicklung der Beschaffung. © ipopba/iStock

Mit fachlichem Austausch und Praxisberichten ging das 15. BME-Praxisforum „Indirekter Einkauf“ am 30. September 2026 in Frankfurt am Main zu Ende. Frische Impulse, praxisnahe Einblicke und der Austausch unter Experten machten die Veranstaltung zu einem hochinformativen Treffpunkt für Einkaufsverantwortliche aus Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen.

Dierk Harries übernahm erstmals die Moderation des Praxisforums und begleitete den Austausch zwischen den Teilnehmenden. Im Mittelpunkt standen aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des indirekten Einkaufs. Die Vorträge zeigten, wie Unternehmen Prozesse optimieren, neue Technologien einsetzen und den Einkauf als strategischen Partner weiterentwickeln können.

KI im Einkauf: Technologie allein reicht nicht

Wie sich Künstliche Intelligenz erfolgreich in der Einkaufsorganisation einsetzen lässt, erläuterte Klaus Linderich von Techem Energy Services anhand von sieben zentralen Lessons Learned aus der Umsetzung. Seine zentrale Botschaft: Der Erfolg von KI entsteht erst im Zusammenspiel von Menschen, Technologie und Einkaufslogik.

Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehört, Widerstände bei der Einführung neuer Technologien ernst zu nehmen und Mitarbeitende durch Orientierung, Begleitung und sichtbare Unterstützung einzubinden. Gleichzeitig müssen neue Fähigkeiten gezielt aufgebaut werden: Regelmäßiges Prompt-Training, gute Anwendungsbeispiele und konstruktives Feedback helfen dabei, die Qualität der Ergebnisse zu verbessern. Auch KI-Agenten sollten individuell auf Rolle, Warengruppe und persönlichen Verhandlungsstil abgestimmt werden.

Neben dem Faktor Mensch spielen die technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. Dazu zählen eine frühzeitige Klärung von IT-Architektur, Zugriffsrechten und Datenschutz sowie ein KI-nativer Ansatz, bei dem Prozesse von Anfang an für den Einsatz intelligenter Systeme konzipiert werden.

Linderich betonte außerdem die Bedeutung messbarer Ergebnisse: Nutzungsgrad, Zeitgewinn, Qualität und Ergebniswirkung sollten anhand konkreter Kennzahlen überprüft werden. Nicht zuletzt müssen technische Verhandlungsmöglichkeiten konsequent mit den Einkaufshebeln verknüpft werden, damit aus technologischen Möglichkeiten wirtschaftlicher Mehrwert entsteht.

Praxisbeispiele zeigen konkrete Lösungsansätze auf

Die weiteren Praxisbeiträge verdeutlichten, wie unterschiedlich die Herausforderungen im indirekten Einkauf ausfallen und welche Optimierungsmöglichkeiten Unternehmen nutzen können. Patrizia Hopf von kohlpharma zeigte am Beispiel des Mittelstands, wie ein zentral organisierter Einkauf, transparente Bestellprozesse und die Reduzierung von Maverick Buying dazu beitragen können, Beschaffungsabläufe effizienter und besser steuerbar zu gestalten.

Oliver Diefenbach von Bayer 04 Leverkusen gab Einblicke in den indirekten Einkauf im Profifußball. Sein Vortrag brachte eine spezifische Perspektive aus dem Sport in das Programm ein und zeigte, wie wichtig es ist, wirtschaftliche Ziele mit den individuellen Anforderungen und Rahmenbedingungen einer Organisation in Einklang zu bringen.

Auch die beiden Workshops boten Raum, konkrete Fragestellungen zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und Lösungsansätze zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand der Austausch unter den Teilnehmenden, bei dem unterschiedliche Perspektiven zusammenkamen und neue Kontakte entstanden.

Resümee

„Was das Praxisforum für mich besonders macht, ist die Kombination aus fachlicher Qualität, praxisnahen Beiträgen und dem persönlichen Austausch. Die Rückmeldungen zu den Workshops waren sehr positiv, und es war schön zu erleben, wie offen die Teilnehmenden ihre Erfahrungen miteinander geteilt haben. Genau dieser Austausch macht eine solche Veranstaltung lebendig und wertvoll“, unterstrich Ulrike Wernig-Wenzlawski, Projektmanagerin Konzeption bei der BME Akademie.

Das Praxisforum hat erneut gezeigt, welches Potenzial im indirekten Einkauf steckt, um Prozesse zu optimieren, Mehrwerte zu schaffen und die strategische Rolle des Einkaufs zu stärken. Mit neuen Impulsen, Kontakten und Erkenntnissen endete die renommierte Veranstaltung. Der fachliche Austausch bot dabei hinreichend Anknüpfungspunkte für die weitere Entwicklung des Einkaufs.

Veranstaltungstipp: BME-Seminar „Dienstleistungsverträge in der Einkaufspraxis“ (08.-09.12.2026, Frankfurt)

Optimierte Vertragsarbeit und Umsetzungshilfen: Die Teilnehmenden lernen verschiedene Kategorien von Dienstleistungsverträgen kennen. Hierbei werden die jeweiligen rechtlichen Besonderheiten sowie deren unterschiedliche Gewichtungen aufgezeigt. Sie erhalten ein Gespür für Lösungsmöglichkeiten in der Praxis und sind in der Lage, beim Vertragsabschluss kompetent mitzuwirken.

Ihre Kontaktperson

Ulrike Wernig-Wenzlawski
Projektmanagerin KonzeptionInhaltliche Fragen