Impulspapier „Challenges als Innovationstreiber“ veröffentlicht
Warum Challenges mehr Aufmerksamkeit verdienen
Innovations-Challenges haben sich in den vergangenen Jahren als wirkungsvolles Instrument etabliert, um technologische Lösungen schneller zur Marktreife zu bringen. Bekannt geworden ist das Format vor allem durch die Nutzung durch staatliche Innovationsakteure.
Das Prinzip: Statt konkrete Lösungen vorzugeben, werden Problemstellungen offen formuliert. Unternehmen, Start-ups oder Forschungsteams konkurrieren in einem mehrstufigen Verfahren um die beste Lösung. Erfolgreiche Ansätze werden weiter gefördert, weniger erfolgreiche scheiden aus.
Dieser wettbewerbliche Ansatz beschleunigt Innovationsprozesse erheblich. Durch parallele Entwicklungen und frühes Prototyping steigt die Wahrscheinlichkeit technologischer Durchbrüche – bei gleichzeitig reduziertem Risiko für Auftraggeber.
Rechtliche Instrumente sind vorhanden
Ein zentrales Ergebnis des Impulspapiers: Die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen existieren bereits.
Insbesondere zwei Instrumente bieten sich für die Umsetzung von Challenges an:
- Vorkommerzielle Vergabe (Pre-Commercial Procurement, PCP): Fokus auf Entwicklung neuer Technologien ohne direkten Produkteinkauf
- Innovationspartnerschaft: Kombination aus Entwicklung und späterer Beschaffung
Beide Ansätze ermöglichen wettbewerbliche, meilensteinbasierte Verfahren und sind damit prädestiniert für Challenge-Formate.
Erfolgsbeispiele zeigen das Potenzial
Praxisbeispiele belegen die Wirksamkeit des Ansatzes: Innovationsagenturen, Cyber-Sicherheitsprojekte oder europäische Raumfahrtinitiativen nutzen Challenges, um komplexe technologische Fragestellungen zu lösen.
Gemeinsam ist diesen Projekten:
- Wettbewerb zwischen mehreren Teams
- Iterative Entwicklung in Phasen
- Fokus auf konkrete, marktfähige Lösungen
Gleichzeitig zeigt sich: Challenges werden bislang nur punktuell, vor allem in spezialisierten Innovationsumfeldern, eingesetzt.
Mittelstand und Breitenanwendung im Fokus
Ein wesentliches Defizit sehen die Autoren in der bislang geringen Nutzung durch den Mittelstand. Klassische Förderprogramme dominieren weiterhin, während flexible, wettbewerbliche Formate kaum Anwendung finden. Zudem fehlt eine einheitliche Definition des Challenge-Begriffs, was die Verbreitung zusätzlich erschwert.
Fünf Hebel für mehr Challenges
Damit Challenges ihr volles Potenzial entfalten können, identifiziert das Papier konkrete Handlungsfelder:
1. Bekanntheit steigern: Mehr Information und Schulung bei Fördermittelgebern und Projektträgern
2. Ausschreibungen öffnen: Challenges als gleichwertige Option verankern
3. Regulatorische Hürden abbauen: Mehr Flexibilität bei der Mittelverwendung
4. Projektträger stärken: Als aktive Unterstützer und Multiplikatoren
5. EU-Ebene einbeziehen: Challenges auch in europäischen Programmen verankern
Resümée: Mehr Wettbewerb, mehr Tempo, mehr Innovation
Challenges erweitern die klassische Forschungsförderung um ein dynamisches, wettbewerbliches Element. Statt auf einen Anbieter zu setzen, wird parallel entwickelt – mit höherer Effizienz und geringerer Ausfallwahrscheinlichkeit.
Das Impulspapier macht deutlich: Für eine innovationsstarke Zukunft braucht Deutschland mehr solcher Formate sowie und den Mut, bestehende Förderlogiken weiterzuentwickeln.
Das Whitepaper „Challenges als Innovationstreiber“ steht hier zum PDF-Download für Sie bereit.