26.10.2026Rohstoffmärkte

Industriemetalle unter Druck: Kupfer und Aluminium bleiben teuer

Die BME-Marktanalyse Rohstoffe 03/2026 zeigt: Trotz steigender Produktionsmengen bleibt die Versorgung mit wichtigen Industriemetallen angespannt. Niedrige Lagerbestände, geopolitische Risiken und eine hohe Nachfrage treiben die Preise und erschweren die Beschaffungsplanung.
Mehr Produktion, kaum Entspannung: Bei Aluminium und Kupfer reicht das zusätzliche Angebot bislang nicht aus, um die angespannten Märkte nachhaltig zu beruhigen. © Opla/iStock

Aluminium: Hohe Preise trotz wachsender Produktion

Der Aluminiummarkt blieb im dritten Quartal 2026 angespannt. Zwar gaben die Preise gegenüber den Höchstständen des ersten Halbjahres zunächst nach, das Niveau blieb jedoch deutlich über dem Vorjahr. Im Juli lag der Durchschnittspreis an der London Metal Exchange (LME) bei rund 3.160 US-Dollar je Tonne, im August bei 3.250 US-Dollar und im September bei 3.280 US-Dollar. Damit ergaben sich im Jahresvergleich Aufschläge von 21 bis 25 Prozent.

Die weltweite Primäraluminiumproduktion wurde weiter ausgeweitet. Dennoch entspannte sich die Versorgungslage nicht nachhaltig. Niedrige Lagerbestände, geopolitische Spannungen im Nahen Osten und mögliche Beeinträchtigungen wichtiger Transportwege erhöhten die Risiken für industrielle Abnehmer. Zugleich stützen Elektrifizierung, erneuerbare Energien, Infrastrukturprojekte und der Automobilbau die Nachfrage.

Für den Einkauf bleibt damit vor allem die Versorgungssicherheit entscheidend. Trotz hoher globaler Produktionsmengen müssen Unternehmen weiterhin mit Preisrisiken und längeren Lieferzeiten rechnen.

Kupfer: Nachfrage wächst schneller als das Angebot

Auch der Kupfermarkt steht unter erheblichem Druck. Eine ausgeprägte Knappheit an kurzfristig verfügbarem Metall trieb die Preise im August auf Rekordniveau. Zusätzliche Lagerbestände an den Börsen sorgten zwischenzeitlich für Entlastung, die grundlegende Versorgungslage bleibt jedoch angespannt.

Nach Prognosen der chilenischen Kupferkommission Cochilco soll die weltweite Minenproduktion 2026 lediglich um 0,2 Prozent auf rund 23,5 Millionen Tonnen steigen. Gleichzeitig wird ein Kupferbedarf von etwa 27,8 Millionen Tonnen erwartet – ein Plus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Betriebsprobleme wichtiger Minen und Verzögerungen bei Förderprojekten begrenzen das Angebot zusätzlich.

Auf der Nachfrageseite treiben insbesondere der Ausbau der Stromnetze, erneuerbare Energien, Elektromobilität sowie Rechenzentren und Energieinfrastruktur für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz den Bedarf. Schwächere Konjunkturdaten aus China können zwar kurzfristig für Entlastung sorgen, ändern aber wenig an den strukturellen Herausforderungen.

Konsequenzen für den Einkauf

Die Marktentwicklung verdeutlicht, wie empfindlich die Preise auf Veränderungen der verfügbaren Metallmengen reagieren. Für Einkaufsverantwortliche gewinnen deshalb eine vorausschauende Bedarfsplanung, die frühzeitige Absicherung von Liefermengen und eine kontinuierliche Beobachtung der Rohstoffmärkte an Bedeutung. Eine nachhaltige Entspannung ist angesichts des begrenzten Angebotswachstums und der strukturell hohen Nachfrage vorerst nicht absehbar.

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